Zweiter Bürgermeister Albert Krieger informierte in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend in Anwesenheit zahlreicher Zuhörer, dass das Gremium am 26. September von der andauernden Dienstunfähigkeit des Ersten Bürgermeisters Richard Stabl Kenntnis genommen habe. Die Versetzung des 57-Jährigen in den Ruhestand wurde, wie bereits berichtet, zum Jahresende beschlossen.
Die Versorgungsleistung übernehme der bayerische Staat. Der vor seiner Wahl an die Rathausspitze bei einer Tochterfirma der Telekom arbeitende Stabl trat sein Amt am 1. Mai 2008 an. Nach zehn Jahren auf dem Chefsessel hat er Anspruch auf Rentenbezüge als Bürgermeister. Krieger verwies in der Gemeinderatssitzung auf zwei Anträge Stabls.
Am 10. Juli, erklärte Krieger dann auf Nachfrage am Donnerstag, habe der Erste Bürgermeister die amtsärztliche Untersuchung zur Begutachtung der Dienstfähigkeit beantragt. Am 17. September wurde in einem weiteren Schreiben die Dienstunfähigkeit bescheinigt, verbunden mit dem Antrag Stabls auf Versetzung in den Ruhestand ab 1. Januar 2019. Das Landratsamt, ließ der amtierende Bürgermeister Krieger dem Gemeinderat wissen, habe am 16. Oktober den Wahltermin auf Sonntag, 27. Januar 2019, festgesetzt.
Wahlleiter bestellt
Einstimmig wurde vom Gemeinderat der geschäftsführende Beamte Otto Eichinger zum Gemeindewahlleiter bestellt. Sein Stellvertreter heißt Thomas Brückner. Bis Anfang Dezember haben die Parteien und Wählervereinigungen nun Zeit, Bewerber für das Bürgermeisteramt zu nominieren. Die Bürgerliste, für die Stabl kandidiert hat, hat dem Vernehmen nach einen Kandidaten, bewahrt aber Stillschweigen über dessen Namen. Sie ist mit vier Personen im Gemeinderat vertreten. Die Bürgerliste versagte bereits im März dieses Jahres dem erkrankten Bürgermeister den Rückhalt. Im Mai 2018 gab er dann den Vorsitz ab und trat aus der Bürgerliste aus.
Krieger lacht und schweigt
Albert Krieger (Freie Wähler), der bei der letzten Kommunalwahl gegen Stabl 16,6 Prozent der Stimmen geholt hat, lacht nur auf die Frage, ob er als monatelanger Vertreter des Bürgermeisters Lust auf mehr bekommen habe: "Ich werde dazu nichts sagen." Ein offenes Geheimnis in Bodenwöhr ist, dass Georg Hoffmann von der CSU für das Bürgermeisteramt kandidieren wird. Hoffmann hatte im März 2014 mit 29,7 Prozent gegen Richard Stabl das Nachsehen.
Der neu gewählte Bürgermeister wird bis zur Kommunalwahl 2026 an der Spitze der rund 4300 Einwohner zählenden Gemeinde stehen. Das schreibt das Gesetz so vor. Die Wahl eines neuen Gemeinderates findet unabhängig von der Bürgermeisterwahl im März 2020 statt.













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