Brand stand wieder ganz im Zeichen großer Stimmen und besonderer musikalischer Begegnungen. Der voll besetzte Saal unterstrich die Anziehungskraft der Konzertreihe des Festivals junger Künstler. Unter dem Titel „RE:SONANZ“ erwartete das Publikum ein facettenreicher Streifzug durch die Welt vor allem des Liedes. Vier herausragende Gesangssolisten sorgten für einen eindrucksvollen Abend: die Sopranistinnen Brianna Stuart aus Australien und Josefina Legarra aus Uruguay sowie Daniel Felton aus Australien und Hao Li aus China. Am Flügel begleitete Dr. Paul Sturm die Künstler virtuos, einfühlsam und mit großer musikalischer Souveränität.
„Ich komme im August immer nach Brand, weil Brand etwas Besonderes ist“, sagte eine begeisterte Besucherin. Eine weitere Stammbesucherin ergänzte: „Die Nähe zum Publikum ist das, was Brand so attraktiv macht. Das mögen die Besucher und auch die Künstler.“ Die mitten im Saal aufgebaute Bühne schuf genau diese besondere, unmittelbare Nähe.
Schon im ersten Teil beeindruckten die vier Solisten mit außergewöhnlicher stimmlicher Qualität. Auf dem Programm standen Werke von Liszt, Mahler, Wagner und Delibes. Besonders das berühmte Blumenduett wurde mit begeistertem Applaus aufgenommen. Der zweite Teil präsentierte sich heiter und abwechslungsreich. Wagner, Debussy und Lehár wechselten mit bekannten Melodien. Für einen charmanten Höhepunkt sorgte Hao Li mit Lehárs „Gern hab’ ich die Frau’n geküsst“. Den glanzvollen Schlusspunkt setzte Leonard Bernsteins anspruchsvolle Arie „Glitter and Be Gay“. Der lang anhaltende Applaus mündete in zwei viel umjubelte Zugaben.
Die Sopranistinnen überzeugten mit klaren, leuchtenden Stimmen, großer Klangfülle und technischer Sicherheit. Präzision und emotionale Ausdruckskraft verbanden sich zu einer eindrucksvollen Wirkung. Besonders Josefina Legarra verlieh ihren Darbietungen mit ausdrucksstarker Gestik und lebendiger Mimik zusätzliche Intensität. Auch die beiden Männerstimmen bestachen durch kraftvolle, tragfähige Klangfülle und bewahrten bis zum Schluss ihre stimmliche Strahlkraft. Alle vier Künstler meisterten die großen dynamischen Spannungsbögen souverän – vom zarten Pianissimo bis zum strahlenden Fortissimo. Eine zentrale Rolle spielte Dr. Paul Sturm, der bereits zum dritten Mal als Begleiter in Brand zu erleben war. Mit feinfühligem Spiel, höchster rhythmischer Präzision und sicherem Gespür für die musikalischen Anforderungen erwies er sich als kongenialer Partner der vier Solisten. Seine verbindenden Worte zwischen den Stücken gaben dem Publikum zusätzliche Orientierung und interessante Einblicke.
Mit diesem außergewöhnlichen Konzert bescherte Sissy Thammer den Besuchern in Brand erneut einen besonderen musikalischen Höhepunkt. Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie unmittelbar Musik berühren kann, wenn große Künstler auf ein aufmerksames und begeisterungsfähiges Publikum treffen.

















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