Reichlich tierischer Nachwuchs auf dem Goglhof in Eberhardsbühl

Die alte Stube am Goglhof, Ort vieler Heimatabende, ist Corona-bedingt seit Monaten verwaist. Trotzdem herrscht Leben im kleinen Bauernhof-Museum in Eberhardsbühl. Um genau zu sein: neues Leben.

Welch eine Liebe! Das Zicklein Gunda auf dem Arm, dessen Mutter Soraya ganz nah - Margarete Jäkel mit ihren Tieren.
von Helga KammProfil

Der Goglhof ist kein „totes“ Museum, dafür sorgt Besitzerin Margarete Jäkel (85). Bei manch einem „Open air“ im Hof des kleinen Bauernhauses haben Besucher die Ziegen meckern und die Hühner gackern hören. Es ist zu spüren, wie die Tiere liebevoll gehalten und umsorgt werden. Dieser Tage nun gab es ein ganz besonderes Ereignis: Das erste Zicklein wurde geboren.

Schneeweiß und unglaublich süß ist das kleine Tier, noch ein wenig wacklig auf den Beinen, aber schon sehr neugierig auf seine Umgebung im Stall und Hof des Bauernhauses. Fünf Monate oder 157 Tage sind vergangen, seit die Geiß Soraya auf einem Bauernhof in Krottensee ein Schäferstündchen mit einem Geißbock hatte.

Dabei waren Jakob und Resi List aus Irlbach, die der Goglhof-Besitzerin tagtäglich hilfreich zur Hand gehen. Resi kommt zum Melken, Jakob macht Heu und erledigt viele Arbeiten, die auf dem Hof anfallen. Auch dem Geißlein gab er Hilfestellung, weil das Trinken an den Zitzen noch etwas ungewohnt war. Gunda, wie sie die Kleine genannt haben, ist das erste Zicklein auf dem Goglhof. Sie wird zusammen mit Mutter Soraya und Oma Liesl auch da aufwachsen und bleiben dürfen.

Weiteren Kindersegen gibt es bei den Goglhof-Hühnern. Zwei Hennen haben gebrütet, insgesamt 15 Küken sind geschlüpft und bevölkern den Hof. Eine weitere Glucke sitzt noch auf sieben Eiern. Auch sie wird den Hühnerhof vergrößern helfen.

Margarete Jäkel ist glücklich. Sie liebt ihre Tiere, beschützt sie, fühlt sich verantwortlich für ihr Wohlergehen. Und sie ist dankbar für die Freude und Zuneigung, die ihre tierischen Mitbewohner ihr bereiten. Trotzdem hofft sie, dass in absehbarer Zeit auch wieder Geschichten erzählt und Lieder gesungen werden in der alten Stube, denn erst dann wird das Museum wieder voll und ganz zum Leben erweckt.

Der Goglhof als Krimi-Kulisse

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Die Geschichte des Freilandmuseums Goglhof

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Für reichlich Nachwuchs sorgen auch die Hennen auf dem Goglhof.
Hintergrund:

Der Goglhof und seine Bewohner

  • 1767 als Wohnstallhaus erbaut, später im Besitz der Familien Renner, Pickel und Gnahn
  • 1909, nach 20 Jahren Leerstand, Übernahme durch Andreas Tuchbreiter
  • 1945 leben bis zu vier Flüchtlingsfamilien gleichzeitig am Hof, die ihn wenig später verlassen
  • 1991 kauft Margarete Jäkel den typischen Dreiseithof und wagt eine aufwendige Restaurierung als Freilandmuseum, das sie auch bewohnt

 

 

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