Überschwemmung in Eberhardsbühl: Kamel "Ali" mit Langzeitfolgen

Der Kamel-Ranch in Eberhardsbühl im Landkreis Amberg-Sulzbach haben Unwetter schwer zugesetzt. Jetzt zeigt sich: Auch Kamel "Ali" hat darunter gelitten.

Die Weiden sind wieder trocken, Ali aber kämpft noch immer mit den Folgen der Überschwemmung. Bakterien haben eine Gelenkentzündung in seinen Hinterbeinen ausgelöst.
von Helga KammProfil

„Kamele kamen nicht zu schaden“ hieß es Mitte Juni in einem Oberpfalz-Medien-Beitrag. Gemeint war dabei die Kamel-Ranch in Eberhardsbühl im Landkreis Amberg-Sulzbach, die bei einem Unwetter überschwemmt worden war. Nun stellt sich heraus, dass eines der Tiere, der Wallach Ali, wohl durch das Wasser krank geworden ist. „Er hatte Schwierigkeiten beim Aufstehen, fraß nicht und hatte offensichtlich Schmerzen in den Hinterfüßen“, sagt Alfons Heindl, der Besitzer der Ranch, die Beschwerden des Trampeltiers. Der Tierarzt diagnostizierte Lysterose, also Bakterien, die durch eine falsche Zusammensetzung von Mineralstoffen im nassen Gras entstehen und Gelenkentzündungen auslösen können. „Die Tiere trinken natürlich auch das Regenwasser“, sagt Heindl, „und nach bereits drei Überschwemmungen in diesem Jahr musste so was wohl mal passieren“. Die anderen Kamele der Ranch hatten mehr Glück. Sie blieben von Hochwasserfolgen verschont.

Warten auf die Klinik

Ali geht es zwischenzeitlich besser, er hat aber noch immer Probleme beim Stehen und eine auffällige Körperhaltung. Alfons Heindl ist jedoch zuversichtlich. Er hofft, dass der noch ausstehende Untersuchungsbefund der Uniklinik München gute Neuigkeiten bereithält.

Anwalt ermittelt

Die Ursache für die wiederholten Überschwemmungen der Weide vermutet Heindl im veränderten Wasserdurchlass, den die Bundesbahn im Zuge der Arbeiten an den Bahngleisen im Winter 2019/20 vorgenommen hat. Seine Überzeugung, dass dieser Durchlass zu hoch angesetzt sei, werde mittlerweile von mehreren Stellen geteilt. Sein Rechtsanwalt hat Nachforschungen aufgenommen, das Fernsehteam von RTL, das zwei Tage lang in Eberhardsbühl recherchierte, hatte einen eigenen Gutachter dabei. „Der Bürgermeister war da“, sagt Heindl, „und auch das Landratsamt und das Wasserwirtschaftsamt haben die Fernsehleute kontaktiert“. Er glaubt sich im Recht, ist aber dennoch skeptisch. „Es sind Fehler gemacht worden, und es wird nachgeforscht, wer dafür verantwortlich ist“ sagt er, „bis aber Abhilfe geschaffen wird, da werden wohl Jahre vergehen“.

Lesen Sie hier den Bericht vom Kamel-Hof unter Wasser

Eberhardsbühl bei Edelsfeld

 

 

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