05.07.2021 - 10:34 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Kommentar: Digitaler Dorfladen – warum eigentlich nicht?

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Ein digitaler Dorfladen, ganz ohne Personal: Klingt im ersten Moment befremdlich. Aber wenn man drüber nachdenkt, ist die Idee vielleicht gar nicht so schlecht. Denn die Alternative wäre wohl: Weiter gar kein Laden im Dorf.

Eine Besucherin steht im Regionalmuseum für Volkskunde in Kevelaer in einem Tante Emma-Laden (Symbobild).
von Heike Unger Kontakt Profil

Ein digitaler Dorfladen, ganz ohne Personal. Erste, ganz spontane Reaktion: Das ist doch kein Dorfladen! Ohne das Ratscherl verlöre der Einkauf auf Tante Emmas Spuren seine Seele. Zweite Reaktion, nach kurzem Nachdenken: Vielleicht doch gar nicht so schlecht, wenn das eine, vielleicht ja die einzige Möglichkeit ist, endlich wieder einen Grundversorger ins Dorf zu bekommen. Ganz abgesehen davon wäre es ein Traum für Schichtarbeiter, die die klassischen Ladenöffnungszeiten oft genug ausbremsen. Und für ältere Menschen, die nicht mehr mobil genug sind, um zum Einkauf ins benachbarte Kümmersbruck zu fahren, eine Möglichkeit, sich auch ohne Auto im eigenen Dorf mit dem Nötigen selbst zu versorgen.

Auch wenn es nicht Tante Emmas Charme hat: Für eine kleine Gemeinde wie Ebermannsdorf wäre das Konzept des digitalen Dorfladens sicher vernünftiger, als mitten im künftigen Ortszentrum ein Hallen-Gebäude für den x-ten Netto-Markt im Umkreis weniger Kilometer zu bauen. Das dann plötzlich leer steht, wenn der Discounter wieder auszieht, weil er sich nicht trägt. Die einst so großformatigen Pläne dafür wie für die gesamte Neue Mitte Ebermannsdorfs sind inzwischen ja auch schon deutlich eingedampft worden. Da würde so ein digitaler Dorfladen vielleicht ganz gut dazu passen.

Ebermannsdorf will einen digitalen Dorfladen

Ebermannsdorf

 

 

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