15.10.2020 - 14:19 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Zwischen Ebermannsdorf und Fensterbach: Plötzlich Asphaltstrecke mitten im Wald

Wer auf der B 85 nach Schwandorf unterwegs ist, in Richtung Fensterbach abbiegt und sofort wieder nach links fährt, entdeckt im Wald plötzlich eine neue Straße. Sie ist wie aus dem Nichts entstanden. Das Rätsel ist aber schnell gelöst.

Vor sechs Wochen befand sich hier noch ein normaler Forstweg. Mittlerweile hat das Unternehmen Zapf eine 200 Meter lange Strecke befestigt und asphaltiert, um ab Frühjahr 2021 mit dem Abbau von Kalksandstein starten zu können.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Seit über 30 Jahren hat der Forstweg im Wald zwischen Ebermannsdorf, Freihöls und Pittersberg sein Erscheinungsbild nicht verändert. Nun aber zieht sich ein etwa 200 Meter langer Asphaltteppich durch die Natur. Erwin Graf zum zuständigen Forstbetrieb Burglengenfeld kennt die Gründe: "Am Ende des Weges entsteht eine Sandgrube." In der Tat hat die in Schwaig bei Nürnberg ansässige und 1899 gegründete Zapf KG ein knapp zehn Hektar großes Grundstück von den Bayerischen Staatsforsten gepachtet. Hannes Zapf, geschäftsführender Gesellschafter von Bayerns größtem Kalksandsteinhersteller, bestätigt das auf Anfrage der Amberger Zeitung und von Oberpfalz-Medien: "Wir haben das Gebiet übernommen. Wir sind gerade aber erst am Anfang." Im Frühjahr 2021 soll in der 8,9 Hektar großen Grube die Arbeit aufgenommen werden: "Wir beginnen dann an dieser Stelle mit dem erstmaligen Abbau."

Der wäre theoretisch schon viel früher möglich gewesen, wie Hannes Zapf wissen lässt. Das mittlerweile von der Bildfläche verschwundene Unternehmen Flierl, das in der Region vor seiner Insolvenz mehrere Sandgruben betrieb, hatte sich laut Zapf bereits in den 90er-Jahren das sogenannte Bergrecht gesichert, das einen Abbau erlaubt. "Das Areal war als mögliche Erweiterungsfläche gedacht. Das Bergrecht wurde aber nie in Anspruch genommen", weiß Zapf, der diese Erlaubnis, die nicht erloschen ist, übernommen und die Fläche von den Staatsforsten gepachtet hat. In den nächsten 25 bis 30 Jahren soll gezielt Kalksandstein abgebaut werden. Doch das geht nicht, ohne gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Dazu gehört es laut Hannes Zapf, das besagte 200 Meter lange Teilstück nicht nur zu befestigen, sondern auch zu asphaltieren: "Täglich werden dort 10 bis 15 Lkw unterwegs sein." Diese Zuwegung, wie sie in der Fachsprache heißt, diene als Abrollfläche, "damit die Steine aus den Reifen rausgehen und nicht auf die Bundesstraße gelangen". Dieses Vorgehen ist laut Erwin Graf so vorgegeben: von der Straßenbaubehörde und der Unteren Naturschutzbehörde. Das Unternehmen Zapf habe in dem Waldstück nichts gemacht, was es nicht hätte tun dürfen, sagt der Revierleiter: "Es hat sich an alle rechtlichen Vorgaben gehalten." So seien auch entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen worden.

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