16.03.2021 - 14:14 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Knappe Mehrheit schaltet Freiflächen-Photovoltaik in Edelsfeld aus

Freiflächen-Photovoltaikanlagen wird es nach einer Grundsatzentscheidung des Gemeinderats in Edelsfeld nicht geben.
von Redaktion ONETZProfil

Bei der Bürgerbefragung über Sonnenstrom aus Freiflächen-Anlagen hielten sich Ja und Nein exakt die Waage. Der Gemeinderat Edelsfeld findet zu einer Entscheidung, bei der es eng zugeht.

Oft und lang diskutiert hat der Gemeinderat Edelsfeld das Thema Freiflächen-Photovoltaik im Gemeindegebiet. Das Ergebnis einer Bürgerbefragung erörterte er im Februar und diskutierte dabei im nichtöffentlichen Teil auch über Grundstücke, die infrage kämen. Der Grundsatzbeschluss fiel jetzt in der März-Sitzung mit sechs zu sieben Stimmen gegen die Zulassung solcher Anlagen aus.

Noch einmal tauschte das Gremium die Argumente aus. Gegner der Freiland-Photovoltaik mahnten, weitere Bodenversiegelung zu vermeiden, den Blick auf Dächer zu richten und der Landwirtschaft nicht noch mehr Flächen wegnehmen, was bei einer bestimmt auf 25 Jahre angelegten Nutzung auch die nächste Generation betreffe. Als Gegenbeispiel dienten Fürsprechern der Sonnenenergie Mais-Biogasanlagen, die den Boden mehr als 25 Jahre lang mit Nitrat belasteten, während er sich unter einer Photovoltaikanlage erholen könne. Somit ziehe hier das Argument Umweltbelastung nicht.

Der Grundsatzbeschluss fiel mit einem denkbar knappen Ergebnis gegen Freiflächen-PV-Anlagen in Edelsfeld aus. Letztlich waren es sechs Befürworter und sieben Gegner - ein Bild, das der konträren Meinung der Bürgerbefragung ähnelte.

Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Freiflächen-Photovoltaik

Edelsfeld

Unterscheidung von Gehweg und Gehstreifen

Eine Änderung des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes berücksichtigt die neu gefasste Verordnung über die Reinhaltung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter, die der Gemeinderat einstimmig billigte. Wie bisher bleibt in der Gemeinde Edelsfeld der Anwohner für die Gehwege verantwortlich. Und wo es keine gibt, müsse ein ausreichender Streifen der öffentlichen Straße geräumt respektive gestreut werden, mahnte Bürgermeister Strehl. Gegen ein Einfamilienwohnhaus mit Garage am Habichtweg, das den Festsetzungen des Bebauungsplans West entspricht, hatte im Gemeinderat niemand etwas einzuwenden.

Ja zu Versuchsaufbau in der Kläranlage

Auf der Suche nach einer Referenzanlage ist die Firma ZWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH aus Bayreuth auf die Kläranlage Edelsfeld gestoßen und bietet für sie eine Energieoptimierung an. Dazu will sie bei der Umwälzphase anzusetzen: Um sie zu reduzieren, sollen Kanäle vor den Rückströmklappen eingebaut werden, damit weniger Klarwasser und im Gegenzug mehr Schlamm ins Belebungsbecken zurückgeführt werde, beschreibt es der Entwurf einer Vereinbarung. Die Kanäle und eine Prallwand baut die Firma auf eigene Kosten ein.

Bei kleineren Versionen funktioniere dieses System bereits, und mit hoher Wahrscheinlichkeit werde dies auch bei der Edelsfelder Anlage so sein. ZWT rechnet mit einer Einsparung von 5.000 bis 8.000 Kilowattstunden pro Jahr. Während des auf fünf Jahre angelegten Testbetriebes darf die Firma die Betriebsdaten abrufen, und das örtliche Betriebspersonal bekommt ein paar zusätzliche Aufgaben. Dieses Pensum könne bewältigt werden, das habe die Gemeindeverwaltung bereits vorab geklärt. Sollte das Ganze nicht die erwünschten Verbesserungen zeigen, wird ZWT die Einbauten wieder demontieren. „Wir gehen hier ein begrenztes Risiko ein“, resümierte Strehl, zudem werde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Alle Räte folgten seiner Empfehlung und stimmten dem Abschluss der Vereinbarung zu.

Corona wirkt als Kostentreiber

Im Herbst 2020 hat der Gemeinderat nach einigem Für und Wider beschlossen, vorerst auf zwei Jahre befristet dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz beizutreten. Gerade ist dieser Probebetrieb mit Geschwindigkeitsmessungen an einschlägig bekannten Stellen angelaufen. „Es wird aber noch nicht geblitzt“, berichtete Bürgermeister Strehl; das sollte aber demnächst passieren. Zurzeit seien allerdings wesentlich weniger Verkehrssünder unterwegs, was durchaus erfreulich sei, aber den Zweckverband und seine Mitglieder ein Stück weit zu Corona-Opfern mache. Er werde nämlich die Preise seines Leistungskataloges, die er erst 2019 gesenkt hatte, zumindest vorübergehend erhöhen. Die nächste Zweckverbandssitzung ist nach Strehls Informationen für den April anberaumt.

Spannende Erkenntnisse über das Schloss in Weißenberg

Weißenberg bei Edelsfeld

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.