22.02.2021 - 18:03 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Freiflächen-Photovoltaik: Keine klaren Mehrheiten in Edelsfeld

Der Gemeinderat Edelsfeld spiegelt das Meinungsbild in der Bevölkerung recht präzise wider: So interpretiert Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl die Ergebnisse einer Umfrage zur Freiflächen-Photovoltaik.

Das Thema Freiflächen-Photovoltaik liefert Diskussionsstoff. Im Bild eine Anlage bei Ammersricht an der B 299.
von Redaktion ONETZProfil

Ihre Bürgerwindanlagen, eine 750 kWp-Freiflächen-Photovoltaikanlage und Sonnenstrom von vielen Dachflächen machen die Gemeinde Edelsfeld zumindest bilanziell energieautark, heißt es in der Präambel zum Entwurf des Kriterienkataloges für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen. Um den Klimaschutz voranzubringen, stünde aber einem weiteren Zubau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien grundsätzlich nichts entgegen. Einerseits hat der Gemeinderat 2018 begonnen, Kriterien dafür zu formulieren und andererseits eine Bürgerbefragung durchgeführt. Zu den Ergebnissen lag jetzt eine genaue Auswertung vor.

Gegner der Freiflächen-Photovoltaik führten unter anderem ins Feld, dass Dachflächen zu bevorzugen oder aber die Windenergie zu erweitern wären. Flächenversiegelung und Zerstörung des Landschaftsbildes sollten vermieden und landwirtschaftliche Flächen erhalten werden. Befürworter sahen vor allem die angedachte finanzielle Beteiligungsmöglichkeit für Bürger positiv und wünschten sich den Ausbau erneuerbarer Energien wegen des Klimawandels. Landwirtschaftlich uninteressante Flächen könnten dazu, mit ausreichendem Abstand und Eingrünung, genutzt werden.

Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl fand die Teilnahmequote mit 23,9 Prozent akzeptabel und stellte fest, das die Meinungen in der Bevölkerung ebenso auseinandergehen wie im Gemeinderat. Fortgesetzt wurde die Diskussion im nichtöffentlichen Teil, um auch über die in Frage kommenden Flächen reden zu können.

Hintergrund:

Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Freiflächen-Photovoltaik

Von 1 701 befragten Bürgern ab 16 Jahren haben sich 407 beteiligt und wie folgt votiert:

  • Sind Sie grundsätzlich für oder gegen Freiflächen PV-Anlagen?
    Für: 194; Gegen: 194; Egal: 13; Ohne Angabe: 6.
  • Würden Sie es positiv sehen, wenn in der Gemeinde Edelsfeld Freiflächen PV-Anlage(n) auf maximal zehn Hektar Fläche errichtet werden?
    Ja: 172; Nein: 205; Egal: 14; Ohne Angabe:16
  • Welche maximale Zubaugröße könnten Sie sich vorstellen?
    Bis 5 Hektar 23; Bis 10 Hektar 41; Bis 20 Hektar 10; Mehr als 20 Hektar 25; Ohne Angabe 137; Keinen Zubau 171.

Kontroverse Diskussionen über Photovoltaik-Projekt in Amberg

Amberg

Baurecht für neues Feuerwehrhaus schaffen

Baurecht für ein neues Gerätehaus, das der Stützpunkt für die Aktiven der fusionierten Gemeindefeuerwehren werden soll, will die Gemeinde bis 2024 mit den Plänen für das Mischgebiet Am Kastanienweg schaffen. Anke Martin vom Büro Neidl + Neidl Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Sulzbach-Rosenberg, berichtete von 29 Rückmeldungen der insgesamt 41 Fachstellen.

Das Areal tangiert die Kreisstraße AS 20, zu der 15 Meter Abstand einzuhalten wären. Damit könnte man den Anforderungen des Immissionsschutzes nicht mehr gerecht werden, soll sich doch der Lärm vom L-förmigen Gebäudekomplex aus in Richtung Kreisstraße entwickeln. Schließlich kam die Einigung mit der Behörde zustande, für die zwei vorderen Endpunkte des Feuerwehr-Komplexes den Abstand auf zehn Meter zu reduzieren. Damit muss das geplante Baufenster nur geringfügig versetzt werden.

Den Vorgaben zum Lärmschutz solle Gremium Folge geleistet werden, betonte Bürgermeister Strehl. Der Schutz der Anwohner sei vorderstes. Ob allerdings beim Edelsfelder Feuerwehrauto das akustische Warnsignal beim Rückfahren abgeschaltet werden könne, was nachts vorgeschrieben wäre, wurde bezweifelt. Vor allem aus sicherheitstechnischen Gründen wird diese Auflage außen vor gelassen.

Für die Fassadengestaltung hat sich die Gemeinde noch ein bisschen mehr Spielraum geschaffen und schließt Werbeflächen nicht mehr gänzlich aus. In gewohnter Einigkeit billigte der Rat die Entwürfe und entschied die öffentliche Auslegung.

Einwände von den Gemeindebürgern seien im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung nicht eingegangen. Dies war auch für das neue Gewerbegebiet an der B 85 der Fall, und daher wurde mit einstimmig gefassten Beschlüssen die letzte Runde dieses Verfahrens eingeläutet.

Hausmülldeponie liegt tiefer als gedacht

Der Kreuzungsumbau an der B 85 soll dieses Jahr beginnen, merkte Bürgermeister Strehl an. Laufe alles planmäßig, könne die Gemeinde dabei alle nötigen Rohre und Leitungen für das Gewerbegebiet mit verlegen lassen. Entwarnung deutete Strehl für die im geplanten Gewerbegebiet vorhandene ehemalige Hausmülldeponie an. Mit knapp zehn Metern liege sie tiefer als ursprünglich vermutet. Für das Grundwasser bestehe - zum Beispiel bei Grabungsarbeiten - deutlich weniger Gefahr. Ein endgültiges Gutachten stehe dazu aber noch aus.

Einzelheiten zum neuen Gewerbegebiet

Edelsfeld

Ausnahmegenehmigung für Pflaster

Ein Bauherr im Gebiet Am östlichen Ortsrand möchte seinen Garagenvorplatz mit einem normalen Pflaster befestigen. Gegen den im Bebauungsplan vorgeschriebenen versickerungsfähigen Untergrund wandte er sich mit einem geotechnischen Gutachten. Gegen eine Stimme erteilte ihm der Gemeinderat diese Ausnahmegenehmigung.

Kommandanten verlängern Amtszeit

Weil der Zeitpunkt nicht absehbar ist, wann wieder eine ordnungsgemäße Wahl ablaufen kann, haben sich die amtierenden Feuerwehrkommandanten bereit erklärt, ihr Amt über den 28. Februar hinaus weiter auszuüben. Der Gemeinderat stimmte zu, und damit bleiben für Edelsfeld Alois Schuster und Markus Luber sowie für Steinling Michael Leipold und Wolfgang Schober an der Spitze der Aktiven.

Eine E-Ladesäule geht vom Netz

Die E-Ladesäule an der Schule wird für die öffentliche Nutzung abgeschaltet. Nur das Elektro-Auto der Gemeinde darf sich dort noch an die Steckdose hängen. Für die Allgemeinheit steht die neue, von der Regio-Grün-Strom GmbH & Co, betriebene Strom-Tankstelle beim evangelischen Gemeindehaus zur Verfügung.

Schule für Distanzunterricht gut aufgestellt

Schule und Kindertageseinrichtung seien aktuell mit CO2-Messgeräten ausgestattet, und die Räume könnten ordentlich gelüftet werden, beantwortete Bürgermeister Strehl eine Nachfrage. Die Schule sei für einen Distanzunterricht gut gerüstet, hob Bürgermeister Strehl hervor. Sie verfüge über 30 Tablet-Computer; weitere Geräte sollten noch besorgt werden. Mit WLAN und Glasfaseranschluss sei die Schule ebenfalls gut ausgestattet. Ein Post über Facebook und Instagram soll nochmals auf die angebotenen Leihgeräte aufmerksam machen.

Dauerparker zeigen keine Einsicht

Für Unmut sorgen derzeit einige Dauerparker auf den Parkplätzen vor dem Rathaus und beim Friedhof. Gespräche mit den Betroffenen hätten nicht nachhaltig gefruchtet, und will die Gemeinde mit Schildern, die das Parken auf maximal zwei Stunden beschränken, gegensteuern. Kontrollieren soll das später der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit, der demnächst mit einer mobilen Geschwindigkeitskontrolle in den Probebetrieb gehen wird.

Kommunale Verkehrsüberwachung kommt nach Edelsfeld

Edelsfeld

Engpässe im Winterdienst

Das Schneechaos der vergangenen Wochen arbeitete der Gemeinderat in einer längeren Diskussion über die Organisation des Winterdienstes auf. Demnach wird in der Schul- und die Raiffeisenstraße wie bisher weiterhin nur eine Seite geräumt; am besten im jährlichen Wechsel. Für die Anwohner soll es eine frühzeitigere Information geben. Gewisse Engpässe wären bei so außergewöhnlichen Mengen an Schnee ganz normal und sollten hingenommen werden, appellierte der Bürgermeister. Prioritätenlisten wie andernorts, bei denen Stichstraßen außen vor blieben, habe Edelsfeld auch aufgrund des hervorragenden Einsatzes der Winterdienst-Kräfte bisher vermeiden können, fügte Strehl hinzu.

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