22.10.2019 - 12:06 Uhr
Ehenfeld bei HirschauOberpfalz

Mit Schimmelpilz belasteter Kindergarten in Ehenfeld: Verdi fordert Lösung von Stadt und Kirche

Ein Runder Tisch an diesem Mittwoch im Josefshaus in Hirschau soll endlich Klarheit schaffen: Wie geht es weiter mit dem Kindergarten St. Michael in Ehenfeld? Einigen Erzieherinnen wurde gekündigt – die Gewerkschaft Verdi fordert Antworten.

Das Gebäude des St.-Michael-Kindergartens in Ehenfeld dürfen die Kinder und Mitarbeiterinnen seit Juli nicht mehr betreten. Seit September sind sie übergangsweise in der Mittelschule in Hirschau untergebracht.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Wer kümmert sich darum, dass der Kindergarten St. Michael in Ehenfeld ab 1. April eine Perspektive hat? Und was geschieht mit den acht Mitarbeiterinnen der Einrichtung? Das sind die beiden wichtigen Fragen, die am Mittwochabend um 18 Uhr im Hirschauer Josefshaus im Raum stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Runden Tisch eingeladen. Viele Eltern und die Erzieherinnen haben ihr Kommen zugesagt, die Kirche ist vertreten durch Pfarrer Johann Hofmann, Bistumssprecher Clemens Neck und Michael Schörnig, zuständig für die Abwicklung der Trägerschaft.

Wohin mit dem Kind ab Februar?

Vor allem hofft Gewerkschaftssekretärin Karin Wagner, dass auch Stadträte und Bürgermeister Hermann Falk (CSU) vorbeischauen. "Ich wünsche mir, dass wir uns gemeinsam darüber den Kopf zerbrechen, wie die nächsten Schritte für den Kindergarten aussehen", sagt sie. "Die Eltern müssen wissen, wohin sie ihr Kind im Februar bringen, die Erzieherinnen müssen sich schlechtesten Falls einen neuen Job suchen und für die Ortschaft ist der Verlust der Einrichtung ganz sicher ein Verlust."

Ehenfeld bei Hirschau

Im Sommer wurden bei einem Raumluftgutachten hochtoxisische Sporen eines Pilzes entdeckt, weshalb die Einrichtung noch vor Ablauf des Kindergartenjahres geschlossen wurde. Einige Tage waren die Kinder im Gemeinschaftshaus von Ehenfeld untergebracht. Zum Start des neuen Jahres am 1. September haben die Ehenfelder Kinder Räume der Mittelschule in Hirschau bezogen. Sie sind nicht kindgerecht ausgestattet und nur als Zwischenlösung bis 31. März 2020 gedacht. Die Pläne der Stadt sehen vor, dann mit der notwendigen Sanierung des Schulgebäudes zu beginnen.

Ehenfeld bei Hirschau

Die Kirchenverwaltung Ehenfeld - als Träger der Einrichtung - hat angekündigt, zu diesem Zeitpunkt die Verantwortung abzugeben. Vor wenigen Wochen wurde einigen der acht Erzieherinnen - teilweise langjährige Mitarbeiterinnen - von Seiten der Kirche zum 31. März 2020 gekündigt.

"Es erweckt den Eindruck, dass sich weder die Kirche noch die Stadt um die Zukunft des Kindergartens kümmern möchte", kritisiert Wagner. Sie erhofft sich, dass am Mittwoch klar werde, "wer jetzt den Hut auf hat" und dabei Ängste auch offen angesprochen werden könnten. Am schönsten sei es natürlich, wenn für die Einrichtung ein neuer Träger gefunden würde und "ein geordneter Betriebsübergang möglich wäre".

Kommune selbst als Träger

Eventuell könnte das auch die Kommune selbst sein: "Eine schöne Lösung, wenn die Stadt einspringt", kommentiert Wagner. "Dann lässt sich am Mittwoch darüber diskutieren, wo die Einrichtung Platz findet, in welchem Zeitraum und woher Geld fließen könnte." Schlechtesten Falls würden Erzieherinnen und Kinder voneinander getrennt - aufgeteilt in die anderen städtischen Kindergärten, die aber eigentlich keine Kapazitäten haben. "Das ist eine heftige Situation für alle Beteiligten, weil keiner weiß, wie es weiter geht", sagt Wagner.

Hirschau

Die Gewerkschafterin fordert eine politische Lösung: "Es muss die Perspektive geben, dass sowohl Arbeitsplätze wie auch die Einrichtung erhalten werden können." Schließlich sei gerade ein Kindergarten in einem kleinen Ort wichtig, um jungen Familien ein Angebot zum Bleiben zu ermöglichen. "Das ist der Nachwuchs einer wachsenden Kommune", erklärt sie.

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