09.04.2019 - 15:10 Uhr
Oberpfalz

Entspannung für alle - trotz Ferien

„Ferien“ klingt nach Erholung, im Sommer zum Beispiel sechs Wochen am Stück. In der Praxis ist das nicht immer leicht: Wohin mit den Kindern, wenn keine Urlaubstage mehr verfügbar sind?

Manchmal liegt das Glück so nah: Spielen in der Natur macht den meisten Kindern Spaß.
von mvsProfil

In den Ferien zur Schule: An der privaten Döpfer-Grundschule in Schwandorf gibt es auch während der Ferien die Möglichkeit, die Kinder zur Schule zu schicken: Statt Schreiben, Lesen, Rechnen stehen Spiele, Sport und Ausflüge auf dem Programm.

Städtische Angebote: Das farbenfroh gestaltete und gedruckt verteilte Ferienprogramm der Stadt Schwandorf umfasst 36 Seiten: Vom Schnitzkurs bis zum Erstellen einer Website, vom Ferienkino bis zum Besuch bei der Feuerwehr sind konkrete, erschwingliche Angebote für Kinder und Jugendliche aufgelistet. Seit März liegt es aus und ist online auf www.schwandorf.de abrufbar. So ist nicht nur für ein paar Stunden Abwechslung gesorgt. Das „Schnupperangebot“ eröffnet den Kindern auch die vielen Möglichkeiten ihrer Stadt: Vielleicht wird aus dem eintägigen Tenniskurs in den Pfingstferien eine echte Begeisterung, die in ein dauerhaftes Hobby mündet?

Die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt/WN benennen in ihrer Faltbroschüre „Ferienbetreuung – Ferienaktionen“ Ansprechpartner und Initiativen wie die Volkshochschule. Alle Kontaktadressen gibt es auch online auf https://www.weiden.de/wen/junge_familien/schulkind/ferienbetreuung.pdf . Im Juni stellt der Stadtjugendring Weiden traditionell sein Programm für die Sommerferien vor.

Die Stadt Amberg ist online bestens aufgestellt, inklusive der Möglichkeit sich anzumelden auf www.ferienprogramm.amberg.de. In Tirschenreuth füllen Vereine in etlichen ehrenamtlichen Stunden Einsatz die Sommerferien mit gut 50 Veranstaltungen – ab Juni abrufbar auf www.tirschenreuth.feripro.de.

Weiter im Süden, im Städtedreieck Burglengenfeld, Maxhütte und Teublitz, kümmert sich ein Verein mit Unterstützung der Kommunen darum, Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter bis zwölf Jahre in den Ferien unterzubringen, ganztags. „Wir nehmen immer alle Kinder, die sich anmelden, und wenn mehr Bedarf ist, organisiere ich eben mehr Betreuer“, erzählt die diplomierte Sozialpädagogin und Koordinatorin Edith Schatz. Sie organisiert Ausflüge ins Kristall- und Stadtmuseum, zum Erlebnisbauernhof Eichenseer in Neuhaid/Lupburg. Wer im Städtedreieck arbeitet oder wessen Kinder dort Kindergarten und Schule besuchen, kann sich unter Telefon 09471/6040510 und online auf www.kinderkrippe-burglengenfeld.de anmelden. Zusätzlich bieten die Städte ein eigenes Ferienprogramm.

Großeltern: Ferien erkennt man auch daran, dass viel mehr Großeltern in Begleitung ihrer Enkelinnen und Enkel unterwegs sind. Die ältere Generation leistet oft einen großen Beitrag zur Entlastung der berufstätigen Eltern. Schatz ist selbst Großmutter von einem zwei- und dreijährigen Kind: „Wir machen nicht großmächtig was miteinander, allein Zeit zusammen zu verbringen und zum Spielplatz zu gehen reicht schon aus.“ Auch älteren Kindern tut es gut, wenn sich jemand für sie Zeit nimmt und mit ihnen Alltägliches in Ruhe macht: „Vorlesen und gemeinsam Kochen reicht schon, es muss nicht das große Programm sein.“

Zur Not mit in die Arbeit: Es funktioniert nicht für alle Berufstätige, aber bei manchen ganz gut: Die Kindergärtnerin nimmt ihr Schulkind mit zur Arbeit, auf dem Beifahrersitz des Postboten liegt eine Sitzerhöhung für den kleinen Beifahrer, Beschäftigte bringen ihre Kinder mit ins Büro. „Von Eltern-Kind-Büros größerer Firmen liest man immer wieder in der Zeitung, das finde ich sehr positiv“, so Edith Schatz. „Es nimmt den Eltern schon ein wenig den Druck, dass es zur Not immer noch diese Option gibt. In vielen Betrieben und Behörden ist der ,Kindermitbringtag‘ am Buß- und Bettag schon üblich.“

Ein Kind braucht ein Dorf: Es ist ein Phänomen: Drei Kinder machen weniger Arbeit als eines, weil sie sich unter- und miteinander viel besser beschäftigen können. Versteckenspielen ist mit zehn Kindern lustiger als ... allein, zum Beispiel.

Deshalb vernetzen sich Eltern und entlasten einander. Wer nimmt wen zum Sport mit? Wer sorgt an einem Tag für Programm, wer am nächsten? Am Ende des Tages sind alle erholt: Die Kinder, weil sie Unterhaltung hatten, die Eltern, weil sie mit der Arbeit fertig wurden – oder zumindest weiter gekommen sind, als es mit einer Rasselbande am Bein möglich gewesen wäre. (mvs)

„Die Kinder haben Bewegung und lernen etwas Neues, Eltern werden entlastet“, beschreibt Edith Schatz den Sinn von Ferienprogrammen, hier ein Ausflug mit Förster Reinhold Weigert von den bayerischen Staatsforsten.
Edith Schatz koordiniert ganztägige Ferienbetreuung für Schul- und Vorschulkinder im Städtedreieck Maxhütte, Teublitz, Burglengenfeld.
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