10.07.2020 - 09:22 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vom Einzeller bis zum Menschen: Auf der Geschichte des Lebens radeln

Radeln durch den Westen des Landkreises Neustadt/WN und nebenbei die Entwicklung des Lebens erkunden: Der "Weg des Lebens" auf dem europaweit einmaligen Themenradweg macht es möglich.

von Robert DotzauerProfil

„Ist Ihnen nicht klar, dass wir über die Erde, auf der wir leben, weniger wissen als über die Himmelskörper im Weltenraum? Die größten Geheimnisse liegen doch hier unter unseren Füßen!“ Diese Worte spricht in der Verfilmung des weltberühmten Romans „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne der Held der Geschichte, der Geologe Professor Lidenbrock. Danach bricht er zu seiner abenteuerlichen Expedition ins Innere der Erde auf. Aufbrechen, um ein kleines Stückchen die Geheimnisse des Planeten Erde zu entdecken, heißt es auch für Pedalritter bei einer Zeitreise zu den geologischen Anfängen Europas in das Vierstädtedreieck.

Zurück in die Zeit, in der die Dinosaurier die Erde beherrschten und die Vulkane die Landschaft prägten. Einzigartige Geotope, Lehr- und Erlebniswege, Info-Stellen und Museen machen es möglich, den Radlern den Anbeginn der Menschheitsgeschichte näher zu bringen. Ein Hauch der Reise zum Mittelpunkt der Erde bietet der „Radl-Zeitstrahl“ durch den Westen des Landkreises Neustadt/WN. Der Weg des Lebens führt durch die Georegion Vierstädtedreieck. Eine Rundtour lädt dazu ein, den Kooperationsraum von zehn Gemeinden um die Städte Eschenbach, Grafenwöhr und Pressath und den Markt Kirchenthumbach zu erkunden.

OnTour Radserie: Unterwegs auf den schönsten Radstrecken der Region

Der Geo-Radweg entstand in Zusammenarbeit mit diesen Kommunen. Nach Berichten über eine Teilstrecke durch die unverfälschte Natur im Bereich Holzmühle und des Naturschutzgebietes „Eschenbacher Weiherkette“ berichtet Oberpfalz Medien nun über die gesamte Wegstrecke mit einer Länge von etwa 65 Kilometern. Immer im Blick ist auf dieser Radtour die Silhouette des Rauhen Kulm (681 Meter), dem „Vesuv“ der nördlichen Oberpfalz. Der einstige Feuerspucker war vor 20 Millionen Jahren aktiv. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass das „schönste Naturwunder Deutschlands 2013“ nur schlummert. Da wird es Zeit, sich umgehend auf den Drahtesel zu schwingen, um nicht zu spät zu kommen, diese Geschichte des Lebens zu erradeln.

Mehr als 20 „Zeitstationen“ informieren unterwegs über die wichtigsten Entwicklungsschritte zwischen der Entstehung der Erde bis in die Gegenwart. Alle Schautafeln sind dreisprachig in Deutsch, Tschechisch und Englisch. Eindrucksvolle Bilder internationaler Grafikdesigner und wissenschaftliche Fotos führen in die Urzeit oder den Mikrokosmos. Eine spannende Tour auf gut markierten Wegen durch lauschige Wälder und grüne Fluren mit vielen weiten Ausblicken und gemütlichen Raststationen. Zeitmarken und Kilometerschilder erinnern an zurückgelegte Weg- und Zeitstrecken.

"Holzweg", Museum und Klosterhof

Zahlreiche Anlaufstationen bieten eine willkommene Abwechslung. So ist zum Beispiel das „Hexenhäusl“ am Rußweiher Treffpunkt von Radlern, Wanderern und Erholungssuchenden. Geopark und Naturpark bieten auf 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche Informationen über die Naturschutzgebiete und die nördliche Oberpfalz. Ein Geheimtipp sind die musealen Dauerausstellungen beim „Taubenschuster“. Besonders für Familien äußerst abwechslungsreich ist der Eschenbacher „Holzweg“. In Grafenwöhr lädt das Kultur- und Militärmuseum zu einer kulturellen Verschnaufpause ein und das Haus der Heimat in Pressath präsentiert eine lokalgeschichtliche Sammlung über Heimat, Kunst und Handwerk in der Oberpfalz seit dem Dreißigjährigen Krieg.

Ein Muss ist für die Pedal-Ritter ein Stopp in Speinshart. Abtei, Klosterkirche und Klosterhof bieten ein einmaliges kulturhistorisches Ensemble mit internationalem Ruf. Die Info-Stelle der Internationalen Begegnungsstätte klärt zudem über die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten und kulturellen Höhepunkte auf. Zum Studium des Informationspaketes bietet sich eine Radl-Halbe im Klostergasthof an. Ein weiterer Halt empfiehlt sich im Wurzelmuseum in Tremmersdorf. Zu bestaunen ist eine weltweit einmalige Sammlung mit 850 Exponaten. Für Naturliebhaber bietet sich die Strecke zu den Eschenbacher Naturschutzgebieten an.

Große und kleine Runde

Als Hauptweg empfiehlt sich der Einstieg in Pressath. Die 65 Kilometer lange Tour führt über Grafenwöhr, Eschenbach, Kirchenthumbach, Speinshart und Bärnwinkel zurück nach Pressath. 54 Kilometer lang ist der Hauptweg ab Grafenwöhr über Eschenbach, Kirchenthumbach und Speinshart. Für Radler, die es kürzer mögen, bieten sich die sogenannten kleinen Eschenbach- und Pressath-Runden mit zwischen 13 und 25 Kilometer an.

Unsere OnTour-Radserie: Unterwegs auf den schönsten Radstrecken der Region

Schwarzenfeld
Tirschenreuth
Oberviechtach
Weiden in der Oberpfalz

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