09.07.2020 - 17:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Radtour für Naturfreunde: Auf zu den Biotopen in Weiden

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Bei einer "Biotop-Radtour" zeigt Hans Babl vom Bund Naturschutz wie Naturfreunde die Region aus einem anderen Blickwinkel erleben können. Wer Lust hat die Tour nachzuradeln: Hier gibt es die Stationen.

Die etwas andere Radtour: Hans Babl (Zweiter von links) vom Bund Naturschutz lenkte den Blick der Teilnehmer bei der "Biotop-Radtour" nach unten - auf Gras und Boden.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Von Hans Babl und Kathrin Moch

Sonne im Gesicht und der Duft von frischem Gras in der Nase: So eine Radtour durch die Region ist ein Erlebnis für alle Sinne. Vor allem wenn man wie Hans Babl von der Kreisgruppe Neustadt-Weiden des Bund Naturschutzes zu einer besonderen Tour um Weiden aufbricht: einer Biotop-Radtour.

1. Startpunkt: Autobahn

Gemeinsam mit rund einem Dutzend Teilnehmern machte sich Hans Babl auf den Weg durch den westlichen Teil von Weiden rund um Neunkirchen. Auf zum ersten Besichtigungspunkt. Dieser liegt – recht unerwartet für eine Tour im Grünen – an der Autobahnauffahrt Weiden-Frauenricht. Dort befindet sich ein verschilftes Rückhaltebecken. Dieses diene dazu, Schadstoffe, die von der Autobahn abfließen, aufzuhalten. Rund 60 Prozent des Mikroplastik in der Umwelt seien Reifenabrieb, erklärte Hans Babl.

OnTour: Oberpfalz-Medien Radserie im Oberpfälzer Seenland

Schwarzenfeld

2. Station: Richtung Flugplatz

Die zweite Station der etwas anderen Radtour liegt zwischen Flugplatz und Autobahnauffahrt. Eine Feuchtwiese, in der die ursprüngliche Vegetation (zum Beispiel Mädesüß), teilweise durch Brennesseln und Disteln verdrängt wurde. Dies sei wohl auch dem Nährstoffeintrag aus den landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung geschuldet. Zwischen Bienen und Blumen bei Latsch und der A93 sprach Babl auch über das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Solange Glyphosphat und andere Ackergifte weiterhin erlaubt seien und Blütenpflanzen auf Feldern damit totgespritzt würden, ändere sich nichts, erklärte Babl. Von Verbänden und der Bevölkerung müsse deshalb mehr Druck kommen.

3. Station: Ab in den Wald

Weiter geht es auf dem Rad. Diesmal in Richtung Wald und Weiden-West, denn die nächsten Biotope der Tour sind dort zu finden. Auch sie müssten regelmäßig gepflegt und gemäht werden, erklärt Babl. Dies sollte nicht vor Mitte Juni geschehen, damit die Blüten aussamen können. So werde die Artenvielfalt erhalten, sagte der Kreisvorsitzende. "Diese Flächen dienen als wertvolle Rückzugsgebiete für viele Blühpflanzen und Tiere, die in den intensiv bewirtschafteten Agrarflächen keinen Lebensraum mehr finden."

Teil 2 der Radserie: Rund um den Monte Kaolino

Hirschau

Hans Babl nutzte die Gunst der Stunde, um Bodenproben zu entnehmen. Auf der Tour demonstrierte er so den Unterschied zwischen Maisfeld und Waldwiesen. Der Blick nach unten lohnt sich, denn der Unterschied wird schnell deutlich: Im Maisfeld ist der Boden hellbraun – ohne Bodenlebewesen und Wurzelwerk. In der Wiese hingegen ist der Untergrund dunkel und humusreich und voller Kohlenstoff. Das Wurzelwerk hält den Wiesenboden an Ort und stelle. Der tote Boden des Maisfeldes ist Wind und Regenfällen schutzlos ausgeliefert. Der wertvolle Kohlenstoff wird verweht. Schlammlawinen sind häufige Folgen.

4. Halt: Photovoltaikanlage

Nächster Halt der Biotoptour: eine Freilandphotovoltaikanlage. Deutlich erkennbar ist dort, dass es keine Flächenversiegelung gibt. Die Bodenstrukturen und Humusspeicher würden erhalten bleiben, so Babl. "Da die Flächen nicht gedüngt und gespritzt werden, sind sie ebenso ideale Rückzugsgebiete für Pflanzen, Insekten und bodenbrütende Vögel. Auch Beweidung wäre eine geeignete Nutzung."

5. Station: Ausgleichsfläche als Abschluss

Weiter in Richtung Wiesendorf liegt der Abschluss der Tour: eine Ausgleichsfläche, die bereits gemäht und in Form einer Waldwiese angelegt ist.

Tipp vom Experten:

Geoportal Bayern

  • Karten zu Biotopen und Ausgleichsflächen sind für alle zugänglich im Geoportal Bayern der Bayerischen Staatsregierung zu finden.
  • Unter der Rubrik "Freizeit, Erholung und Naturschutz" finden sich verschiedene Karten für alle Orte im Freistaat
  • Dort kann man sich auch klassische Rad- und Wanderwege, aber auch Burgen und Schlösser anzeigen lassen. Auch um eine ganz individuelle Radtour zu planen.

Hier gehts zum Geoportal Bayern

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.