16.09.2020 - 08:21 Uhr
EschenbachOberpfalz

Kapellenbauverein: "Hilfsbereit für alles Wahre, Gute und Schöne"

Mit dem Patrozinium zum Fest der Kreuzerhöhung feiern Apfelbacher und Pfarrgemeinde das 25-jährige Jubiläum des Kapellenbaues. Höhepunkte sind ein stimmungsvoller Gottesdienst mit dem Weihbischof und eine besondere Ehrung

Unter freiem Himmel besuchten zahlreiche Gläubige aus Apfelbach und Eschenbach unter Corona-Hygienebedingungen den Jubiläumsgottesdienst.
von Robert DotzauerProfil

Eine milde Abendsonne strahlte am Montag in Apfelbach auf den liturgischen Dienst und die vielen Gläubigen. Frühherbstlich bunt ist die Atmosphäre, in der Stadtpfarrer und Dekan Thomas Jeschner Weihbischof Rudolf Pappenberger und die Mitbrüder Monsignore Andreas Uschold, Pfarrvikar Gerald und Ruhestandspfarrer Helmut Süß und mit ihnen viele Apfelbacher und zahlreiche Besucher aus Eschenbach begrüßte. Mit dem „Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken“ aus der Schubertmesse wies die Stadtkapelle unter Leitung von Stefan Wittmann den Weg zum Fest der Kreuzerhöhung und zur Liebe Gottes, wie auch Weihbischof Reinhard Pappenberger in seiner Predigt feststellte: „Der Gekreuzigte ist das große Buch der Liebe“.

Die Apfelbacher feierten am Montag doppelt. Am 14. September ist das Patrozinium ihrer schmucken Kapelle. Gleichzeitig blickten sie auf das 25-jähige Jubiläum der Einweihung ihres Kirchleins zurück. Coronabedingt fand der Jubiläumsgottesdienst vor der Kapelle unter freiem Himmel statt. Bestens organisiert von einer Helferschar um Bruno Uhl, dem Vorsitzenden des Kapellenbauvereins, gelang ein anrührender Erinnerungs- und Festgottesdienst.

Tempel des Glaubens

In seiner Begrüßung wertete der Stadtpfarrer das Zustandekommen als Ermutigung in Zeiten einer Krise. Diese Krise sah Weihbischof Rudolf Pappenberger in seiner Predigt allerdings auch in einer insgesamt eigenartigen Zeit. „Unsere Zeit kann mit dem Kreuz nicht wirklich etwas anfangen“, bedauerte der Oberhirte. Vielleicht komme es davon, dass es der Gesellschaft zu gut gehe. Pappenberger nahm Bezug auf den Kreuzfund bei archäologischen Grabarbeiten auf dem Rauhen Kulm und betonte: „Schon im 8. Jahrhundert gab es in unserer Heimat Kreuzträger“. Die Spur des Kreuzes sei in all den Jahrhunderten auch in unserer Region sichtbar geblieben. Diese Demonstration zeige sich auch im Patrozinium der Apfelbacher Kapelle als Tempel des Glaubens und als Denkmal des Gemeinsinns. Leider wünsche sich der Mensch heutzutage eine Religion, die es ihm nicht schwer mache. Wenn dann noch das Kreuz auftauche, sei die Reaktion zwiespältig.

Im Gegensatz dazu seien die Apfelbacher diesem Kreuz nicht ausgewichen. Vielmehr entdeckte Pappenberger die Bereitschaft der Gläubigen, sich mit dem Kreuz darzustellen. In diesem Sinne würdigte der Stellvertreter von Bischof Rudolf das Glaubensbekenntnis des Ortes. Auch mit Blick auf die Symbole des bischöflichen Hirtenstabes nannte der Kirchenmann alle Kreuzträger Lehrer des Lebens, die bereit seien, Menschlichkeit zu gewährleisten.

Jubiläumsfeier zunächst verschoben

Eschenbach

Dank an alle Gönner

Diese Herzensbildung sah der Weihbischof auch im Bildungsartikel der Bayerischen Verfassung. Mit der Ehrfurcht vor Gott, der Achtung religiöser Überzeugung und der Würde des Menschen wünschte sich der Prediger Verantwortungsgefühl und Hilfsbereitschaft für alles Wahre, Gute und Schöne. Dafür sei die Kapelle in Apfelbach ein gutes Beispiel. Pappenberger wusste auch: „In dieser Kapelle ist Leben“. Jeder, der den Kirchenraum betrete komme der Liebe Gottes näher. In den Fürbitten erbat Lektor Bruno Uhl um Gottes Segen „allen Wohltätern und Gönnern, die sich mit Kraft und Geduld um diese Kapelle kümmern“.

Auch Stadtpfarrer Thomas Jeschner betonte: „Die Liebe Gottes wird in der Apfelbacher Kapelle gelebt“. Nach einem kurzen Rückblick auf den Bau des Kirchleins und auf 25 Jahre Kapelle Apfelbach würdigte der Ortspfarrer besonders Bruno Uhl als Motor des Kapellenbauvereins, als treuen Lektor und Mesner und als langjähriges Mitglieder der Katholischen Kirchenverwaltung. Die Überraschung war riesig, als der Weihbischof, assistiert von Stadtpfarrer Thomas Jeschner im Auftrag von Diözesanbischof Rudolf Voderholzer Bruno Uhl für das beispielhafte Engagement im Dienst der Kirche die Johann-Michael-Sailer-Medaille überreichte.

Große Gemeinschaftsleistung

Berührt von soviel Ehre dankte Bruno Uhl und wertete Bau, Jubiläum und Unterhalt der Kapelle als große Gemeinschaftsleistung. Mit Blick auf den Festgottesdienst dankte der Vorsitzende dem Weihbischof und den Mit-Zelebranten, dem gesamten liturgischen Dienst, der Stadtkapelle, Bürgermeister Marcus Gradl für die Spende der Stadt zur Renovierung der Kapelle und allen Kümmerern für den Dienst in und um die Kapelle sowie den Vereinsmitgliedern und Spendern. Die Hoffnung auf eine zünftige Nachfeier nach Corona bleibt. Bruno Uhl rechnet mit einem Jubiläumsfest im kommenden Jahr.

Den Jubiläumsgottesdienst nutzte Weihbischof Reinhard Pappenberger, um im Auftrag des Diözesanbischofs Bruno Uhl mit der Johann-Michael-Sailer-Medaille auszuzeichnen. Die Urkunde überreichte Stadtpfarrer und Dekan Thomas Jeschner
Mit Weihbischof Reinhard Pappenberger (Bildmitte) feierten in Konzelebration Ruhestandspfarrer Helmut Süß, Stadtpfarrer Thomas Jeschner (von links), Monsignore Andreas Uschold und Pfarrvikar Gerald (von rechts) den Festgottesdienst aus Anlass des 25-jährigen Kapellenbaujubiläums
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