10.09.2019 - 10:24 Uhr
EschenbachOberpfalz

Musikanten "zwitschern" bei Kleintierzüchtern

Dieses Mal sind es nicht die Kanarienvögel, die singen. Deren Aufgabe übernehmen am Wochenende zwanzig Musikanten und Sänger, die im Eschenbacher Kleintierzüchterheim über 200 Zuhörer zu Begeisterungsstürmen mitreißen.

20 Mitwirkende gestalten das erste Musikantentreffen im Eschenbacher Kleintierzüchterheim.
von Walther HermannProfil
Mit Tanzbodenmusik eröffnen Erwin Hornauer und Helmut Reichl das Musikantentreffen.

Josef und Rosa, die Wirtsleute des Kleintierzüchterheims, hatten Hobbymusikanten und Musikliebhaber zu einem Musikantentreffen eingeladen. Der Zuspruch, den sie erfuhren, übertraf alle Erwartungen. Auch an den in Reserve gehaltenen Tischgarnituren drängten sich bald erwartungsfrohe Musikbegeisterte.

Schnell wurde klar, dass das Musizieren für die Akteure der gut vierstündigen Veranstaltung eine Herzensangelegenheit ist. Sie verstehen die Musik als wahre, allgemeine Menschensprache. Mit ihren Auftritten erinnerten sie an ein Zitat von Friedrich Nietzsche: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Mit der Aufgabe des Conférenciers hatten sie Gerd Retzer, den Vorsitzenden des Kulturvereins Vorbach, beauftragt. Bevor es los ging, galt dem kürzlich verstorbenen Hans Kowatsch (Weiden), einem „langjährigen Freund mit begnadeter Stimme“, ein stilles Gedenken.

Zum Auftakt begeisterten die Tröstauer Erwin Hornauer (Steirische) und Helmut Reichl (Gitarre) mit Tanzbodenmusik und besangen ihre „Alte, die am Kanapee liegt“. Als „Lokalmatador“ angekündigt, träumte Sepp Kämpf vom alten Bauernhaus, in dem er geboren wurde. Saxophonist Willi Prechtl (Pressath), begleitet von Erwin und Helmut, erinnerte mit Stückln wie „Heute Abend ist Laternenfest“, „Sing mir eine alte Melodie“ und „Du hast so wunderschöne blaue Augen“ an einst durchtanzte Nächte. Mit „Fidel, bis dass der Teifl holt mei arme seel“ begeisterte Herbert Storik, Organisator der Kemnather Musikantentreffen.

„Mit ihm habe ich bereits unzählige Hochzeiten bespielt“, erinnerte sich Retzer, als er Luk Dötsch ankündigte. Begleitet von seiner Konzertina besang er die geliebte Alpenwelt mit Edelweiß und Alpenrosen. Mit flotten Weisen rissen Lucki Lindner (Kirchenthumbach) und die beiden Vorbacher Gerd Retzer und Werner Meier die Halle zu stehenden Ovationen hin und bekannten: „Wenn ich träum' in der Nacht, träum' ich nur von dir“. Etwas sanftere Töne schlug Christine Pleider (Steirische) aus Waldsassen an und bekannte: „Du bist mei oinzigs Lebn“ und „I hob a Deandl gern“. Nicht nur „Aus Böhmen kommt die Musik“ bekannten die Kirchenthumbacher Carmen Uhl (Steirische) und Lukas Gutte (Cajon).

Geradezu emotionell wurde die Eschenbacherin Elke Simon (Gitarre) mit Tochter Christina, die von der kleinen Jane und deren Bossanova, aber auch von der Sennerin auf Alm sangen, und dann stimmgewaltig die „Kuhbusenmasseuse“ zum Besten gaben. „West Virgina“ und „Ein-, zwei oder 3000 Jahre im Leben“ besangen Daniela Kristl, Schorsch Lauss und Werner Meier. Bariton-Sänger Johann Lang (Großbüchlberg) begeisterte nicht nur mit „In einem kühlen Grunde“. Zum großen gemischten Chor wurde der Saal beim gemeinsamen Auftritt von Johann Lang, Christine Pleider, Herbert und Maria Stonik, zu deren Repertoire auch „Reich mir deine beiden Hände“ gehörte. Vor der Pause beklagte Adolf Flor (Grafenwöhr), dass alle Leute auf der Welt nur nach Geld hasten und rühmte als Alternative, begleitet von Jodlern, Zeiten „Wenn die Berge rot erglühn“.

Musikanten und Sänger liefen später auch in unterschiedlicher Zusammensetzung zur Höchstform auf. Mit Rhythmusgeräten begleiteten wiederholt Dieter Paulus und Bruno Priman. Für leisere Töne sorgten Helmut Reichl mit einem Gitarrensolo, aber auch Gesangsbeiträge von Sepp Kämpf, Luk Dötsch und des Trios Simon, Sonja Freifrau von und zu Gressenstein (Wendelstein) und Johann Lang. Als nach vierstündigem „Einsingen“ auch einmal verkündet wurde „Wir sehn uns wieder im schönen Land Tirol“ dachten Akteure und Gäste eher an ein Wiedersehen im Kleintierzüchterheim. Wiederholungen sind bereits angesagt.

An durchtanzte Nächte erinnert Willi Prechtl.
Seine geliebte Alpenwelt besingt Luk Dötsch.
Gerd Retzer, Licki Lindner und Werner Meier bringen die Halle zum Beben.
"Du bist mei oinzig Lebn", bekennt Christine Pleider.
Schorsch Lauss, Daniela Kristl und Werner Meier besingen West Virginia.
Herbert Stonik, Johann Lang, Maria Stonik und Christine Pleider fordern dazu auf: "Reich mir deine beiden Hände."
Christina, Daniela und Elke Simon besingen unter anderem die Kuhbusenmasseuse.
In seinen Alltagsbetrachtungen nimmt Sepp Kämpf auch die "Waldlaufhautevolee" aufs Korn.
Die Teilnehmer am Musikantentreffen erleben rund vier stimmungsgeladene Stunden.
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