26.02.2020 - 17:01 Uhr
EschenbachOberpfalz

So planen die Bürgermeisterkandidaten in Eschenbach die Stadtentwicklung

Eschenbach soll sich weiterentwickeln, dazu muss in die Infrastruktur und die Schaffung von Wohnraum investiert werden. Die drei Bürgermeisterkandidaten geben gegenüber Oberpfalz-Medien Einblicke in ihre Pläne und Vorschläge.

Hier an der Speinsharter Straße soll eine Querungshilfe her.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Ein heißes Eisen bei der Kommunalwahl ist die Fortentwicklung der Stadt. Infrastruktur und Flächen sollen weiterentwickelt werden. Dazu haben die drei Bürgermeisterkandidaten Teile aus ihren Wahlprogrammen vorgestellt:

Marcus Gradl (CSU)verweist darauf, dass das alte Bahnhofsgelände längst zu Bebauung bereit stehe. Der Bebauungsplan sei fast 15 Jahre alt. "Der Erwerb weiterer Baulandflächen bedarf Einsatz und Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters. Beides kann man unter Fehlanzeige registrieren", erklärt er rückblickend. Als weitere sinnvolle Baulandfläche bezeichnet Gradl das Baugebiet Egerland- und Böhmerwaldstraße ab dem Hammermühlsteig in Richtung Speinshart. Erschlossen werden sollten seiner Ansicht nach der Rosenweg und die Sonnenstraße in Richtung Westen. Auch eine Teilerschließung nördlich von Apfelbach sei möglich.

"Wie bei der Infrastruktur ist es gerade beim Wohnungsbau auch wichtig, ein ganzheitliches Konzept zu verfolgen. In Eschenbach gibt es rund 100 private Bestandbauplätze. Hier möchte ich gezielt auf die Eigentümer zugehen und eine öffentliche Vermittlerrolle einnehmen", erklärt Gradl. Wohnraum lasse sich zudem auch zentrumsnah schaffen: "Der Bereich Volksschule II, Klarnervilla und BRK-Gebäude muss neu gestaltet werden. Auch eine Kita ist denkbar", gibt der CSU-Kandidat Einblick in seine Pläne.

Zur Sanierung und Erschließung von Straßen verweist er auf die Notwendigkeit einer Bestandsaufnahme durch Fachstellen, die als Basis für Sanierungsprioritäten dienen soll. "Meiner Meinung nach sind unsere meistbefahrenen Siedlungsstraßen in schlechtem Zustand", erläutert er. Als Beispiele nennt er die Straße an der Kreuzkirche, den Sommerleitenweg, die Zinkenbaumstraße und die Gerhard-Hauptmann-Straße.

Bei der Erneuerung von Fuß- und Radwegen müsse eine Belastung der Anlieger vermieden werden. "Als mittel- und langfristige Ziele sehe ich die Anbindung des Sommerleitenweges zum Rosenweg und Apfelbach zum Netzaberg", erläutert Gradl. Die Gehwege in der Stegenthumbacher Straße und am Sommerleitenweg wolle er vorantreiben. Anregen will er auch den Bau eines unselbstständigen Radweges ab Großkotzenreuth in Richtung Holzmühle. Dieser könnte dann über Münchsreuth an den Radweg Speinshart-Oberbibrach-Vorbach angebunden werden.

Thomas Ott (SPD)erklärt zum Wohnungsbau, dass mit der Esperngasse-Ost ein Baugebiet mit 33 Bauplätzen entstehe. "Weiterhin ist begrüßenswerter Weise das verdichtete Bauen durch Privatinvestoren und Kirche auf dem Vormarsch: Steinäcker, Sommerleitenweg, Pfarrheim." Darauf solle auch in Zukunft ein Augenmerk gelegt werden und die Kommune müsse das fördern oder auch selbst tätig werden. Dem drohenden Leerstand will er entgegenwirken, indem das Baukindergeld von 1000 Euro pro Kind auch auf den Bezug von alten Immobilien ausgeweitet werden soll. Über zukünftige Baugebiete will der SPD-Kandidat nicht spekulieren. "Der Wegfall der Anwohnerbeiträge und die unzureichende finanzielle Unterstützung durch den Staat machen eine wohlüberlegte Straßenausbauplanung notwendig", erklärt Ott. Für die Stadt sei es nicht mehr tragbar, eine Straße nach der anderen zu sanieren. Deswegen brauche es eine Prioritätenliste. "Weiterhin steht für mich der Bau der ,Spange-Ost' ganz oben an", sagt der SPD-Kandidat.

Im Bereich der Fuß-und Radwege verweist er auf notwendige Lückenschlüsse. Als Beispiele nennt er den Sommerleitenweg zwischen Rußweiher und Generationenpark, am Birschling von der B 470 zum Stadtwald und die Stegenthumbacher Straße von Weidelbachstraße über Apfelbach bis Stegenthumbach. Im Zuge der Stirnbergsanierung werde dort aber sicherlich teilweise Abhilfe geschaffen.

"Für die weiteren Maßnahmen gilt der Grundsatz, dort zu bauen, wo gefördert wird", kündigt Ott an. Ein weiterer Punkt sind für den SPD-Kandidaten auch Überquerungshilfen, beispielsweise am Stadtberg oder in der Speinsharter Straße.

Thomas Riedl (Freie Wähler)argumentiert, dass eine Wohnraumerschließung vorrangig "Innen statt Außen" betrieben werden solle. Im Bedarfsfall bestehe aber die Möglichkeit, über einen Zukauf von landwirtschaftlichen Flächen geeigneten Raum zu schaffen. "Das sollte aber sehr restriktiv geschehen", schränkt er ein. Es müsse auch geprüft werden, welche Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen, um Wohnraum zu schaffen. Baulücken und Leerstände sollten vermieden werden. "Eine Möglichkeit, um Investoren und Interessenten zu finden und zu begeistern, ist es, durch die neu zu gründenden Stadtwerke ein leerstehendes Objekt zum Beispiel in der Altstadt zu erwerben und als Vorzeigeprojekt zu sanieren", schlägt der FW-Kandidat vor.

Möglichkeiten für weitere Erschließung sieht er in nördlicher Richtung der Tachauer Straße/Verlängerung Egerlandstraße, in einer Verlängerung der Sonnenstraße/Rosenweg, in südlicher Richtung beim Kalkofen nach Apfelbach oder eventuell sogar in Richtung Thomasreuth. Bei den Straßen sieht er Sanierungsbedarf beim Sommerleitenweg, im Mittleren Meierfeld und in der Speinsharter Straße, die er mit einer Überquerungshilfe entschärfen will. Fuß- und/oder Radwege müssten an der Stegenthumbacher Straße sowohl in Richtung Apfelbach als auch bis zum Stirnberg und vom Kalkofen über den Galgen nach Apfelbach erschlossen werden.

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