11.02.2020 - 16:57 Uhr
EschenbachOberpfalz

So planen die Eschenbacher Bürgermeisterkandidaten mit dem Rußweiher

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Der Rußweiher soll wieder das Aushängeschild Eschenbachs werden. Darin sind sich alle Bürgermeisterkandidaten einig. Oberpfalz-Medien hat nachgefragt und in den Wahlprogrammen nachgelesen, wie die Pläne der drei Anwärter aussehen.

Der Rußweiher spielt in den Programmen der Eschenbacher Bürgermeisterkandidaten eine große Rolle.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Der Rußweiher hat ein schlechtes Jahr hinter sich. Erst der Kampf gegen den Schlamm und dann der Blaualgenbefall. Das wirkte sich auch auf die Bilanz aus, 10.642 Euro weniger als 2018 wurden eingenommen. Dennoch ist der Weiher fester Bestandteil der Pläne der drei Bürgermeisterkandidaten. Marcus Gradl (CSU), Thomas Ott (SPD) und Thomas Riedl (Freie Wähler) wollen den Rußweiher wieder zum Aushängeschild Eschenbachs machen. Die Pläne, um das zu erreichen, sind aber durchaus verschieden.

Hier geht's zur ernüchternden Rußweiher-Bilanz für 2019

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Einig sind sich alle Kandidaten darin, dass es mindestens ein regelmäßiges Fest am Rußweiher geben soll. Auch eine Überdachung oder Verbesserung der Terrasse beim Hexenhäusl steht bei allen im Programm.

Marcus Gradl (CSU) stellt sich für den Rußweiher zudem einen kleinen Wasserpark mit Fitness-Parcour vor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für ihn, die „Unsicherheit um die Öffnungszeiten“ zu beenden. Außerhalb der Badezeiten will er flexible Öffnungszeiten für den Kiosk bieten. Rußweiher und Campingplatz sollen einen Internet-Hotspot erhalten. Bei einem regelmäßigen Rußweiherfest will er auch die Bootshäuser einbeziehen und diese beleuchten, wenn möglich. Das Fest will er im Veranstaltungskalender etablieren.

Auch Thomas Ott (SPD) will im Badebereich einen Internet-Hotspot einrichten. Die Freizeitanlage am Rußweiher will er mit Adventure-Golf modernisieren. Außerdem denkt er an die Camper: Eine Wohnmobil-Entsorgungsstation soll installiert werden. Das Hexenhäusl will er für regelmäßige Feste und Feiern zugänglich machen. Die Kiosk-Öffnungszeiten sollen verlängert werden. Zudem sollen vor dem Mehrgenerationenpark zusätzliche Parkplätze entstehen, von denen auch die Rußweiher-Besucher profitieren könnten.

So stellen sich SPD und Freie Wähler die Adventure-Golf-Anlage vor

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Thomas Riedl (Freie Wähler) setzt sich beim Rußweiher ebenfalls für flexiblere Öffnungszeiten ein. Neben einem jährlichen Rußweiherfest, wie in früheren Zeiten, kann er sich kleinere Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Beach-Volleyball-Turnier vorstellen. Eine Partymeile soll der Rußweiher nicht werden, sondern als Naturbad erhalten bleiben. Auch Riedl will sich für einen Adventure-Golf-Park an der Freizeitanlage einsetzen. Zudem soll das dortige Gebäude saniert werden. Das Hexenhäusl will er langfristig verpachten. Dafür will er die Einnahmen des unteren Bereichs Campinganlage dem Hexenhäusl zuordnen, um das Pachtverhältnis attraktiver zu gestalten. Auch der Kinderspielplatz dort soll unter ihm aufgewertet werden. Die drei Bereiche Rußweiher, Freizeitanlage und Hexenhäusl will er in noch zu gründende kommunale Stadtwerke ausgliedern. Das gesamte Gebiet soll in ein touristisches Konzept für Eschenbach eingegliedert sein.

Seit Badeunfall 2014 kaum Veranstaltungen am Rußweiher

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Kommentar:

Rußweiher hält weiterhin Herausforderungen bereit

Es ist richtig und wichtig, dass alle Bürgermeisterkandidaten den Rußweiher in ihre Zukunftspläne für Eschenbach einbeziehen. Das einstige Aushängeschild hat ein schweres Jahr hinter sich mit Schlammbehandlungen und Blaualgenbefall. Die Pläne, die nun Marcus Gradl, Thomas Ott und Thomas Riedl für die Kommunalwahl 2020 vorstellen, sind aber darauf angewiesen, dass der Rußweiher für den Badebetrieb freigegeben ist. Denn ohne diesen braucht es keine flexibleren Öffnungszeiten. Aber wie 2019 gezeigt hat, hat die Natur das Sagen. Die Behandlungen gegen den Schlamm werden weitergehen müssen. Ein größeres Problem könnten wiederkehrende Blaualgen sein.
Dennoch, unrealistisch erscheint keines der Programme. Dass alle den Rußweiher wieder für ein regelmäßiges Fest freigeben wollen, dürfte viele Eschenbacher freuen. Doch hier stellt sich die große Frage nach der Haftung. Die Lektion, die der Badeunfall 2014 und die nachfolgende Verurteilung zu einer Zahlung von 230.000 Euro nach sich zogen, war deutlich. Bürgermeister Peter Lehr war seitdem, vielleicht auch deswegen, zurückhaltend mit Veranstaltungen am Rußweiher. Hier wird der neue Bürgermeister gefordert sein.

Matthias Schecklmann

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