23.11.2021 - 11:59 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Etzelwanger Gemeindestraßen auf dem Prüfstand

Die Erneuerung zweier Gemeindestraßen standen im Etzelwanger Gemeinderat in der Diskussion. Bei einer davon wünschen sich die Räte Nachbesserungen. Heftig diskutiert wurden auch die hohen Kosten für einen Eintrittsautomaten im Freibad.

Bei der Dorferneuerung Etzelwang steht eine Neugestaltung des Parkplatzes am Freibad bevor. Um Meinungen und Vorschläge der Bürger zur Gestaltung zu erkunden, sieht die Gemeinde einen Ortstermin am 7. Dezember zusammen mit Vertretern verschiedener Vereine vor.
von Leonhard EhrasProfil

Der Gemeinderat hatte dem Vorschlag der SPD/FWG zugestimmt, Ute Höhlein als Seniorenbeauftragte einzusetzen. Die Ernennung vollzog Bürgermeister Roman Berr und bot ihr die Gelegenheit, sich dem Gremium vorzustellen und ihre Pläne darzulegen. Sie nannte als Ziel, bei ihrer künftigen Tätigkeit mit anderen Sozialeinrichtungen und den Behörden zusammenarbeiten, um bestmögliche Angebote für die Senioren zu erzielen.

Martin Dunst vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Freudenberg stellte Entwürfe für die Erneuerung der Gemeindeverbindungsstraßen Lehendorf-Neutras und Kirchenreinbach-Schmidtstadt vor. Die 2,4 Kilometer von Lehendorf nach Neutras würden demnach auf eine Fahrbahnbreite von 4,54 Meter und einen befahrbaren Seitenstreifen auf beiden Seiten von je einem Meter neu gestaltet. Die geschätzten Kosten inklusive der Nebenkosten würden sich auf 1 282 500 Euro belaufen. Die Gemeinde kann mit einer Förderung in Höhe von 50 Prozent der Kosten rechnen. Diskussion rief die Fahrbahnbreite hervor, da diese Verbindung häufig von großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird, was den Begegnungsverkehr mit anderen Fahrzeugen erschwert.

Bis zur Gemeindegrenze

Beim Entwurf für die Straße Kirchenreinbach-Schmidtstadt erkannten die Räte Nachbesserungsbedarf, weil die Planung nur für die 953 Meter von der Kreisstraße bis zur Ortschaft Schmidtstadt erstellt wurde und nicht vom Ortsausgang Kirchenreinbach bis zur Gemeindegrenze Richtung Hirschbach. Die 953 Meter bei einer Breite von 4,54 Metern und zwei Seitenstreifen zu je einem Meter würden Kosten von 540 500 Euro verursachen. Der Gemeinderat einigte sich darauf, die Planung bis zur Gemeindegrenze zu erweitern. Auch hier kann mit einer Förderung in Höhe von 50 Prozent gerechnet werden. Nach Planer Martin Durst könnten die Erneuerungen 2022 über die Bühne gehen. Kämmerer Christian Link sah den Ausbauzeitraum aus finanziellen Erwägungen im Blick auf andere beschlossene Investitionen nicht so optimistisch.

Die Schwierigkeiten des Fördervereins Freibad bei der Suche nach Personal für den Betrieb der Freizeiteinrichtung führte zu Überlegungen, Eingangskontrolle und die Ausgabe der Eintrittskarten von einem Kassenautomaten erledigen zu lassen. Der Gemeinde lag ein Angebot für ein derartiges Gerät über 50 000 Euro vor. Hinzu kämen weitere 2000 Euro jährlich für Wartungsarbeiten. Der Förderverein würde sich am Kauf dieses Automaten mit 25 000 Euro beteiligen. Der Verein erwartet Einsparungen an Personalkosten in Höhe von rund 18 000 Euro jährlich. Der hohe Anschaffungspreis sorgte für reichlich Diskussion. Gemeinderat Markus Wagner schlug eine kostengünstigere Lösung vor, die allerdings auf eine große Vertrauensbasis zur Ehrlichkeit der Badegäste aufbaut. Verschiedene andere Vorschläge ließen weiteren Beratungsbedarf über dieses Thema erkennen.

Bürgermeister gibt Auskunft

Die Fraktion der SPD/FWG beantragte, dass der Bürgermeister Anschaffungen ab 500 Euro dem Gemeinderat innerhalb von 14 Tagen mitteilen solle. Gleichzeitig müsste die Geschäftsordnung entsprechend geändert werden. Hintergrund des Antrags war der Einkauf eines Anhängers für den Bauhof, den der Bürgermeister im Rahmen seiner freien Mittelverfügung getätigt hatte, ohne den Gemeinderat zu informieren. Das Landratsamt bezeichnete den Antrag als rechtswidrig. Bürgermeister Roman Berr versprach, über Anschaffungen, die er im Rahmen seiner freien Verfügung tätigen kann, künftig die Gemeindevertreter zu informieren.

Kämmerer Christian Link machte darauf aufmerksam, dass die Abwassergebühren für kommendes Jahr neu zu kalkulieren seien. Da die Kalkulation von der Verwaltung dieses Jahr nicht mehr erstellt werden kann, musste der Gemeinderat festlegen, dass die bis 30. Juni 2022 neu zu berechnenden Gebühren rückwirkend ab 1. Januar 2022 angewendet werden. Gegen den Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport in Oberschmidtstadt hatte der Gemeinderat keine Einwände.

Bei der Bekanntgabe einer ganzen Reihe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen ging es um Entscheidungen zur Dorferneuerung Lehental, die Anschaffung eines neuen Schneepflugs, den Vertrag mit dem Tierheim Hersbruck, Grunderwerb im Baugebiet Feil, Kreditaufnahmen, Vergabe Randrinnensteine, Grundstücksangelegenheiten, Planungsauftrag zu den Straßen Lehendorf-Neutras und Kirchenreinbach-Schmidtstadt, sowie um die Schlammentwässerung an der Klär- und Erweiterung der dortigen Photovoltaikanlage, Glasfaseranschluss von Bauhof und Gemeindestadel, notarielle Angelegenheiten sowie die Vergabe für die Erstellung eines Betriebshandbuchs für die Kläranlage.

Drei Masten für Mobilfunk

Bürgermeister Roman Berr gab bekannt, dass im Gemeindegebiet drei Masten für die Verbesserung des Mobilfunks eingerichtet werden. Anlässlich des 40jährigen Bestehens des Amts für ländliche Entwicklung spendet diese Behörde einen Baum. Die Pflanzaktion in Kirchenreinbach erfolgt am 22. November. Zusammen mit den Vereinen plant die Gemeinde am 7. Dezember um 16 Uhr einen Ortstermin zur Gestaltung des Badparkplatzes.

Gemeinderätin Sonja Kurz machte auf das herrenlose Fahrzeug am Haus Nr. 22 in der Kirchenreinbacher Dorfstraße aufmerksam mit dem Hinweis, dass die Gefahr von Bodenverunreinigung bestehe. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass der Reinbach als Gewässer 3. Ordnung von der Gemeinde zu pflegen sei. Sie empfahl, den Bachlauf zu mähen oder auszubaggern. Die Gemeinde wird ein Angebot für einen Baggereinsatz einholen. Auf ein weiteres herrenloses Fahrzeug in Etzelwang machte Gemeinderat Benjamin Rischkau aufmerksam.

Bei den Bürgerfragen forderte Robert Wagner die Behebung von Flurschäden durch das Oberflächenwasser an der Straße Neutras-Schmidtstadt.

Mehr zur Dorferneuerung Lehental in der Gemeinde Etzelwang

Lehendorf bei Etzelwang

„Bei meiner künftigen Tätigkeit will ich mit anderen Sozialeinrichtungen und den Behörden zusammenarbeiten, um bestmögliche Angebote für die Senioren zu erzielen.“

Seniorenbeauftragte Ute Höhlein

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.