16.10.2019 - 15:02 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Trotz hoher Kosten: Feuerwehr Etzelwang darf Auto reparieren lassen

Nach einem Unfall steht am Auto der Etzelwanger Feuerwehr Totalschaden zu Buche. Die Reparaturkosten überschreiten den Zeitwert. Der Gemeinderat fasst einen Beschluss, der eine erfreuliche Reaktion auslöst.

Der begleitende Fuß- und Radweg (rechts) beansprucht einen Teil der Straße in Lehendorf. Noch immer warnt kein Verkehrsschild „Einseitig verengte Fahrbahn“ vor dieser Gefahrenstelle, moniert eine Bürgerin in der Fragestunde des Gemeinderats.
von Leonhard EhrasProfil

Die Vollkaskoversicherung hat für den Schaden am Feuerwehrauto 13 223 Euro überwiesen. Obwohl die Reparatur auf 17 490 Euro veranschlagt ist, wollen sie die Feuerwehr und die Gemeinde in Auftrag geben. Dem Mehraufwand von 4267 Euro genehmigte der Gemeinderat bei seiner Sitzung im Gasthaus Peterhof als überplanmäßige Ausgabe. Beifall erntete Josef Lutter mit der Ankündigung, den Erlös aus dem Straßenfest in Lehendorf von 500 Euro für die Reparatur des Feuerwehrautos zu spenden.

Tempo-Messgeräte kommen

Als Ergebnis eines Bürgerantrags zur Verkehrsberuhigung in Kirchenreinbach werden zwei Geschwindigkeitsmessgeräte mit Aufzeichnungseinrichtung angeschafft. Den Verkehr auf der Ortsstraße soll die Pflanzung von 18 Bäumen bremsen.

Von der CSU-Fraktion lag ein Antrag zu einer Klima- und Zukunftsoffensive vor. Bürgermeister Roman Berr sah die Gemeinde auf einem guten Weg mit spürbaren Einsparungen beim Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung und das Freibad. Überlegt werde, eine Photovoltaikanlage auf dem künftigen Gebäude am Badparkplatz zu installieren, die den Gemeindestadel und die Freibadbeheizung mit Strom versorgt. Die Gemeinde trage zur CO2-Einsparung, da sie überwiegend Strom aus erneuerbarer Energie nutze. Im kommenden Jahr werde die Gemeinde von der Möglichkeit eines Energie-Coaching durch außenstehende Fachkräfte Gebrauch machen.

Wasserkraft nicht abgehakt

Gemeinderat Günther Renner fragte sich, warum in Zeiten alternativer Energiegewinnung behördlicherseits die Nutzung der Wasserkraft im Lehental abgelehnt werde. Gemeinderat Gerhard Pirner erklärte, dass eine dafür notwendige Stauanlage im Etzelbach nicht eingebaut werden dürfe, da sie das dortige Biotop stören würde. Bürgermeister Roman Berr will aber trotzdem auf diese Möglichkeit der Energiegewinnung beim Energie-Coaching hinweisen. Er hofft, dass inzwischen eine neue Technologie zur Nutzung der Wasserkraft Anwendung finden könnte.

Gemeinderat Markus Wagner kritisierte die Verzögerung bei der Sanierung der Straße Neutras - Schmidtstadt, weil die Ableitung des Oberflächenwassers mit den Anliegern noch geklärt werden müsse. Diese Frage sei bereits beim Bau vertraglich festgelegt worden.

Im Blick auf den nahenden Volkstrauertag erkundigte sich Gemeinderat Günther Renner, wann endlich das Zusatzschild mit dem Hinweis auf die Opfer der Gewaltherrschaft am Kriegerdenkmal angebracht werde. Außerdem interessierte er sich für die Auswertung der Geschwindigkeitsmessung in Kirchenreinbach.

Kritik an Flächenverbrauch

Auskunft über den Sachstand beim Industriegebiet Haid, das die Gemeinden Neukirchen, Etzelwang und Weigendorf gemeinsam nutzen wollen, verlangte Gemeinderat Klaus-Dieter Schurath. Über die Details werde noch diskutiert, erklärte der Bürgermeister. Das Thema sorgte bei Gemeinderätin Regina Kliem für Unmut: "Sulzbach-Rosenberg weist ein riesiges Gewerbegebiet aus. Wieso muss dann weitere Fläche in nur vier Kilometer Entfernung verbraucht werden?"

Info:

Themen im Gemeinderat

Dorferneuerungen laufen

In Kirchenreinbach müssen die Baumaßnahmen noch heuer begonnen werden. Für den Festplatz in Etzelwang laufen die Ausschreibungen. Los geht’s dort im Frühjahr 2020. Für die Dorferneuerung Lehental steht das Konzept. Architekt Markus Rösch wird im Herbst noch eine Detailplanung vorstellen, die dann gemeinsam mit der Bevölkerung beurteilt werden muss. Nach der Ausschreibung wird mit dem Beginn der Maßnahmen im Frühjahr 2021 gerechnet. Der Bürgermeister machte darauf aufmerksam, dass das Amt für ländliche Entwicklung die Förderung privater Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung auf 35 Prozent erhöht hat. Bürgermeister Roman Berr wird ermächtigt, im kommenden Jahr für die Dorfstraße in Lehendorf eine Kanalbefahrung in Auftrag zu geben. Außerdem wird er Angebote für die Tragwerksplanung zur Dorferneuerung Etzelwang und Kirchenreinbach einholen.

Pendolino-Takt verkürzen

Bürgermeister Roman Berr kündigte einen Antrag bei der Deutschen Bahn an, den Pendolino-Takt bei Verbindungen nach Nürnberg auf 30 Minuten zu verkürzen. Bisher fahren die Züge stündlich.

Fundtiere nach Hersbruck

Nach der Kündigung des Vertrags mit dem Tierheim Amberg bekommen in der Gemeinde Etzelwang aufgefundene Hunde, Katzen und so weiter ab 1. Januar 2020 Unterschlupf im Tierheim Hersbruck. Im Blick auf einen Flyer mit einem Spendenaufruf für Hunde aus Kroatien, über den sich Karl Negelein in der Bürgerfragestunde empört hatte, empfahl Bürgermeister Roman Berr, lieber das Tierheim in Hersbruck zu unterstützen.

Gefahrenstelle kennzeichnen

Ingrid Winkler-Beyer vermisste am Gasthaus Peterhof in Lehendorf noch immer das Hinweisschild „Einseitig verengte Fahrbahn“.

Millionen-Auftrag

Aus einer nichtöffentlichen Sitzung gab Bürgermeister Roman Berr bekannt, dass der Auftrag für Tief-, Straßen- und Kanalbau bei der Dorferneuerung Kirchenreinbach an die Firma Scharnagl vergeben wurde. Ihr Angebot lautet auf 1 044 656 Euro.

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