25.09.2020 - 12:10 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Falkenberg treibt den Breitbandausbau voran

"Die Großbaustelle Falkenberg läuft." Gearbeitet wird aktuell am Hammermühlweg. Die Maßnahmen würden zügig vorangetrieben, verspricht Bürgermeister Matthias Grundler und verweist auch auf den Breitbandausbau.

Im Kabelstrang eingebunden sind 22 kleine Leerrohre in verschiedenen Farben, erläuterte Johannes Schaumberger (links) die Details des "Speed-Pipe-Rohres", das er Abgeordnetem Albert Rupprecht, Bürgermeister Matthias Grundler und Bauhofleiter Richard Bitterer (von rechts) an der Baustelle näher erklärte.
von Werner RoblProfil

„Die Behinderungen, die sich im Ort weiter fortsetzen werden, nehmen die Anwohner aber gelassen in Kauf“, berichtete Bürgermeister Matthias Grundler beim Ortstermin mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht am Hammermühlweg. Dazu eingeladen waren auch Bauhofleiter Richard Bitterer und Johannes Schaumberger vom gleichnamigen Tiefbauunternehmen aus Mitterteich. Unter der Baustelle leiden auch die zahlreichen Ausflügler, die mit ihren Autos über den derzeit beengten Hammermühlweg zum Wanderparkplatz fahren.

Maßnahmeziel sei, die vorhandenen Asbestzementrohre der Wasserleitung aus den 1950er Jahren durch moderne PVC- und PE-Leitungen zu ersetzen, kommentierte Bürgermeister Matthias Grundler die Umsetzung der Pläne. „Damit sollen die häufig auftretenden Rohrbrüche abgestellt, die Versorgungssicherheit erhöht und die Anlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.“ Die Kosten bezifferte Bürgermeister Grundler auf rund 1,5 Millionen Euro, die vom Freistaat Bayern im Rahmen der „Richtlinie für Zuwendungen zu wasserrechtlichen Vorhaben“ mit bis zu 80 Prozent gefördert werden.

50.000 Euro

„Die reinen Straßenbaukosten sowie die Verlegung der Glasfaserleerrohre werden hingegen nicht gefördert“, spannte Grundler damit einen Bogen zu einem weiteren Schritt, um im Zuge der Maßnahmen auch den Breitbandausbau (schnelles Internet) voranzutreiben. Grundler stellte die Ideen dem Mitglied des Bundestages Albert Rupprecht an der Baustelle Hammermühlweg vor. Es sollen weitere Gelder fließen, die vom Bund – im Rahmen der „Bundesförderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus“ - neu zur Verfügung gestellt werden. „Aktuell können wir 50.000 Euro für Planungsleistungen abrufen“, informierte Bürgermeister Grundler über die im Februar geschaffene Beihilfe. „Dafür möchten wir uns auch bei MdB Albert Rupprecht bedanken, der unser Anliegen unterstützte“, betonte der Falkenberger Bürgermeister.

Flächendeckende Erschließung

Mit dem Geld wird ein sogenannter „Masterplan“ erstellt, um die flächendeckende Erschließung mit Glasfaserkabeln voranzutreiben. „Viele Details gilt es hier Straßenzug für Straßenzug zu klären. In manchen Bereichen wird es sicher noch Jahre dauern“, bedauerte Grundler. „Dort aber, wo wir jetzt etwas tun können, nutzen wir die Gelegenheit konsequent“, versicherte er beim Treffen unweit der Hammermühle. Zudem hofft man auf das Interesse der Netzbetreiber, die sich – so Grundler – „gerne an die Gemeinde Falkenberg wenden und ihr Angebot vorstellen können“.

„Wir nutzen jeden Meter“

Verlegt werden derzeit aber nur die Leerrohre. Für die Jahre 2020 und 2021 wurden dafür rund 150.000 Euro eingeplant. Entlang der Wasserleitungen werden rund drei Kilometer Kabelstränge verlegt. "Wir nutzen jeden Meter, zudem auch Synergieeffekte, um unser Ziel zu erreichen“, unterstrich Grundler. Zudem spare man auch Kosten, ergänzte das Gemeindeoberhaupt. „Die Verlegung der Leerrohre, um die digitale Infrastruktur für unsere Bürger zu verbessern, wird deshalb preiswerter, weil wir zugleich auch die Wasserversorgung verbessern“, machte Grundler mit Blick auf die Grabungsarbeiten deutlich. Hinzu kämen die Planungsleistungen, die dahinter stünden, fuhr der Rathauschef an anderer Stelle fort. Mit den – laut Grundler – „notwendigen Vorarbeiten zum jetzigen Leitungsbau“ habe man die Breitbandberatung Bayern in Neumarkt beauftragt. „Das Fördergeld wird selbstverständlich abgerufen. Zudem hoffen wir auf weitere Beihilfen“, sagte Grundler im Beisein des Abgeordneten.

Ein Ortsentwicklungskonzept soll helfen, Falkenberg fit für die Zukunft zu machen

Falkenberg
Die Leerrohre werden bis ins Grundstück hinein verlegt, informierten (von links) Bürgermeister Matthias Grundler und Johannes Schaumberger. Ein Bild von der Baustelle macht sich regelmäßig auch Bauhofleiter Richard Bitterer.
Über 28 Kilometer Kabel verlegt:

Falkenberg hat bereits in den Jahren 2014 bis 2019 am ersten bayerischen Förderprogramm teilgenommen. Hier wurden allen voran die Ortsteile mit Glasfaserkabeln bis ins Haus erschlossen. „In Seidlersreuth wollen wir ausloten, ob wir mit dem neuen Förderprogramm noch nachlegen können“, berichtete Bürgermeister Matthias Grundler. „Auch für andere Bereiche, im Ort selbst und an außerhalb gelegenen Stellen, werden wir den Einsatz des neuen Förderprogramms prüfen.“ Die ersten Schritte dafür sind bereits eingeleitet worden. Nach Aussage Grundlers startet demnächst auch eine Markterkundung bei den potenziellen Netzbetreibern, um festzustellen, welche Hausnummern erschlossen beziehungsweise welche Anschlüsse gefördert werden können. Ziel sei auch eine Kooperation mit dem Markt Wiesau.

Grundler rechnete vor: „Im ersten bayerischen Förderprogramm haben wir insgesamt 741.000 Euro investiert und dafür knapp 80 Prozent Förderung erhalten. Der Eigenanteil der Kommune lag bei rund 150.000 Euro. Dabei wurden Kabelstränge mit einer Länge von zusammengerechnet mehr als 28 Kilometern verlegt.“ Der regelmäßige Baustellen-Besuch, um Fragen und Probleme zu klären, ist für Grundler - wie er betonte - "selbstverständlich" geworden. "Wir verlegen alles in Eigenregie, um für die künftigen Netzbetreiber einen Anreiz zu schaffen", betonte der Falkenberger Bürgermeister.

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