12.09.2019 - 17:32 Uhr
BambergOberpfalz

FDP: Auto soll auf dem Land weiter große Rolle spielen

Die FDP-Landtagsfraktion hat ein umfassendes Mobilitätskonzept für Bayern erarbeitet. Die Vision: Eine App, mit der man vom E-Scooter bis zur Bahn alles buchen könne. Im ländlichen Raum soll das Auto weiter eine wichtige Rolle spielen.

Martin Hagen, bayerischer FDP- Fraktionsvorsitzender, bei einer Pressekonferenz in Bamberg.

Die FDP-Landtagsfraktion hat auf ihrer Klausurtagung in Bamberg ein umfassendes Mobilitätkonzept für den Freistaat erarbeitet. Ziel ist es, die Verkehrsträger enger zu vernetzen und für die Reisenden den Buchungsvorgang zu vereinfachen. "Unsere Vision ist es, alles über eine App mit dem Smartphone buchen zu können - vom E-Scooter bis zu Bus und Bahn", erklärte der federführend für das Papier verantwortliche Forchheimer Abgeordnete Sebastian Körber am Rande der Klausurtagung. Eine ideologisch geprägte, von Verboten flankierte Verkehrswende lehne die FDP ab. Im Mittelpunkt müssten die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger stehen, betonte Körber.

Während die FDP in den Ballungsräumen auf den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sowie von Sharing-Modellen setzt, soll in den ländlichen Räumen das Auto weiter eine wichtige Rolle spielen. Auch hier möchte die FDP aber Nutzungsoptimierungen anregen. Ziel sei die "vollständige Mobilität in jeder Lebenslage", sagte Körber. Dazu seien im ländlichen Raum flexible Lösungen erforderlich. "Wir möchten, dass jeder Bürger binnen 30 Minuten die nächstgrößere Stadt erreicht und auch wieder nach Hause kommt", steckte Körber den Rahmen ab. Dies gelte auch für Personen, die - aus welchen Gründen auch immer - über kein eigenes Auto verfügten.

"Ein Preis für alles"

Kernpunkt des FDP-Konzepts ist die Einführung eines alle Verkehrsträger beinhaltenden "Bayern-mobil"-Tickets. Für dieses soll der Kunde den Start- und Zielpunkt angeben, eine bayernweite Mobilitäts-App ermittelt dann Fahrtalternativen mit verschiedenen Verkehrsträgern und nennt die jeweiligen Gesamtpreise. Die Auswahl des Kunden kann dann direkt gebucht und online bezahlt werden. "Unser Ziel ist eine Buchung und ein Preis für alles", erläuterte Körber. Eine Ausweitung des bestehenden Bayern-Tickets auf die gesamte Mobilitätskette kann nach Ansicht Körbers erst am Ende einer Prozesses stehen. Von der Staatsregierung fordert die FDP höhere Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, sowohl bei den Verkehrswegen wie den Fahrzeugen. Das Verkehrs- müsse sich in ein Mobilitätsministerium wandeln, das Mobilität "von Haustür zu Haustür denkt", sagte Körber.

Ergänzend beschloss die FDP in Bamberg eine "liberale Pflegeagenda" für Bayern. Sie sieht Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege und mehr Selbstbestimmung für Pflegebedürftige vor. Diese sollen dank eines individuellen "Pflegebudgets" selbst über die Art ihrer Pflege entscheiden dürfen. Zudem will die FDP die Pflege entbürokratisieren. "Unser Motto lautet: Weniger Zeit für Papierkram, mehr Zeit für die Menschen", erklärte Fraktionschef Martin Hagen.

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