09.04.2021 - 09:15 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Ochsenkopfturm vor 100 Jahren eingestürzt: "Opfer des Zahns der Zeit"

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Vor 100 Jahren stürzte der hölzerne Ochsenkopfturm ein. Der Vorgängerbau war ein Holzgerüst, das der Deutsch-Österreichische Alpenverein 1878 neben dem steinernen Vermessungspfeiler auf dem höchsten Punkt des Berges errichtet hat.

1921, also vor 100 Jahren, stürzte dieser Holzturm auf dem Ochsenkopfgipfel ein.
von Gisela KuhbandnerProfil

1921 ist der hölzerne Ochsenkopfturm eingestürzt. Heimatforscher Josef Wiche aus Mehlmeisel berichtet dazu aus der Chronik: „Als Konsequenz aus dem rasant zunehmenden Fremdenverkehr war schließlich im Jahr 1895 im Auftrag des Fichtelgebirgsvereins der Bau des abgebildeten hölzernen Turmes mit einer Holztreppe und Verschalung erfolgt, durch Baumeister Peetz aus Bärnreuth und Forstmeister List aus Bischofsgrün."

Laut Wiche habe es überhaupt so gewirkt, "als sei der Ochsenkopfgipfel eher der touristische 'Hausberg' der Bischofsgrüner gewesen, während er für das gegenüber gelegene Fichtelberg nur eine untergeordnete Rolle spielte". Um die Jahrhundertwende sei der Leipziger Oberlehrer Franz Hurtig einmal nach einer Gipfelwanderung auf diesem Holzturm gestanden. In seinem Tagebuch habe er vermerkt, dass der Gastwirt Jakob Krug aus Fichtelberg bei ihm war. Hurtig habe ihn überredet, ihm die weite Aussicht zu zeigen, doch Krug habe gesagt: "Hier nauf bringt ihr mich nimmer!" Im Tagebuch steht über Krug weiter: "Es war das erste und auch das einzige Mal in seinem Leben, daß er die Höhe erklommen hat."

"Hier nauf bringt ihr mich nimmer!"

Gastwirt Jakob Krug um die Jahrhundertwende

1914 habe das "gnadenlos wütende Gipfelwetter dem Holzturm bereits arg zugesetzt": Das "gesamte Konstrukt knirschte und wackelte beim Besteigen der Treppe". Etliche Holzteile seien ausgebessert worden, doch während des Ersten Weltkrieges habe man das Bauwerk vernachlässigt. "Es war um 1920 morsch und baufällig und konnte nicht mehr bestiegen werden", berichtet Wiche weiter.

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Bayreuth

Ab 1922 dann habe der Fichtelgebirgsverein das Bauvorhaben eines massiven Steinturmes auf den Weg (heutiger "Asenturm") gebracht. Aus den Unterlagen erfährt man, der alte Holzturm sei "vor Jahresfrist ein Opfer des Zahnes der Zeit geworden, er ist in sich zusammengestürzt". Dies geschah also im Jahr 1921. Das genaue Datum bleibt unbekannt. Der Einsturz erfolgte sicherlich während eines Sturmes.

Forstmeister Reissinger aus Bischofsgrün ließ als Sofortmaßnahme nach dem Einsturz etliche Bäume im Umfeld des Gipfels fällen "um einigermaßen einen Ausgleich für den prächtigen Aussichtspunkt zu schaffen".

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