Ende September hat in Floß ein neuer Dönerladen eröffnet. Hinter „E Semi“ steht der 60-jährige Josef Cakmak, der mit seiner Familie in Kemnath lebt. Der Gastronom ist in der nördlichen Oberpfalz kein Unbekannter. Schon als junger Mann machte er sich selbstständig und eröffnete die Pizzeria Portofino in Erbendorf. Nun hat es ihn beruflich nach Floß gezogen – und mit seinem neuen Lokal verbindet sich eine ganz persönliche Geschichte.
Der Schriftzug „E Semi“ über dem Eingang des kleinen Ladens in der Freiherr-von-Lichtenstern-Straße ist nicht zu übersehen. Zu dem Namen gehört auch ein Schwarz-Weiß-Bild von einem kleinen Jungen, der einen Hut trägt und neugierig in die Kamera blickt. „Das ist mein Sohn Semi“, sagt Cakmak traurig. Bereits im Alter von drei Jahren habe er Leukämie bekommen, erzählt der Vater. „Er hat’s leider nicht geschafft.“ Er wurde nur elf Jahre alt. Semis Bild ziert nicht nur den Schriftzug über der Tür, sondern ist auch auf seinem T-Shirt abgebildet – direkt über dem Herzen. Das „E“ steht für die Anfangsbuchstaben der Vornamen seiner drei weiteren Kinder.
Haus gehört DJK-Wirt
Auch die Räumlichkeiten in Floß haben bereits eine kleine Geschichte hinter sich. Schon vor einigen Jahren gab es dort einen Dönerladen, den damals Shefi Gashi eröffnete. Er hat das Gebäude 2015 gekauft und teilweise renoviert. Nach ein paar Jahren zog es ihn und seine Familie wieder nach Weiden, wo er seit 2024 die Gaststätte der DJK am Ludwig-Wolker-Weg betreibt.
Die Geschichte des Hauses reicht jedoch noch weiter zurück. Der frühere Bürgermeister Günter Stich erinnert sich sogar noch an den Hausnamen. „Das war der Zintl-Flaschern“, sagt er. In den 1960er- und 70er-Jahren beherbergte das Gebäude das einstige Radio- und Fernsehgeschäft Heuberger, danach führte die Familie Wolfinger dies weiter. In den 1990er-Jahren zog Sabine Meier mit ihrem Dekoladen ein, und eine Zeit lang nutzte eine Hundefriseurin die Räume. Dann stand das Gebäude lange leer.
Insgesamt drei Filialen
Bereits im vergangenen Jahr eröffnete Josef Cakmak in Schwarzenfeld eine E-Semi-Filiale, die jetzt jemand aus der Verwandtschaft weiterführt. Eine weitere gibt es in Weidenberg (Landkreis Bayreuth). Die Gastronomie hat in der Familie einen hohen Stellenwert. Sein Bruder Marco Cakmak eröffnete im März 2025 in Weiden in der Bahnhofstraße ein Döner-Restaurant namens „Mr.-Shakmak“, wo er durch sein Angebot zum Auftakt (ein Döner für einen Cent) von sich reden machte. Im Jahr 2023 berichteten etliche bayerische Medien über ihn, weil er den Leberkäs-Döner erfunden hatte.
Mit seinem Laden in Floß wollte Josef Cakmak eigentlich ein wenig kürzer treten. „Doch seit wir offen haben, werden wir überrannt“, erzählt er. Deshalb hat er sich zu einem Ruhetag entschlossen, obwohl er anfangs durchgehend öffnen wollte. In der Zeit, in der er renovierte, war gerade Flosser Kirwa. Obwohl er mit der Region seit Jugendtagen fest verwurzelt ist, staunte er, wie viel da los war. „Die sind ja alle bei uns vorbeigefahren“, sagt er.
Pizzeria in Kemnath
Das Interview mit Oberpfalz-Medien muss er an diesem Nachmittag mehrmals unterbrechen, denn immer wieder kommen Kunden ins Lokal. 35 Jahre lang betrieb er auch in Kemnath eine Pizzeria und hatte mehrere Filialen in der gesamten nördlichen Oberpfalz. „Damals lebte mein Vater noch“, blickt er zurück. Auch das Musikcafé in Kemnath lief zehn Jahre lang unter seiner Leitung.
In Floß bekommt er Unterstützung von seinem Mitarbeiter Dalel und seiner Ehefrau Katharina, die aber mehr im Hintergrund zuarbeitet und nicht in der Öffentlichkeit stehen will. Obwohl die Cakmaks fast täglich aus dem 40 Kilometer entfernten Kemnath anreisen, ist der Gastronom froh über den räumlichen Abstand, vor allem auch im Hinblick auf den tragischen Tod seines Sohnes. In Floß schätzt er den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden. „Man kennt die Leute, das geht sehr schnell“, sagt er.




















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