26.03.2020 - 14:01 Uhr
FlossOberpfalz

Stichwahl im Kreis Neustadt/WN: So werden die Wahlhelfer vor Ansteckung geschützt

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Vier Stichwahlen laufen im Landkreis am Sonntag: in Neustadt/WN, Floß, Moosbach und Georgenberg. Doch durch die Ansteckungsgefahr laufen sie diesmal ganz anders ab als sonst. Die Gemeinden schützen ihre Wahlhelfer ganz unterschiedlich.

Szenen wie diese bei der Auszählung in Pirk wird es bei der Stichwahl in Neustadt, Floß, Georgenberg und Moosbach nicht geben. Die Gemeinden ergreifen jedoch ganz unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Eins haben alle Gemeinden, in denen die Stichwahl stattfinden wird gemeinsam: Die Auszählung geht um einiges schneller als am 15. März. Denn statt vier Wahlzetteln und Dutzenden Bewerbern, auf die die Stimmen verteilt werden können, gibt es diesmal nur einen Wahlzettel und ein Kreuz zu machen. "Das geht ruckzuck", ist sich Pressesprecherin Claudia Prößl vom Landratsamt sicher. Bei kleinen Gemeinden sind die Wahlhelfer da in einer halben Stunde durch, schätzt sie. Doch erschwert wird das Prozedere dadurch, dass die Wahlhelfer ausreichend geschützt sein müssen.

Schutz für Wahlhelfer

In Moosbach zählt eine Mindestbesetzung von 12 Helfern die Stimmen der 1955 Wahlberechtigten aus, bestehend aus Verwaltungspersonal und Freiwilligen. Jeder erhält eine Atemschutzmaske und Handschuhe. Wahlleiter Andreas Hofmeister rechnet damit, dass die Auszählung höchstens zwei Stunden dauert. In Georgenberg mit 1095 Stimmberechtigten bekommen die sieben freiwilligen Wahlhelfer Mundschutz und Desinfektionsmittel. Obwohl die Meinungen auseinander gingen, ob Einmalhandschuhe helfen, stünden auch diese zur Verfügung, informiert Wahlleiter Markus Friedl. In Floß mit 2874 Wahlberechtigten zählen in drei Briefwahlbezirken je 10 Leute aus, allesamt Verwaltungs- oder Bauhofmitarbeiter sowie Parteienvertreter. Mundschutz sei vorhanden, von anderen Schutzmaßnahmen weiß der Flosser Wahlleiter Franz Üblacker nichts. Aus dem Ministerium habe es die Information gegeben, dass Einmalhandschuhe nicht unbedingt sinnvoll seien für die Wahlhelfer, weil sie nichts brächten. Um die Stimmen der 4700 Wahlberechtigte in Neustadt/WN kümmern sich 22 Wahlhelfer, die Abstandregeln einhalten sollen.

Mehr zu den Schutzvorkehrungen in Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab

Wahlbeobachter

Da am 29. März nur die Wahl per Brief möglich ist, gibt es keinen Publikumsverkehr. Doch laut der Bundeswahlordnung hat auch während der Auszählung "jedermann zum Wahlraum Zutritt, soweit das ohne Störung des Wahlgeschäfts möglich ist". Darüber steht nicht mal das Infektionsschutzgesetz, ist sich Georgenbergs Wahlleiter Markus Friedl sicher. Doch ein triftiger Grund, um das Haus zu verlassen, sei das seiner Meinung nach trotzdem nicht, zumal die Ergebnisse ja sofort online stehen. "Verbieten können wir es jedoch nicht." Ähnlich sieht das Kollege Franz Üblacker aus Floß. "Die Schule, in der wir auszählen, können wir nicht zuschließen", sagt er. Doch er müsse sicherstellen, dass nicht Massen das Wahllokal stürmen. Am 15. März kam niemand zum Beobachten der Auszählung. Auch der Moosbacher Wahlleiter Andreas Hofmeister kann die Wahlbeobachter an einer Hand abzählen. Falls doch ein Ansturm kommt, werde er handeln. "Bei 20 Leuten muss ich dicht machen, das kann ich den Wahlhelfer nicht antun." Das Neustädter Rathaus ist außer für Kandidaten und Familien für die breite Öffentlichkeit geschlossen.

Rücklauf der Wahlunterlagen

Mehr als 50 Prozent der Wahlunterlagen sind in Floß und Moosbach schon eingegangen, in Georgenberg wurde noch nicht gezählt. Die Ausgangsbeschränkung hat nach Einschätzung der Wahlleiter keine Auswirkungen auf den Rücklauf. Die meisten Wähler in Moosbach werfen die Unterlagen direkt in den Briefkasten, beobachtet Hofmeister. Die Wahlbeteiligung in Neustadt/WN ist laut Wahlleiter Rupert Troppmann bis jetzt gut, es gibt jedoch keine genauen Zahlen.

Info:

Nachgefragt

Die AfD Floß gibt keine Empfehlung für einen Bürgermeisterkandidaten bei der Stichwahl zwischen Oliver Mutterer (FDP/UB) und Robert Lindner (SPD) ab. "Wir enthalten uns", gibt Stefan Löw von der Flosser AfD bekannt.

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