15.03.2019 - 09:12 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

2850 Kilometer mit dem Kajak

In maximal 99 Tagen von Donaueschingen zum Schwarzen Meer, das hat sich Michael Neumann vorgenommen. Diesen Sonntag startet er eine 2850 Kilometer lange Reise.

Michael Neumann hat seine Tausende Kilometer lange Donautour mit dem Kajak sorgfältig geplant. Diesen Sonntag steigt er ins Boot.
von Bernhard NeumannProfil

Bewältigen will er die Respekt einflößende Strecke mit dem Kajak auf der Donau. Das Faible für Touren mit dem Kajak reicht knapp fünf Jahre zurück. 2014 sah sich der Flossenbürger für ein Viertel Jahr in Neuseeland um und fand Gefallen an diesem Sport. Zwei Jahre später ging es erneut für mehrere Wochen in das Land auf der gegenüberliegenden Seite des Globus. „Eigentlich sollte man auch einmal daheim mit dem Kajak und über eine längere Strecke unterwegs sein“, diese Idee reifte vor rund eineinhalb Jahren. Jetzt ist die Realisierung zum Greifen nah.

Es sollte aber nicht einfach nur ein Ausflug mit dem Boot werden, sondern schon etwas Besonderes: „Von Anfang an hatte ich die Donau im Kopf. Nicht nur einen Abschnitt, sondern die gesamten 2850 Kilometer, vom Ursprung bis zur Mündung. Berührt werden zehn Länder.“ Länger ist mit rund 3500 Kilometer in Europa nur noch die Wolga: „Von der Idee bis zur tatsächlichen Umsetzung, das sind aber zwei paar Stiefel. Ein solches Mammutprojekt wirft ständig neue Fragen auf und will gut vorbereitet sein.“

Warum ihn das Unternehmen reizt, kann Neumann nicht konkret beantworten: „Ich will das machen und mir ist bewusst, dass es kein einfaches Unterfangen ist. Mir geht es nicht um ein kurzfristiges Abenteuer, sondern um ein Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt.“ Ausdauer, körperliche Fitness und Willenskraft stellte der 39-Jährige schon in den zurückliegenden Jahren unter Beweis: „Bei einer zu Fuß absolvierten Alpenüberquerung, bei den Touren in Neuseeland oder bei Marathons und Halbmarathons in ganz Europa verschoben sich Grenzen und Horizonte.“

Zwischen emotionalen Tälern und Gipfeln zu pendeln, präge die eigene Persönlichkeit und zeige einem, was man tatsächlich schaffen kann. Manchmal waren das fast schon spirituelle Erfahrungen. Eine wichtige Rolle spielt bei der bevorstehenden Donautour die Natur und generell die Umwelt: „Vom Kajak aus sieht alles anders aus als per pedes oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.“ Relativ stabil ist das Gefährt dennoch: „Es kippt nicht so ohne Weiteres um und selbst wenn es passiert, lässt sich das beherrschen.“

Aber auch der Wunsch, einfach einmal dem Alltag zu entfliehen und den gewohnten Trott wenigstens auf Zeit hinter sich zu lassen spielt bei der Planung eine Rolle. Dabei stieß der in Unterschleißheim bei einem großen Unternehmen beschäftigte Wirtschaftsinformatiker auf viel Verständnis bei seinem Arbeitgeber. Für die besagten 99 Kalendertage ließ sich eine Regelung mit Urlaub und Teilzeitarbeit finden. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Um rechtzeitig zurück zu sein, muss der Start bereits in der zweiten Märzhälfte erfolgen. Das zeitliche Limit für das Unterfangen liegt bei Ende Juni.

Auch im Beruf befasst sich Neumann mit Problemlösungen. Er kümmert sich um die Softwareentwicklung, in Deutschland und darüber hinaus in einer Reihe weiterer Länder. Bewusst sind ihm die Risiken, die ihm auf dem Verlauf der Donau begegnen werden: „Wobei sich manches gefährlicher anhört, als es in Wirklichkeit ist. Immerhin sind solche Touren durchaus üblich, wenngleich nur in Teilabschnitten und nicht am Stück.“ Respekt hat er insbesondere vor dem letzten Abschnitt der Reise, das sich schier endlos ausdehnende Donaudelta: „Da ist man schnell einmal auf dem falschen Weg.“

Bis dahin dauert es allerdings noch. Aktuell geht es um die konkreten Vorbereitungen, angefangen vom Probepacken des Kajaks über das Zusammenstellen und Testen des Zubehörs bis hin zu Gesprächen mit der örtlichen Raiffeisenbank. Die feiert in der Grenzgemeinde heuer das hundertjährige Bestehen. Voraussichtlich im November soll in dem Rahmen ein Vortrag mit Donau-Impressionen zu sehen sein. Eine Kamera wird im Kajak des begeisterten Hobbyfotografen jedenfalls dabei sein.

Michael Neumann hat seine Tausende Kilometer lange Donautour mit dem Kajak sorgfältig geplant. Diesen Sonntag steigt er ins Boot.
Vom Boot aus genießt der gebürtige Flossenbürger ganz neue Ausblicke auf seiner Tour bis hin zum Schwarzen Meer.
Michael Neumann hat seine Tausende Kilometer lange Donautour mit dem Kajak sorgfältig geplant. Diesen Sonntag steigt er ins Boot.

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