Flossenbürg
03.09.2026 - 15:45 Uhr

Stiftung Bayerische Gedenkstätten warnt vor Relativierung der Geschichte

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten kritisiert den Vorstoß der AfD zur Änderung der Gedenkstättenkonzeption. Sie warnt vor einer Relativierung der NS-Geschichte und betont die Bedeutung der Erinnerungskultur.

Die Gedenkstätte am ehemaligen KZ in Flossenbürg ist einer der wichtigsten Orte deutscher Erinnerungskultur in der Oberpfalz. Archivbild: Gabi Schönberger
Die Gedenkstätte am ehemaligen KZ in Flossenbürg ist einer der wichtigsten Orte deutscher Erinnerungskultur in der Oberpfalz.

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten hat sich besorgt über die zunehmende Politisierung der historisch-politischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit geäußert. Anlass ist ein Antrag der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, der die bisherige Gedenkstättenkonzeption des Bundes durch eine neue „Bundeskonzeption national bedeutsamer Gedenkstätten, Denkmäler und Erinnerungsorte“ ersetzen möchte. Laut einer Meldung des Deutschen Bundestags kritisiert die AfD, dass die aktuelle Erinnerungskultur sich fast ausschließlich auf die negativen Aspekte der deutschen Geschichte konzentriere.

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten (Sitz in München) ist Trägerin der KZ-Gedenkstätte Dachau und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Ihr Direktor Karl Freller betont die Wichtigkeit, die dunklen Kapitel der Geschichte nicht in den Hintergrund zu rücken. Angesichts der politischen Entwicklungen und des Erstarkens von Kräften, die demokratische Grundwerte in Frage stellen, sei die Auseinandersetzung mit Diktatur, Ausgrenzung und Verfolgung von besonderer Bedeutung. „Wer die dunklen Seiten unserer Geschichte relativiert, schwächt die demokratische Erinnerungskultur“, so Freller.

Gedenkstätten wie Dachau und Flossenbürg trügen eine besondere Verantwortung, die Dimension nationalsozialistischer Verfolgung und Vernichtung sichtbar zu machen. Sie bewahrten die Erinnerung an die Opfer und ermöglichen die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen von Ausgrenzung und Diktatur. Freller erklärt, dass Gedenkstättenarbeit keine rückwärtsgewandte Beschäftigung sei, sondern Fragen an die Gegenwart stelle: Wie konnte eine Demokratie zerstört werden? Was können wir heute tun, damit sich solche Entwicklungen nicht wiederholen?

Die Stiftung begrüße laut der Mitteilung die Weiterentwicklung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes, insbesondere die neuen Fördermöglichkeiten für den Erhalt historischer Orte und die Digitalisierung. Freller betont, dass Erinnerungskultur sich weiterentwickeln müsse, ohne ihren Kern zu verlieren. In einer Zeit, in der immer weniger Menschen eine persönliche Verbindung zur NS-Zeit haben, sei es wichtig, Wissen und Aufklärung zu fördern und einer Relativierung der Geschichte entgegenzutreten.

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