12.07.2021 - 17:35 Uhr
FreihungOberpfalz

Katholische Pfarrei Freihung feiert 100. Jubiläum

Die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Freihung feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Die Entstehung der Pfarrkirche reicht jedoch noch viel weiter zurück: eine wechselhafte Geschichte.

Hans Fritsche (†) hat hier die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit um 1967 verewigt.

Vor 100 Jahren, am 16. Juli 1921, wurde die Seelsorgestelle in Freihung durch den Regensburger Bischof Antonius von Henle zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Zu dieser Zeit war Hochwürden Franz Jos. Amberger Seelsorger in Freihung und Franz Häusler (Gastwirt Alte Post) war Bürgermeister. Die Geschichte der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit reicht jedoch noch viel weiter zurück.

Ab 1544 musste Freihung aufgrund der Kirchenordnung Herzogs Ottheinrich von der Pfalz Neuburg zum lutherischen Glauben überwechseln. Eine Kirche dürfte damals bereits bestanden haben, da ein Visitationsprotokoll aus dieser Zeit von 1581 erkennen lässt, wie schwer die Unterhaltung von Kirche, Pfarrer und Schule gefallen ist.

Zwang zum Konfessionswechsel

Bis zur Reformation mussten die Freihunger Bürger mehrmals ihre Konfession wechseln, häufig gegen ihren Willen. 1652 verfügte Pfalzgraf Christian August von Sulzbach, dass alle Kirchen in seinem Herrschaftsbereich simultan, also von beiden Konfessionen gemeinsam zu nutzen und zu verwalten sind. Dies bedeutet: Beide Konfessionen an einem Ort teilen sich Kirche und Friedhöfe, ja das ganze kirchliche Eigentum, je zur Hälfte. Dies bezog sich auf das Einkommen der Pfarrer und die Lasten, die mit dem Unterhalt der kirchlichen Gebäude verbunden waren. Jede Veränderung bei der Ausstattung der Kirche durfte nur mit Zustimmung der anderen Konfession geschehen. Das Simultaneum wurde in Freihung 1663 eingeführt. Die beiden Konfessionen vereinbarten daraufhin genaue Kirchenbesuchszeiten.

Die jetzige Kirche wurde 1764/65, also während der Zeit des Simultaneums errichtet. Sie steht am höchsten Punkt Freihungs: Eine Saalkirche mit verputztem Mauerwerk und Satteldach, eingezogenem dreiseitig geschlossenem Chor, oktogonalem Turm aus Sandsteinquadern, stammend aus dem Sandsteinbruch Rauscher in Seugast. Die Kirche war damals 23 Meter lang und 11,5 Meter breit und maß eine Höhe von 9 Metern. Baumeister war Sebastian Regner aus Sulzbach-Rosenberg. Der Hochaltar kam 1792 in die Kirche und wurde vom Bildhauer Michl Loibl aus Bruck geschaffen.

1908 wurde das Simultaneum aufgelöst. Das Gotteshaus ging in katholischen Besitz über. Die evangelischen Christen durften von da an bis zum Bau einer eigenen Kirche (1922) die katholische Kirche weiterhin mitbenutzen.

Die Kirche wurde 1922 auf der Westseite erweitert. Dazu wurde der Turm, der auf der Westseite des Kirchleins stand abgebrochen und an der Nordseite in den Erweiterungsbau integriert. Der markante „Bleistiftturm“ zieht schon von Weitem die Blicke auf sich. Im gleichen Jahr wurde das Leichenhaus errichtet. Feierlich geweiht und mit einem großen Kirchenfest erhielt die Pfarrkirche 1949 schließlich drei neue Glocken. Seitdem rufen die Glocken Hl. Dreifaltigkeit, Patrona Bavariae und Hl. Barbara die Gläubigen zum Gebet und Gottesdienst. Auch der Innenraum der Kirche bietet so manche Sehenswürdigkeit: die aus dem Jahr 1929 stammenden Deckengemälde, die herrlichen Seitenaltäre, aber auch die wertvollen Kreuzwegstationsbilder aus dem Jahr 1866.

Simultankirche des Jahres 2019

Auch in der neueren Geschichte wurde in und um die Pfarrkirche viel geschaffen. Schließlich wurde auf Vorschlag des damaligen Bürgermeisters Norbert Bücherl der Pfarrkirche gemeinsam mit der evangelischen Katharinenkirche im Ortsteil Thansüß vom Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz das Prädikat „Simultankirche des Jahres 2019“ verliehen.

Pfarrer Benny Joseph ist seit 2020 Seelsorger in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Freihung

Freihung
Info:

Die Seelsorger der Pfarrei

  • Ab 1930 Pfarrer Georg Kiener
  • Ab 1932 Pfarrer Jakob Feigl
  • Ab 1941 Pfarrer Karl Strunz
  • Ab 1949 Geistlicher Rat Robert Weiß
  • Ab 1969 Pfarrer Franz Magerer
  • Ab 1988 BGR Pfarrer Bernhard Huber
  • Seit September 2020 Pfarrer Benny Joseph Kochummundammalayil
Hintergrund:

Wichtige Ereignisse in der jüngeren Geschichte der Pfarrei

  • 1949 Nutzung der ehemaligen katholischen Schule als Kindergarten
  • 1962 Einbau der Orgel (22 Register mit 2 Manualen)
  • 1968/69 Renovierung: Neugestaltung der Kirchbänke, Türen und des Bodens
  • 1972 Einweihung neuer Kindergarten mit zwei Gruppen
  • 1979/80 Bau des Pfarrhofes am Harranger (neben der Schule)
  • 1984 Erweiterung des Friedhofs
  • 1987/88 Renovierung, dabei Erweiterung der Orgel auf 32 Register mit 3 Manualen
  • 1997 Erweiterung des Kindergartens
  • 1999 Abbruch des ehemaligen evangelischen Gemeindehauses (Schule)
  • 2002 Einweihung des Pfarrheims Sankt Josef
  • 2017/18 Renovierung unter der Führung von Pfarrer Bernhard Huber und Kirchenpfleger Eduard Neydert, unter anderem Überarbeitung der Kirchbänke und Beichtstühle
Hier am Hochaltar ist das wohl älteste Bild der Kirche zu sehen.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.