08.02.2019 - 10:59 Uhr
FreudenbergOberpfalz

40 Jahre Leerstand beseitigt

Ein lauter Lobgesang schallt durch das alte Forsthaus in Freudenberg: Nach 40 Jahren Leerstand ist das Gebäude nun endlich hergerichtet und bezugsfertig. Am Freitag gab es eine Einweihungsfeier mit viel Symbolik.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Das Lied "Lobe den Herren" tönte in den hohen, leeren Räumen des über 150 Jahre alten Gebäudes besonders schön. Pfarrer Moses Gudapati hatte es angestimmt, um für den Schutz der künftigen Bewohner zu beten. Schon am 15. Februar ziehen Muslime hier ein. An zwei junge Familien - anerkannte Aslybewerber aus Syrien - sind die beiden Wohnungen im Obergeschoss vermietet. Die größere, dritte Wohnung im Erdgeschoss ist noch nicht vergeben, aber auch hier wird in Kürze eine Flüchtlingsfamilie einziehen.

Bürgermeister Alwin Märkl sagte bei der offiziellen Einweihung, er freue sich, dass die Gemeinde eine soziale Aufgabe mit der Aufwertung des Ortskerns verbinden konnte. Durch das Programm "Leerstand nutzen - Lebensraum schaffen" der Städtebauförderung sei es möglich gewesen, eine 90-Prozent-Förderung für die Sanierung zu erhalten. 582 000 Euro seien für die Renovierung ursprünglich berechnet gewesen, 650 000 Euro habe die Maßnahme schließlich gekostet. Er sei zuversichtlich, dass die neuen Bewohner gut im Dorf aufgenommen werden. "Wir haben hier sehr offene und engagierte Menschen", sagte Märkl. "Ich bin sicher, dass wir die Integration gemeinsam meistern." Auch Landrat Richard Reisinger ist dieser Überzeugung. "Ihr habt alles richtig gemacht", sagte er an Märkls Adresse. "Den Ortskern belebt, Wohnraum geschaffen und die Förderung optimal genutzt." Architekt Herbert Harth stellte die Bedeutung des alten Forsthauses für das Ortsbild heraus. "Das ist ein kraftvoller, prächtiger Bau", sagte er und erzählte von der Geschichte des Hauses. Um das Jahr 1860 herum sei wohl der Bau begonnen worden, zuerst mit Natursteinen, eingeschossig und mit Walmdach. Später sei mit Ziegelsteinen aufgestockt worden. Bis 1976 war die Freudenberger Forstbehörde hier ansässig mit Büroräumen unten und einer Förster-Wohnung oben. Seit mehr als 40 Jahren aber stand das Gebäude an der Hauptstraße großteils leer und verfiel immer mehr.

Bei den sich über ein Jahr lang hinziehenden Sanierungsarbeiten wurden unter anderem Fenster und Böden ausgetauscht, die Heizung erneuert, alle Putze erneuert, Das Dachgebälk ausgebessert, das Dach gedämmt und neu eingedeckt. Im Frühjahr werden nun noch die Außenanlagen hergerichtet. Und auch die charakteristische Treppe zur Straße hin wird wieder errichtet - auch wenn sich der Eingang jetzt hinter dem Haus befindet.

Bericht über den Beginn der Planungen

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