12.11.2019 - 11:01 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Generalsanierung der 33 Jahre alten Kläranlage Freudenberg steht an

Die mechanisch-biologische Kläranlage Freudenberg ist seit dem Jahr 1986 in Betrieb. Aufgrund dieser langen Laufzeit bedarf sie nun einer grundlegenden Sanierung. Dabei wird auch eine energetische Optimierung in Betracht gezogen.

Seit 33 Jahren in Betrieb, ist nach Ansicht des Gemeinderats eine Generalsanierung der Kläranlage in Freudenberg unumgänglich.
von Alfred SchornerProfil

Claudia Scharnagl vom Ingenieurbüro U.T.E aus Regensburg unterbreitete dem Freudenberger Gemeinderat bei dessen Sitzung eine Tektur der Entwurfsplanung. Ziel ist es, die Baumaßnahme im Februar kommenden Jahres zu beginnen, um Mitte 2022 das Projekt abschließen zu können.

Neben energetischen Maßnahmen an Betriebsgebäude und Belebungsbecken I sowie notwendigen Betonsanierungen sind Neubauten unumgänglich. Das betrifft ein Rechengebäude, die Phosphatfällmittelstation, ein zweites Belebungsbecken, Werkstatt und Garage, verschiedene Abwasserschächte und diverse Leitungen.

All dies macht laut einer vorläufigen Kostenberechnung Investitionen in Höhe rund vier Millionen Euro nötig. Bürgermeister Alwin Märkl hofft, dass die Gemeinde durch Erreichen der Härtefallschwelle eine Förderung von 250 Euro pro Einwohner für die Sanierung von baulichen Abwasseranlagen bekommt. Außerdem erwartet er Mittel nach den Kostenrichtwerten für die Erweiterung der Kläranlage auf Grund der Ersterschließung im Oberland.

In Abstimmung mit dem ausführenden Ingenieurbüro hatte der Gemeinderat eine Simulation zur Errichtung einer Photovoltaikanlage und eine Wirtschaftsberechnung in Auftrag gegeben. Martin Huber vom Institut für Energietechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden ermittelte dazu in einer 3D-Simulation anhand detaillierter Gebäudepläne unter technischer und wirtschaftlicher Betrachtung die Dimensionen und stellte sie den Räten vor. Dabei unterschied Huber zwischen zwei Varianten: Belegung des aktuellen Betriebsgebäudes mit einer Anlagenleistung von 14,85 Kilowatt peak (kWp) sowie Belegung des aktuellen und des neuen Gebäudes mit einer Anlagenleistung von 24,75 kWp. Die Investitionskosten für die Lösung 1 betragen rund 18 000 Euro, für die zweite Variante sind es demnach rund 29 700 Euro.

Zusammenfassend stellte Huber fest, dass eine gute Stromeigennutzung in Höhe von 91 bis 98 Prozent und mit acht bis neun Jahren eine gute Amorisationszeit gegeben sind. Während bei der Variante eins höhere Renditen zu erwarten seien, zeichne sich bei Variante zwei ein größerer Gewinn nach 20 Jahren ab. Er wies daraufhin, dass vor Einholen der Angebote eine Einzelfallprüfung wichtiger Punkte notwendig sei, die er in seiner Betrachtung als erfüllt angenommen habe. Darunter fallen Komponenten wie Blitzschutz, Durchführbarkeit des Netzanschlusses in Abstimmung mit dem Netzbetreiber, Statik der Dächer und das benötigte Raumangebot für die Anlagentechnik. Der Gemeinderat wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit der weiteren Vorgehensweise und den Auftragsvergaben beschäftigen.

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