23.08.2020 - 10:07 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Sagenhafte Wandertour in Friedenfels

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Die Wanderung auf dem Klima-Terrain-Weg der Gemeinde Friedenfels ist auch eine Tour durch den reichen Sagenschatz des Steinwaldes. Wir nehmen Sie mit auf einen Rundweg durch Natur und Geschichte(n).

Eindrücke einer Wanderung auf dem Klima-Terrain-Weg: Zwischen Feldern und Wiesen hindurch geht es auf Friedenfels zu.
von Thomas Schaller Kontakt Profil

Die Tourist-Information der Gemeinde Friedenfels hält im Tourenportal der Tourismusarbeitsgemeinschaft Oberpfälzer Wald eine große Auswahl an Wandervorschlägen bereit. Eine besonders lohnende Route ist der Klima-Terrain-Weg, auf dem die Ausflügler die äußeren Reize der Natur harmonisierend auf ihren Körper wirken lassen können, wie es in der Beschreibung heißt. Wer sich vorab ein wenig mit den Sagen aus dem Steinwald befasst hat, gewinnt der Gegend noch einen weiteren Reiz ab.

Zur Vorbereitung auf die Wanderung im Naturpark Steinwald kann man sich auf dem Tourenportal auch eine GPX-Datei für das Navigationsgerät herunterladen.

Start und Ziel: Petruskirche Wäldern

Diese offizielle Beschreibung weicht allerdings von unserer Variante ab. Wir haben die Tour etwas abgewandelt, damit Friedenfels nicht Start- und Endpunkt der Wanderung ist, sondern als Raststation dient. Auf diese Weise kann man sich zum Beispiel in der dortigen "Schloßschänke" erfrischen. Unser Ausgangspunkt liegt also zwei Kilometer westlich der Gemeinde, an der Steinwaldkirche St. Petrus in Wäldern bei Pfaben.

Von dort steuern wir grob in östliche Richtung, wo wir zunächst im Wald und dann auf einer kurvigen Asphaltstraße hinunter zur Grenzmühle gelangen. Kurz davor geht ein Pfad rechts in den Wald hinein. Die Beschilderung mit einem roten Herz zeigt, dass wir uns jetzt auf dem Klima-Terrain-Weg befinden. Nun wird die Route sehr abwechslungsreich. Mal geht es über offenes Land bergauf, dann wieder eben durch den Wald. Ständige Begleiter auf der ganzen Tour sind die vielen Blütenpflanzen, die im Sommer den Insekten Nahrung geben.

Links auf dem bewaldeten Höhenzug ist immer wieder die Ruine Weißenstein auszumachen. Die Burg wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einer Sage nach war ihre Gründung schon ein knappes halbes Jahrtausend vorher. Ein aus seiner Heimat ausgewanderter Friesenfürst soll die Festung erbaut haben. Das Werk "Aus dem Sagenschatz des Steinwaldes" merkt an, dass die Burg auch dem Steinwald seinen Namen gegeben habe, der verkürzten Bezeichnung für den Burgbezirk "Weißenstein-Wald".

Durch Felder und Wiesen nach Friedenfels

Nach der Überquerung der Bärnhöher Straße muss man aufpassen, dass man den etwas verborgenen Eingang in den Wiesenpfad findet, der zwischen Feldern hindurch äußerst bequem direkt nach Friedenfels hinunterleitet. Sehenswert sind hier im Ort unter anderem die katholische Pfarrkirche Maria Immaculata und das Schloss.

Die beiden eingangs erwähnten Brüder sind freilich nicht nur die Hauptakteure in der Sage zur Gründung von Friedenfels, sondern es gibt auch einen geschichtlichen Hintergrund, der den Ursprung für die Namensgebung der Gemeinde bildet: Wie auf deren Internetseite nachzulesen ist, entstand das Schloss im Jahr 1586 nach der Erbteilung zwischen den Geschwistern Christoph und Friedrich Sittich Notthaft von Weißenstein. Durch die Neugründung konnten die Brüder ihren Streit beilegen. Christoph behielt das Schloss Thumsenreuth, und Friedrich Sittich baute sich ein eigenes, das er Friedenfels nannte – froh darüber, vor seinem Bruder Frieden gefunden zu haben.

Nach der Rast wird es etwas mühsam: Auf dem Kapellenweg führt die Tour an einem Kreuzweg mit Kalvarienberg entlang hinauf auf den Schusterberg. Kurz vor dem "Gipfel" lädt ein Lesebankerl zum Durchschnaufen ein. Eine Metallkiste voller Bücher steht daneben. Ein paar Meter weiter erreicht man die Kriegergedächtniskapelle, die unter einer riesigen Linde steht.

Rund um den Frauenreuther Weiher

Nun führt der Weg wieder hinunter in den von zahlreichen Gehölzinseln geprägten Talgrund und um den Frauenreuther Weiher herum. Die Stille, die auf den weitläufigen Wiesen herrscht, ist ungewohnt und angenehm. Angeblich, so heißt es in einer Sage, wird sie zuweilen unterbrochen von dem Glöckchen einer verschwundenen Kirche. Ein Einsiedler soll hier einst den Leichnam einer Freifrau von Burg Weißenstein begraben haben und immer wieder am Ave-Glöcklein ziehen. Kommt von der Frau von Weißenstein der Name des Ortsteils Frauenreuth?

Nachdem uns einige Zeit der Steinwaldbach begleitet hat, erreichen wir eine Furt, nach deren Überquerung der Weg in den Wald ansteigt, bevor er auf die Bärnhöhe hinausreicht. Von dort folgen wir der Beschilderung wieder hinunter ins Tal des Grenzbachs. Ein kleiner Abstecher zur Felsformation des Teufelssteins bietet sich an. An der Grenzmühle verabschieden uns Rotes Höhenvieh, Pferde und Ziegen vom Klima-Terrain-Weg, dann geht es wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Wäldern zurück.

Routenkarte

Der Klima-Terrain-Weg auf dem Friedenfelser Tourenportal

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Informationen:

Routenbeschreibung und Lektüre

  • Länge: rund 13 km
  • Höhenmeter: etwa 360
  • Dauer: ca. 3,5 bis 4 Stunden
  • Einkehrmöglichkeit: "Schloßschänke" Friedenfels

Wer sich für weitere Sagen interessiert, wird in dem Band "Aus dem Sagenschatz des Steinwaldes" fündig, den die Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth herausgegeben hat. Verlag: Buchhandlung Eckhard Bodner, ISBN: 978-3-939247-84-5, 19,90 €.

Viel Wissenswertes über die Gegend um Friedenfels und die anderen Gemeinden in der Region gibt es im offiziellen Naturpark- und Wanderführer "Natürlich Steinwald" von Wolfgang Benkhardt. Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, ISBN 978-3-935719-69-8.

Für weitere Auskünfte:

Tourist-Info Friedenfels

Telefon: 09683/92 31 15

E-Mail: tourist-info[at]friedenfels[dot]de

Internet: www.friedenfels.de

Die vollständige Sammlung der Ausflüge in der Region auf Onetz.de

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