Friedenfels
18.01.2022 - 13:23 Uhr
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Student aus Friedenfels forscht zum Thema Heimatverbundenheit und startet Umfrage

Jugendliche sind die Zukunft des ländlichen Raums. Können junge Leute bewogen werden, in ihrer Heimat zu bleiben? Adrian Käß aus Friedenfels erforscht dieses Thema. Jugendliche können bis 28. Januar Antworten geben.

Eine aktive Jugendbeteiligung ist Adrian Käß (Bild) wichtig. Im Rahmen seines Studiums forscht der junge Friedenfelser zum Thema Zukunft des ländlichen Raums. Im Hintergrund der mittlerweile geschlossene Jugendtreff „Exile“ in Friedenfels. Bild: bsc
Eine aktive Jugendbeteiligung ist Adrian Käß (Bild) wichtig. Im Rahmen seines Studiums forscht der junge Friedenfelser zum Thema Zukunft des ländlichen Raums. Im Hintergrund der mittlerweile geschlossene Jugendtreff „Exile“ in Friedenfels.

Adrian Käß studiert „Geoinformatik und Landmanagement“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg. Zusammen mit weiteren Kommilitonen aus der gesamten Oberpfalz, weiten Teilen Frankens sowie aus Niederbayern startete der Friedenfelser im Oktober 2018 im damals neu geschaffenen Studiengang in Amberg. In diesem Studium wird neben grundlegenden IT-Kenntnissen das Fachwissen über das Vermessungswesen, aber auch die Landentwicklung und das Regionalmanagement gelehrt und durch praktische Übungen ergänzt.

Nach sieben Semestern Regelstudienzeit steht nun das Ende des Studiums mit der Bachelorarbeit bevor. Der Student aus Friedenfels geht in seiner Abschlussarbeit einer Frage nach, die derzeit viele Menschen beschäftigt: Wie sieht die Zukunft des ländlichen Raums aus? Vom demografischen Wandel sind viele Regionen in Bayern betroffen. Gerade der Nordosten Bayerns spürt das. Die Gesellschaft als solche wird immer älter und junge Menschen ziehen immer häufiger vom Dorf in die Stadt. Die Folge sind sterbende Dörfer und übervolle Stadtgebiete.

Nachhaltige Stärkung

Wie können Jugendliche und junge Erwachsene also dazu bewogen werden, in ihrer Heimat zu bleiben? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Unter dem Titel „Die Zukunft der Ländlichen Entwicklung – Jugendbeteiligung als Schlüssel zur nachhaltigen Stärkung des ländlichen Raumes“ befasst sich der 21-Jährige im Rahmen seiner Bachelorarbeit mit diesen Fragen. Er versucht, eine Verbindung herzustellen zwischen der Jugendbeteiligung vor Ort und der Heimatverbundenheit, die letztlich dafür sorgen könne, dass junge Menschen in ihrer Heimatregion wohnen bleiben.

Darauf aufbauend möchte der Student in dieser Hinsicht konkrete Ansätze für die Ländliche Entwicklung herausarbeiten. „Jugendliche sind die Zukunft des ländlichen Raumes“, stellt Adrian Käß klar und verweist darauf, dass die natürliche Bevölkerungsentwicklung in Zukunft nicht mehr ausreichen werde, positive Bevölkerungszahlen zu erreichen, da mehr Menschen sterben, als geboren würden. Deshalb sei man auf jeden jungen Menschen angewiesen, der in seiner Heimat bleibe oder nach dem Studium zurückkehre.

Attraktive Arbeitsplätze

Mit Blick auf diesen Aspekt unterstreicht Adrian Käß weiter: „Jeder junge Mensch soll die Möglichkeiten nutzen, beispielsweise zum Studium andere Regionen kennenzulernen. Aber mir ist wichtig, dass sie den Wert ihrer Heimat kennen und sich freiwillig dazu entscheiden, hier zu bleiben oder nach der Ausbildung wenigstens wieder zurückzukommen.“ Durch aktive Jugendbeteiligung, so der Ansatz der Abschlussarbeit, könne dazu beigetragen werden, dass junge Menschen ihrer Heimat treu bleiben. Jedoch hänge dies auch von vielen weiteren Faktoren ab, wie zum Beispiel guten Arbeits- und Wohnmöglichkeiten. Adrian Käß weiß, wovon er spricht. Trotz seiner 21 Jahre ist er bereits seit mehreren Jahren im Erholungsort politisch engagiert und übernimmt auch Führungsaufgaben. Zudem betreibt er aktiv Wettkampfsport beim Schützenverein Frauenreuth.

Da die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in seiner Arbeit eine wesentliche Rolle spielen, möchte der Student ihnen auch die Möglichkeit geben, sich zu diesen Themen zu äußern. Dazu hat er eine Umfrage gestartet. Darin beantwortet werden sollen unter anderem Fragen zum ehrenamtlichen Engagement, zu den örtlichen Mitsprachemöglichkeiten und zum Freizeitangebot in der Gemeinde. Zusätzlich wird nach den sogenannten Push- und Pull-Faktoren gefragt, also Beweggründen für oder gegen einen Wegzug. Außerdem ist die Möglichkeit gegeben, die Hintergründe zu den jeweiligen Entscheidungen mitzuteilen. Konkret besteht die Zielgruppe der Befragung aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die im Landkreis Tirschenreuth wohnen oder gewohnt haben. Der Fragebogen ist bis zum 28. Januar 2022 zur Beantwortung geöffnet.

Danach müssen die Daten ausgewertet und in Zusammenhang gebracht werden. Je mehr junge Leute aus dem Landkreis an der Umfrage teilnehmen, umso umfangreicher werde die Datenlage, so der Friedenfelser Student. Deshalb setzt er auf eine gute Resonanz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihre Meinung einbringen. Adrian Käß: „Auch das ist bereits aktive Jugendbeteiligung.“ Wer die Abschlussarbeit von Adrian Käß mit der Teilnahme an der Umfrage unterstützen möchte, kann dies über das Internet (https://www.empirio.de/s/5LkadkQVVn) tun.

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Tirschenreuth19.08.2021

„Jugendliche sind die Zukunft des ländlichen Raumes.“

Adrian Käß

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