09.07.2020 - 17:20 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Evangeliar als Ministranten-Geschenk

In der Regel besitzen alle Kirchengemeinden ein Evangeliar, aus dem der Pfarrer und der Lektor die Lesungen vortragen. Über ein besonderes Exemplar, das in der Diözese einmalig ist, freuen sich Pfarrer Joseph und Pater Martin in Fuchsmühl.

Das handgeschriebene Evangeliar übergaben die Ministranten-Gruppenleiter Markus Konz (links), Silke Bächer (Vierte von links) und Siegfried Trießl (Zweiter von rechts) an Pfarrer Joseph (Dritter von links) und Kaplan Pater Martin (Dritter von rechts).
von Werner RoblProfil

Wochenlang pausierte auch der Ministrantendienst in Fuchsmühl. Nach der langen, Corona-bedingten Unterbrechung kehrt aber in der Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ unter Einhaltung bestimmter Auflagen wieder ein Stück Normalität zurück. Zum wiedererlangten Bild gehören auch die Ministranten am Altar.

Seit ein paar Tagen sind die 33 Messdiener, die in Fuchsmühl von Silke Bächer, Markus Konz und Siegfried Trißl betreut werden, wieder aktiv im Dienst. Beim ersten Wiedersehen war die Freude natürlich groß. „Wir konnten uns lange nicht mehr treffen“, bedauerte Silke Bächer im Jugendheim. Zudem zog die Sprecherin des Leitungsgremiums Bilanz einer zurückliegenden Arbeit, mit der sich die Minis wochenlang beschäftigten. Angeregt wurde die Aufgabe vom Arbeitskreis Ministranten (AKM) der Diözese Regensburg beziehungsweise dessen Referenten, Winfried Brandmaier, um die freie Zeit sinnvoll zu überbrücken.

Die Idee, die um Ostern in der Fachstelle reifte, war ein von den Ministranten gestaltetes Evangeliar, das nach der Fertigstellung in den Gottesdiensten auch verwendet werden kann. Von der Anregung begeistert machten sich die Fuchsmühler sofort ans Werk. Die Textstellen wurden an die Ministranten verteilt, um sie dann – per Hand oder Computer – auf Papier zu bringen. Für die Ausschmückung sorgten gemalte oder gezeichnete Bilder. Andere fügten bereits fertige Motive ein.

Das fertige Evangeliar jetzt Pfarrer Joseph und Kaplan Pater Martin. Wie die Sprecherin der Ministranten, Silke Bächer, dabei anklingen ließ, entschloss man sich für das Lesejahr B, angefangen vom 1. Advent bis zum Christkönigsfest. „Somit kann das gebundene Werk ab dem kommenden Kirchenjahr, das am Sonntag, 29. November, beginnt, in den Messen eingesetzt werden“, informierte Bächer.

Vom Fleiß der Fuchsmühler Minis positiv überrascht zeigten sich auch das AKM und Referent Brandmaier. Die Rückmeldung vor ein paar Wochen, dass Fuchsmühl, als tatsächlich einzige Pfarrei in der Diözese, dem Aufruf gefolgt war, freute die Beteiligten sehr. „Ich bin stolz auf unsere Ministranten“, lobte Pfarrer Joseph das „bewundernswerte“ Engagement. Der Einfall, sich auf diese Art kreativ einzubringen, habe ihn sehr beeindruckt.

Mit Blick auf das neue Evangelienbuch betonten die Mädchen und Buben übereinstimmend, dass man die Gemeinschaft trotz der Trennung aufrecht erhalten konnte. „Auf diese Art wurde uns, in der Altar-freien Coronazeit, das Wort Gottes auf besondere Weise nähergebracht“, bestätigten die Gruppenleiter. Auf Facebook folgte auch ein Lob aus Regensburg vom Ministrantenpastoral des Bischöflichen Jugendamtes.

Trotz Corona-Einschränkungen feierte die Pfarrei Fuchsmühl im Mai das Rita-Fest:

Fuchsmühl
Dem Ideenreichtum waren keine Grenzen gesetzt. Das Evangeliar beginnt am 1. Advent und endet am Christkönigstag. Darin enthalten sind auch alle Feiertage des Kirchenjahres.
Die Evangelien sind handgeschrieben oder wurden mit dem Computer abgetippt. Die Texte werden von Bildern begleitet.

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