10.07.2020 - 11:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Container sollen eingehaust werden

Städtische Containerstellplätze sollen optisch aufgewertet und eingehaust werden. Dies könnte aber zu Missbrauch führen. Freie Wähler und SPD fordern außerdem, die momentane Arbeitssituation des Stadtrats zu überdenken.

Alle städtischen Containerstellplätze Grafenwöhrs sollen eine Einhausung und Befestigung bekommen. So sieht der Stellplatz in Hütten aus.
von Stefan NeidlProfil

So wichtig Recycling auch sein mag, schön anzusehen sind die Stellplätze für Flaschen- und Dosencontainer wirklich nicht. Darum hatte Johannes Stauber (CSU) in der Stadtratssitzung vom 25. Juni vorgeschlagen, diese zu befestigen und einzuhausen. Im Stadtgebiet gibt es insgesamt zwölf solcher Einrichtungen – acht davon befinden sich auf Gemeindegebiet, die übrigen auf privaten Grundstücken.

Containerstellplätze in Hütten und am Ochsenhut wurden bereits befestigt und eingefriedet. In Gmünd, in der Wolfgangsiedlung und in der Bahnhofsiedlung sind die Anlagen befestigt und es fehlt die Einhausung. In Gößenreuth, In der Wehr und im Geismannskeller dagegen wäre beides noch nötig. Als Beispiel betrugen die Kosten für den Hüttener Stellplatz 15.000 Euro. Eine Befestigung würde weitere 8000 bis 10.000 Euro kosten. Auf privatem Grund stehen noch in der Richard-Wagner-Straße, Am Schönberg, in der Eichendorffstraße und am Leitenbühl Dosen- und Glascontainer.

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) wertete gegenüber dem Bauausschuss eine solche Einhausung als optische Aufwertung – er weiß aber auch, dass bereits eingehauste Stellplätze zur sachfremden Müllabladung missbraucht wird. Die Hemmschwelle sei niedriger, schließlich sieht keiner was dort gerade geschieht. Das ist auch Gerald Morgenstern (CSU) bewusst: Ein lokaler Hausmeisterservice ist mit der Reinigung der Plätze beauftragt und dieser habe ihm versichert, gegen die Einfriedungen zu sein. Besonders schlimm sei der Missbrauch an der Richard-Wagner-Straße wegen der zugezogenen Gastronomie in der Nähe. Zur Regulierung schlug Anita Stauber (CSU) die Einführung eines Bußgeldkatalogs und dem Aufstellen von Warnschildern vor. Morgenstern überlegte, den problematischen Stellplatz weg von der Gastronomie zu verlegen.

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Timo Schön, Thomas Weiß (beide SPD) und Thomas Schopf (FW) begrüßten die Idee der Einhausung und Befestigungen und wollten nicht wegen einiger unvernünftigen Bürger auf diese Aufwertung verzichten. Schopf schlug zudem vor, die Einhausung ohne zu großen Aufwand vom Bauhof anfertigen zu lassen, was eventuell auch Inhaber privater Stellplätze überzeugen würde teilzunehmen. Der Bürgermeister befürwortete den Vorschlag.

So beschloss der Bauausschuss einstimmig Angebote für alle sechs städtischen Containerstellplätze zur Befestigung und Einhausung einzuholen sowie die Prüfung eines Baus durch den Bauhof.

In der Hangstraße wurde einem Einfamilienhaus ein Kniestock von 1,60 Meter anstelle eines Vollgeschosses und dem Nebengebäude eine abweichende Bedachung vom Hauptgebäude genehmigt. Einem Bauherrn in der Lustäckerstraße in Gmünd wurde für ein Tiny-House ein Flachdach verweigert und als Alternative ein Pultdach genehmigt.

Schopf wünschte sich regelmäßige Baubegehungen aktueller Projekte. Außerdem störte ihn die Dauer der letzten Sitzungen, die mit Ortsbegehungen, öffentlichem und nicht-öffentlichem Teil bis zu fünf Stunden dauerten. Er fragte nach einem Ansetzen von außerordentlichen Sitzungen. Knobloch erinnerte an Termindruck, Fristen sowie viele Tagesordnungspunkte, die abgearbeitet werden müssen und bedauerte selbst nur wenige Abende Zeit für mehr Sitzungen zu haben.

Weiß schlug eine Verlegung der Stadtratssitzungen in die Schulturnhalle vor. Wegen Corona finden die Sitzungen in der Schulaula wie bei einer Prüfungssituation statt. Diese Sitzordnung sei kontraproduktiv und er wollte wieder kreisförmig sitzen, so dass jeder jeden sieht. Stadtbaumeister Hans Rettinger bemängelte die fehlende Technik in der Schulturnhalle für Sitzungen. Knobloch gab Weiß Recht und will sich etwas einfallen lassen.

Alle städtischen Containerstellplätze Grafenwöhrs sollen eine Einhausung und Befestigung bekommen. So sieht der Stellplatz im Ochsenhut aus.

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