18.10.2018 - 15:16 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Feuerwehrübung mit Flughelferstaffel auf dem Truppenübungsplatz

Im August 2018 brennt es mehrmals auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Die Feuerwehren löschen aus der Luft. Bei einer zweitägigen Übung rüsten sich die Einsatzkräfte für derartige Einsätze in der Zukunft.

Ein Hubschrauber wird mit Einsatzkräften bemannt.
von Autor XRIProfil

Außenlastbehälter sowie Hubschrauber waren im August nötig, um bei einem größeren Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz löschen zu können (wir berichteten). Erneut waren nun Feuerwehren aus ganz Bayern sowie Polizeihubschrauber auf dem Militärgelände im Einsatz. Dieses Mal war es kein Großfeuer, sondern die extra angelegte Übung "Sommerfeuer 2018", welche die Einsatzkräfte nach Grafenwöhr führte.

Einsatzgruppen des Feuerwehr-Hilfeleistungskontingents "Waldbrandbekämpfung aus der Luft" aus Amberg, Bayreuth, Herzogenaurach sowie die "Fachberater Flughelfer" der Feuerwehr Thürnstein bereiteten sich zwei Tage lang unter der Federführung des Kompetenzzentrums für Flughelfer der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg auf einen möglichen Ernstfall vor. Auf dem weitläufigen Gelände des Truppenübungsplatzes waren perfekte Bedingungen gegeben. Unterstützung erhielten sie von der US-Feuerwehr Grafenwöhr, welche ebenfalls eine eigene Flughelfergruppe stellt. Sammelpunkt aller Einsatzkontingente war in Amberg.

Im Verband mit rund 20 Einsatzfahrzeugen wurden die über 80 Einsatzkräfte nach Grafenwöhr verlegt und in Truppengebäude der Bundeswehr untergebracht. Nach einer ersten Begrüßung durch den Leiter der Feuerwehrschule Würzburg, Roland Demke, sowie einer Einweisung auf das Übungsgelände durch Hauptmann Hans-Jürgen Gmeiner vom Deutschen Militärischen Vertreter startete der Übungsbetrieb. Beide Tage setzte die Polizeihubschrauberstaffel Bayern ihre modernen Eurocopter ein. Dieser flog Personal und Material vom Bereitstellungsplatz zu einer fiktiven Einsatzstelle, mitten in die sogenannte Dropzone, einem Freigelände, welches die US-Armee für Fallschirmsprünge nutzt.

Zum Teil wurde das Feuerwehrpersonal per Seilwinde aus luftiger Höhe zu Boden abgelassen. Weitere Schwerpunkte der Übung war der Einsatz der Löschwasserbehälter. In enger Zusammenarbeit mit dem Bodenpersonal der Feuerwehr wurden die Behälter vorbereitet, befüllt und zum Einsatzort transportiert. Auch ein selbstständiges Befüllen an einem Weiher war Teil der Übung. Weitere Einsatzkräfte mussten den Brandschutz am Bereitstellungsplatz sicherstellen. Feuerwehr und Polizei arbeiteten Hand in Hand und absolvierten so alle Übungen erfolgreich.

Organisiert hatten die Übung Stephan Brust, Brandamtmann der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, und Assistent-Fire-Chief Gerhard Biersack von der US-Feuerwehr Grafenwöhr. Beide zeigten sich begeistert und erfreut über den erfolgreichen Verlauf der zweitägigen Übung. Brust erläuterte, dass diese nach den Planungsrichtlinien für die Aufstellung von Feuerwehr-Hilfeleistungskontingenten zur überregionalen sowie länder- oder staatenübergreifenden Katastrophenhilfe durchgeführt wurde. Im Blickpunkt

Hilfe im Katastrophenfall:

Um bei Großschadenslagen und Katastropheneinsätzen, dass Feuerwehren auch außerhalb ihrer kommunalen Zuständigkeit eingesetzt werden müssen. Um diese Unterstützung leisten zu können mussten organisatorische Vorausplanungen getroffen werden, um bei Bedarf entsprechend reagieren zu können. Zielsetzung des Bayerischen Staatsministeriums ist es, einer Hilfe anfordernden Stelle innerhalb oder außerhalb Bayerns in angemessener Zeit personell und materiell wirksame Hilfe mit Einsatzkräften der Feuerwehr zu leisten. Um dieses Ziel erreichen reagieren zu können, wurden in Bayern flächendeckend Standardkontingente und Spezialkontingente zum Einsatz bei Hochwasser, Sturmschäden, zur Ölabwehr, bei ABC-Lagen und Waldbränden gegründet und vorbereitet. Diese Verbände müssen so aufgestellt und aufgerüstet werden, dass sie für 48 Stunden autark geführt und eingesetzt werden können. Seit 1980 wurde ein flächendeckendes Stationierungssystem von Löschwasseraussenbehältern bei den Feuerwehren in Bayern aufgebaut und vom Freistaat bis heute erhalten. Immer wieder wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von den Behältern technisch verbessert und den Einsatzanforderungen angepasst. Unter der Federführung des Kompetenzzentrums für Flughelfer an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg wurde in den letzten Jahren wurde in enger Abstimmung mit den 18 Flughelferstandorten sowie dem Landesfeuerwehrverband Bayern Erneuerungen und eine Ergänzung der Ausstattung abgestimmt. Zudem erfolgte die Aus- und Fortbildung der 18 Flughelfergruppen bayernweit einheitlich und regelmäßig. Durchschnittlich 20 Flughelfer hat jede dieser Gruppen. Geschult sind die Spezialisten auf den Umgang mit Aussenlastbehältern und den dafür benötigen Hubschraubern. Insgesamt werden 40 Behälter von 900 bis 5000 Liter Fassungsvermögen vorgehalten. Die Hubschrauber werden vornehmlich durch die Polizeihubschrauberstaffel Bayern gestellt. Zusätzliche Hubschrauber können von der Bundeswehr oder der Bundespolizei angefordert werden. Das System der Löschwasseraußenlastbehälter stellt eine Wasserentnahme aus jedem See, Weiher oder auch Fluss sicher.

Zahlreiche Feuerwehrleute beteiligen sich an der Übung.
Ein Gruppenfoto vor dem Hubschrauber darf nicht fehlen.
Ein Hubschrauber hebt mit einem Löschbehälter ab.
Zielgenau muss der Pilot den Hubschrauber ins Gefahrengebiet fliegen.
In luftiger Höhe üben die Rettungskräfte den Einsatz.

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