Grafenwöhr
05.06.2026 - 11:32 Uhr
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Polizei Eschenbach: Hohe Aufklärungsquote bei Straftaten, mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Die Polizeiinspektion Eschenbach zieht eine positive Bilanz in ihrer Kriminal- und Verkehrsstatistik. Trotz gestiegener Straftaten bleibt die Aufklärungsquote über dem bayerischen Durchschnitt.

Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Jahr 2025 im Dienststellenbereich der Polizeiinspektion Eschenbach im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen – von 702 auf 732. Symbolbild: Marijan Murat/dpa
Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Jahr 2025 im Dienststellenbereich der Polizeiinspektion Eschenbach im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen – von 702 auf 732.

Wie sicher ist es im Dienstbereich der Polizeiinspektion Eschenbach? Die jährliche Kriminal- und Verkehrsstatistik gibt Antworten. Das Fazit: Die Zahlen zeigen insgesamt eine positive Entwicklung. Zu verdanken sei das auch der guten Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden sowie der Feuerwehr und den Rettungskräften, fasste es Polizeihauptkommissar Thorsten Fiebiger bei einem Sicherheitsgespräch am Mittwoch in Grafenwöhr zusammen – auch wenn die Zahl der Straftaten von 702 auf 732 gestiegen sei. „Wir hatten im Jahr 2025 eine Aufklärungsquote von über 70 Prozent. Bayernweit liegt die Aufklärungsquote bei 66 Prozent. Wir sind also gut mit dabei“, sagte Fiebiger.

Mehr schwere Diebstähle

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizeiinspektion Eschenbach insgesamt 146 Diebstahldelikte. Im Jahr 2024 waren es 160 Fälle. „Auch wenn die Zahl gesunken ist, war jedes dritte Diebstahldelikt ein besonders schwerer Fall“, sagt Fiebiger. Der Anstieg von 39 auf 54 Fällen sei jedoch zu einem wesentlichen Teil auf drei Serien zurückzuführen, die alle aufgeklärt werden konnten. Beispielsweise hatte ein Pärchen aus der Slowakei mehrere Opferstöcke in Kirchen aufgebrochen.

Beim sogenannten „einfachen Diebstahl“ ist ein Rückgang von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Ladendiebstähle gab es sogar „nur“ noch 21 – 2024 waren es 44. Außerdem wurde im vergangenen Jahr nur ein Auto gestohlen. Allerdings gab es elf Fälle, bei denen Abdeckplanen, Kennzeichen und Fahrzeugteile entwendet und Autos aufgebrochen wurden. Die Fahrraddiebstähle sanken von 19 auf 6 Fälle.

Mehr Fälle von häuslicher Gewalt

Im Jahr 2025 gab es mehr Fälle von häuslicher Gewalt als noch im Vorjahr, insgesamt 82. „Wir gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist“, sagt Fiebiger. „Auch Männer erleben häusliche Gewalt. Dennoch ist der überwiegende Teil der Opfer weiblich.“

Deutschlandweit erlebt rund ein Viertel aller Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch Beziehungspartner – mindestens ein- oder mehrmals, heißt es von der Polizei Eschenbach. Dabei handelt es sich um Nötigungs-, Bedrohungs-, Körperverletzungs- und Sexualdelikte. Auch Delikte, die sich nach der Trennung ereigneten und noch in direktem Bezug zur früheren Lebensgemeinschaft stehen, was auch Stalking miteinschließt, werden unter dem Begriff häusliche Gewalt zusammengefasst.

Betrug und Computerkriminalität

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 261 Betrugsfälle angezeigt. Allerdings bearbeitete die Polizeiinspektion Eschenbach nur 58 davon. „Viele Taten passieren woanders, oft auch im Ausland. Callcenter-Betrüger sitzen meist nicht in Deutschland“, erklärt Fiebiger. Ein Großteil der Betrugs- und auch der Cybercrime-Delikte, zu denen unter anderem Hacking, Verbreitung von Schadsoftware, Online-Betrug, Phishing oder Identitätsdiebstahl zählen, wird aufgrund örtlicher und sachlicher Zuständigkeit daher an andere Dienststellen zur Endsachbearbeitung abgegeben.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Die Delikte, die unter „Gewalt gegen Polizeibeamte“ fallen, sind beispielsweise Beleidigungen, Bedrohungen oder auch Körperverletzungen. Im Jahr 2025 gab es insgesamt sieben Fälle. „Glücklicherweise wurde kein Beamter schwerwiegend verletzt“, sagt Fiebiger. Bei den Tätern handelte es sich um fünf Männer und zwei Frauen, wobei sechs erwachsen und einer heranwachsend waren.

Versuchte Tötung in Altendorf

Ein besonders schwerer Fall ereignete sich im Juni 2025 in Altendorf bei Pressath. Ein 21-Jähriger stach mit einem Messer auf einen 17-Jährigen ein. Er und 18 weitere Personen verbrachten im Juni ein Wochenende im Franz-Ettenreich-Haus. Anlass war eine Kolping-Freizeit. Das 17-jährige Opfer wurde so schwer am Herzen verletzt, dass es durch eine Notoperation gerettet werden musste. Der Täter wollte anschließend noch auf seine Ex-Freundin einstechen. Er packte sie, sie konnte sich jedoch aus seinem Griff befreien und flüchten. Der Mann wurde im Mai vom Landgericht Weiden wegen zweifachen versuchten Mordes zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Keine tödlichen Verkehrsunfälle

Die Zahl der Verkehrsunfälle fiel im Vergleich zum Vorjahr um 30 Unfälle auf 827. Davon waren 608 Kleinunfälle (dazu zählen auch Wildunfälle), 144 schwerwiegende Unfälle (mit Sachschadenanzeigen) und 75 Unfälle mit Personenschaden, also Leicht- und Schwerverletzten. Unfälle, bei denen ein Mensch ums Leben kam, gab es nicht.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Senioren ab 65 Jahren beteiligt waren, ging zurück. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Anzahl dieser Verkehrsunfälle um acht (20 Prozent), sodass 32 Unfälle aufgenommen wurden. In 19 Fällen galten die Senioren selbst als Unfallverursacher. Dagegen stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern auf das Niveau von 2023 und damit wieder auf den Höchststand von 18 Unfällen. An den Unfällen waren 21 Radfahrer beteiligt, von denen 18 verletzt wurden.

Die häufigsten Unfallursachen

Das Nichteinhalten des erforderlichen Sicherheitsabstands und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren gehören mit zu den häufigsten Unfallursachen (107 und 101 Fälle). Die Vorfahrt wurde in 36 Fällen missachtet, bei 14 Unfällen war übermäßiger Alkoholkonsum der Fahrzeugführer im Spiel. Weitere Unfallursachen sind überhöhte Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, falsche Straßenbenutzung, gefährliche Überholmanöver und die Wetterbedingungen. „Wir stellen auch fest, dass immer mehr Fahrzeugführer von ihrem Handy abgelenkt werden“, sagt Fiebiger. Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion Eschenbach im vergangenen Jahr 267 Handyverstöße.

Zuständigkeitsbereich

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Eschenbach umfasst zehn Städte und Gemeinden im westlichen Landkreis Neustadt/WN mit einer Fläche von rund 536 Quadratkilometern und etwa 26.100 Einwohnern. Einen Großteil des Dienstbereichs nimmt der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ein. Hiervon betreut die Polizeiinspektion Eschenbach rund 188 Quadratkilometer. Außerdem ist der angeführten Einwohnerzahl je nach Übungsaufkommen eine stark schwankende Anzahl von etwa 10.000 bis 15.000 US-Soldaten mit Familienangehörigen hinzuzurechnen.

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