24.09.2020 - 12:21 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Trauernde nehmen am Grab von Max Reiter Abschied

Gläubig und mit einem tiefen Vertrauen in Gott verstirbt Max Reiter im Alter von 95 Jahren. Eine große Trauergemeinde gibt dem engagierten Grafenwöhrer das letzte Geleit.

Stadtpfarrer Bernhard Müller betet am offenen Grab von Max Reiter. Familie, Vereine und eine große Trauergemeinde verabschieden sich von dem Grafenwöhrer.
von Autor MORProfil

Stadtpfarrer Bernhard Müller, Ruhestandsgeistlicher Hans Bayer und Pfarrer Thomas Kraus aus Kemnath zelebrierten das Requiem in der zu coronabedingungen vollbesetzten Friedenskirche in Grafenwöhr. Müller blickte in der Predigt auf das Leben von Max Reiter zurück. Im Dezember 1924 wurde dieser in der Grafenwöhrer Vorstadt geboren und erlernte im elterlichen Betrieb das Steinmetzhandwerk. Die Kriegswirren führten ihn durch ganz Europa, ehe er Weihnachten 1945 aus französischer Gefangenschaft in seine Heimatstadt zurückkehrte. Aus der Ehe mit seiner Anni gingen fünf Kinder hervor. Max Reiter zeigte Zeit seines Lebens großes ehrenamtliches Engagement, auch in der Pfarrgemeinde als Lektor und Mitglied des Pfarrgemeinderates. Ein besonderer Ort wurde für ihn der Annaberg. An der Kirche, dem Kreuzweg und der Grotte setzte er bei Steinmetzarbeiten sein handwerkliches Geschick ein. Schwer trafen ihn 2015 der Tod seiner Ehefrau Anni und seines ältesten Sohnes Norbert im Jahr 2017. „Dennoch hat ihn sein Lebensmut, gehalten von einem starken Glauben an Gott, nie verlassen“, sagte der Pfarrer. Der Priester würdigte seine regelmäßigen Messbesuche und das Interesse am öffentlichen Geschehen. Max Reiter lebte im Haus bei seiner Tochter Gabi, Pflege erhielt er auch durch die Caritas, wo er die Tagesbetreuung in der Arche besuchte. Nach kurzem Aufenthalt im Klinikum und der Palliativstation Weiden entschlief Max Reiter friedlich. Mit der Bitte, Gott möge ihn aufnehmen und all seine guten Taten im Leben vergelten, endete die Predigt.

Ein Bericht über den 95. Geburtstag von Max Reiter

Grafenwöhr

Zur Großfamilie Reiter gehören zehn Enkelkinder und drei Urenkel. Die Enkel trugen auch die Fürbitten im Gottesdienst vor und geleiteten am Friedhof den Sarg. Bei den Nachrufen in der Kirche würdige Angela Biersack das Wirken von Max Reiter bei Kolping und dem Heimatverein. Seit 1947 gehörte er der Kolpingsfamilie an und zeigte dort sportlichen Einsatz beim Kegeln und Eisstockschießen. Unvergessen seien die Besuche des Kolpingnikolaus' an seinem Geburtstag am 5. Dezember. 1993 wurde Max Reiter Ehrenmitglied des Heimatvereins, damit wurde sein Engagement im Vorstand, bei Festen sowie Arbeiten auf dem Schönberg und im Museum gewürdigt. Der ehrenamtliche Einsatz wurde 2012 auch mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten belohnt, so die Rednerin. Im Alter von 18 Jahren trat Max Reiter in die Feuerwehr ein, leistete dort auch aktiven Dienst und gehörte der Wehr somit 78 Jahre an, hob zudem Vorsitzender und Kommandant Alexander Richter heraus. Weiterhin war Max Reiter 61 Jahre Mitglied im Männergesangverein und kam dort seiner Leidenschaft, dem Singen, nach. In Beileidsschreiben wurden auch die Mitgliedschaften bei der CSU und in der Sportvereinigung TuS/DJK gewürdigt.

Die Stadtkapelle, Feuerwehrkameraden sowie die Fahnen von Feuerwehr und Kolping begleiteten den Trauerzug zum Friedhof. Ein musikalischer Abschiedsgruß waren der "Treue Kamerad" und das "Feierabendlied".

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