Grafenwöhr
18.02.2026 - 11:16 Uhr
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Warnstreiks der US-Army-Beschäftigten: Verdi fordert höhere Löhne

Verdi ruft die Beschäftigten der US-Army zu Warnstreiks auf, da die Arbeitgeber bisher keine Lohnerhöhung angeboten haben. In der Oberpfalz betrifft es die Truppenübungsplätze Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der US-Army zu Warnstreiks aufgerufen, da es bei der jüngsten Verhandlungsrunde kein Angebot der Arbeitgeber gab. Über 300 Beschäftigte nahmen am Mittwoch, 18. Februar, in Grafenwöhr daran teil. Verdi fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten und Auszubildenden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Mit unserer Forderung stärken wir vor allem Beschäftigte mit niedrigen Stundenlöhnen im Bereich des gesetzlichen Mindestlohns und solche mit vielen monatlichen Arbeitsstunden, wie etwa bei der Feuerwehr“, erläuterte Tarifkommissionsmitglied Wolfgang Dagner.

"Das ist inakzeptabel"

Die anhaltenden Haushaltsdebatten in den USA waren einer der Gründe, warum die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorlegten. „Das ist inakzeptabel, denn für die täglichen Preissteigerungen gibt es keine Pausentaste. Ob Wohnen, Energie, Mobilität oder Lebensmittel: Diese Fixkosten werden nicht einfach ausgesetzt, weil es keine Entgeltsteigerungen gibt“, begründete Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner die Streiks.„Jetzt ist Zeit für ernste Angebote. Die Tarifverhandlungen für die ortsansässigen Beschäftigten der Stationierungsstreitkräfte betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US-Army“, erläuterte Birner bei der Kundgebung am ersten Streiktag vor Wache 3. Zwei weitere Streiktage am Donnerstag und Freitag sollen folgen. Dabeisein sei alles – das gelte nicht nur bei Olympia, sondern auch hier. Es sei die beste Voraussetzung, damit die berechtigte Forderung umgesetzt wird. „Wir sind es wert“, bekräftigte auch Dagner.

„Solidarität geht nicht in Rente“, betonte Manfred Haberzeth, Oberpfälzer Seniorenvorsitzender von Verdi. Ohne Opa und Oma laufe nichts. „Wir haben bei der Rente die gleichen Probleme wie die Arbeitnehmer auch. Die Kosten steigen permanent.“ Manuela Dietz von Verdi Bayern nannte es „ignorant und respektlos“, wenn man am Verhandlungstag nicht erscheint. Ohne Streik gehe es deshalb nicht. Wenn ihr so wärt wie die Arbeitgeber, würde unser Land stillstehen. Der Streik sei ein „Mitmachding“ und es gehe um Solidarität: Wir sind laut, wenn man um das Geld kämpft. Der Truppenübungsplatz ist der größte Arbeitgeber in der Region; deshalb soll es zügige und faire Verhandlungen geben, forderte Bürgermeister Edgar Knobloch.

In Bayern und Rheinland-Pfalz

Die Tarifverhandlungen betreffen bundesweit alle Truppenübungsplätze der US-Army sowie britische, französische und kanadische Streitkräfte und die NATO mit Schwerpunkten in Bayern und Rheinland-Pfalz. In Bayern sind Standorte in der Oberpfalz (Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels), Mittelfranken (Katterbach, Illesheim) sowie Kempten (Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen) betroffen – insgesamt etwa 3000 ortsansässige Beschäftigte. Das Bundesfinanzministerium führt im Einvernehmen mit den Gaststreitkräften die Verhandlungen für die Arbeitgeberseite; für die Beschäftigten verhandelt Verdi. Die Gespräche begannen am 5. Februar und sollen am 4. und 5. März in Berlin fortgesetzt werden.

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