Gastronomie nicht bevorteilt

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Der Einzelhandel und die Gastronomie sind durch Corona stark gebeutelt. Doch den Vorwurf, dass die Wirte höhere staatliche Hilfen bekommen, als die Händler - das will Wirts-Familie Lang nicht gelten lassen.

Die Gastronomie erhielt höhere staatliche Unterstützung als der Einzelhandel? Dem Vorwurf widersprechen die Wirtsleute Gerhard Lang junior (links) und Gerhard Lang senior. Lockdown und Corona-Einschränkungen führten zu enormen Verlusten in der Gaststätte „Petersklause“ und auf dem Campingplatz in Großbüchlberg.
von Josef RosnerProfil

Dass die Gastronomie in der Coronakrise höhere staatliche Unterstützung erhält als der Einzelhandel – dem können Petersklausen-Wirt Gerhard Lang junior und sein Vater Gerhard Lang senior, der den Campingplatz in Großbüchlberg betreibt, nicht grundsätzlich zustimmen.

Einbußen seit Pandemiebeginn

Die Gastronomen mussten bereits am 2. November ihre Türen schließen, zwei Wochen früher als der Einzelhandel. "Nur in den Monaten November und Dezember gab es die erhöhte Förderung. Von einer ungleichmäßigen Bevorteilung der Gastronomie kann nicht die Rede sein", fanden Vater und Sohn. Seit 1. Januar 2021 erhalten die Gastronomen die gleiche Corona-Unterstützung vom Staat wie der Einzelhandel. Der Wirt der "Petersklause" betont zudem, dass die Gastronomie seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres stark beeinträchtigt ist. Die Familie Lang wünscht sich mehr Zusammenhalt zwischen dem Einzelhandel und den Gastronomen. Sich gegenseitig auszuspielen oder anzuklagen, sei der falsche Weg. "Schließlich sitzen alle im gleichen Boot."

Nur in den Monaten November und Dezember gab es die erhöhte Förderung. Von einer ungleichmäßigen Bevorteilung der Gastronomie kann nicht die Rede sein.

Wirt Gerhard Lang junior

Die Familie betreibt in Großbüchlberg seit Jahrzehnten die Ausflugsgaststätte "Petersklause" und den Campingplatz. "Wir erhielten für die Monate November und Dezember 75 Prozent der Fixkosten des Umsatzes von 2019, abzüglich der gewährten staatlichen Leistungen, wie Kurzarbeitergeld und Ähnliches", sagte Gerhard Lang junior gegenüber Oberpfalz-Medien. "Wir haben im November immer unseren mehrwöchigen Urlaub, also auch keine Einnahmen. Dies wirkt sich natürlich spürbar auf die staatlichen Leistungen aus", erklärte der Juniorchef weiter. Für November erhielt die Familie eine Abschlagszahlung der staatlichen Leistungen, für Dezember 2020 ist der Antrag zwar bewilligt, aber noch kein Geld geflossen.

Kaum Interesse an "Essen to go"

Beide Wirte verwiesen auf die Folgen des Lockdowns für die "Petersklause". "Normalerweise hatten wir für das vergangene Jahr 18 große Hochzeiten mit bis zu 100 Gästen geplant. Stattgefunden haben nur zwei Hochzeiten, der Rest wurde wegen Corona abgesagt." Weiter erwähnt die Wirts-Familie Lang, dass kaum Familienfeste, wie Kommunionen oder Geburtstage, stattgefunden haben. Auch Weihnachtsfeiern und Vereinsversammlungen fielen aus. Zudem fehlten die Reisegruppen, die normalerweise das ganze Jahr über kommen.

Mehr schlecht als recht wurde das Angebot "Essen to go" am Sonntagmittag angenommen. "Eigentlich haben uns nur Stammgäste und Freunde des Hauses mit Essensbestellungen unterstützt, ansonsten hielt sich das Interesse in Grenzen", sagte Gerhard Lang junior.

Magere Saison am Campingplatz

Fast noch schlimmer ist es beim zweiten großen Standbein der Unternehmensfamilie Lang, dem Camping. Erst ab 30. Mai durfte 2020 der Campingplatz eröffnet werden. "Im Juni war der Platz zu 50 Prozent besetzt, im Juli zu 70 Prozent, August und September waren voll und im Oktober hatten wir wieder 50 Prozent Auslastung", sagte Seniorchef Gerhard Lang, der mit seiner Tochter Andrea Dolles die Anlage betreibt.

Geschlossen blieben während der ganzen Saison die Sauna und das Dampfbad, in den Pool durfte eine begrenze Personenzahl. Die Campingplatzbesucher kamen nahezu ausschließlich aus Deutschland, bilanziert der Seniorchef.

An die 20 000 Übernachtungen auf dem Campingplatz, die der Betreiber im Jahr 2019 zählte, kam er vergangenes Jahr bei Weitem nicht heran. "Über Weihnachten und Silvester war unser Campingplatz sonst immer nahezu ausgebucht, doch 2020 durfte leider keiner kommen", klagte Gerhard Lang senior.

Er und sein Sohn haben für den Campingplatz und die "Petersklause" die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass es 2021 besser wird. Dennoch: "Irgendwann muss auch mal ein Schlussstrich gezogen werden, wenn nicht alles den Bach hinunterlaufen soll", hoffen beide an ein baldiges Ende des Lockdowns und eine schnelle Wiedereröffnung.

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Mitterteich
Normalerweise wäre auf dem Campingplatz in Großbüchlberg über Weihnachten und Silvester starker Betrieb gewesen. Gerhard Lang senior hofft auf eine bessere Campingsaison 2021.

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