21.02.2021 - 11:04 Uhr
Grünlas bei EbnathOberpfalz

Mythen und Sagen zur "Grünlasmühle"

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An der Grenze zwischen der Oberpfalz und Oberfranken liegt der Ortsteil der Gemeinde Ebnath Grünlas. Um dessen Mühle und Kapelle ranken sich Mythen und Sagen.

Die alte Grünlasmühle.
von Autor SOJProfil

Ursprünglich hieß das heutige Grünlas "Grünlasmühle", und so nennt es auch noch jetzt die Bevölkerung in der näheren Umgebung („Grenersmühl“), weil eben dort die Mühle lief. Der Name findet sich in vielen Kirchenbüchern und bedeutet „Grenzmühle“.

Die Grenze der Oberen Pfalz und des Brandenburgisch-Bayreuthischen verlief durch Reichenbach und zog sich dann gegen den Fuß der Hohen Matze hin. Nicht an dieser Grenze lag die Mühle, sondern an der Grenze zwischen den Hofmarken Schwarzenreuth/Ebnath und Fahrenbach.

Die frühere Mühle in Grünlas leistete zu wenig, insbesondere lieferte die Schneid nicht das, was die Herrschaft an Brettern und Hölzern benötigte. Darum stellte 1801/1802 Johann Schiener an dem Grünlasbach – die heutige Gregnitz – in den Talgrund eine neue Mühle und ließ die alte Mühle eingehen. Bis 1914 war die Mühle „gangbar“, die Schneidsäge wurde noch weiter betrieben. Die Mühle stürzte aber 1940/41 wegen großen Schneedrucks ein. Es blieben nur die Grundmauern stehen. Heute sind Mühle und Schneidsäge stillgelegt, die wunderbare Stille wird nur von einem rauschenden Bach unterbrochen. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Mühle bleibt stehen

Auch eine Sage rankt sich um die alte Grünlasmühle: Wenn der Mühlgeselle von der „Grenersmühl“ abends nichts mehr zu tun hatte, als abzuwarten, bis ihn das Glöcklein am Mühlgang zu neuerlichem Aufschütten rief, saß er in der Stube und schnitzte. Dabei schnitt er sich einmal leicht in den Finger. Da blieb die Mühle stehen. Das tat sie immer, wenn das Wasser vom Rad weg und in den Mühlgraben gerichtet wird.

Der Geselle ging also hinaus, ließ das Wasser wieder auf die Mühle und setzte sich erneut zu seiner Arbeit. Bald stand die Mühle wieder und abermals zum dritten Mal. Diesmal stand einer am Graben, reichte ihm ein Büchlein und sagte: „Wenn du mit dem Blute von deinem Finger deinen Namen in das Büchlein schreibst, brauchst du dich dein Lebtag nicht mehr plagen.“ Der Mühlbursch merkte, wen er vor sich hatte, bekreuzigte sich und ging ins Haus zurück. Diese Sage ist auch unter dem Titel „Der Mühlgeselle und der Teufel“ bekannt.

Ein weiteres, historisches Gebäude in Grünlas ist die kleine Kapelle, die im Jahre 1841 erbaut wurde und der Mutter Gottes geweiht ist. Die heutige Kapelle, im Familienbesitz von Norbert Henschel, hat ihren Ursprung in einem Marienbild, das wegen eines Gelübdes errichtet wurde: Johann Kneidl aus Grünlas wurde im Jahr 1826 so schwer krank, dass Ärzte sein Leben absagten. Nach erneuten schrecklichen Anfällen ergab sich Folgendes: Johann Kneidl sah nachts einen riesigen Mann mit einem kleinen Knäblein und Mägdlein. Dieser Mann legte ihm seine Hand auf die Brust und sagte, er solle nur bereuen, denn er müsse sterben.

Pilgern nach Maria Kulm

Einige Zeit später kam die Erscheinung wieder und sagte wieder das Gleiche. Daraufhin sah er aber Jesus und Maria am Kreuz in einem sehr hellen Glanze. Johann Kneidl versprach, bei Genesung ein Marienbild aufzustellen. Er wurde tatsächlich wieder gesund, pilgerte nach Maria Kulm und brachte ein Marienbild mit, das 1836 in einen hölzernen Kasten gefasst wurde. 1841 wurde der lang gehegte Plan verwirklicht und die heutige Kapelle gebaut, in die das Marienbild übernommen wurde.

Das heutige Grünlas gehört zur Gemeinde Ebnath und liegt direkt an der Grenze zum Regierungsbezirk Oberfranken. Romantisch eingebettet ins Fichtelgebirge ist Grünlas für manchen Urlauber und Wanderer ein gern gewähltes Ziel.

Grünlas hat einen eigenen Schützenverein

Ebnath
Ein aktuelles Bild der Kapelle in Grünlas von 2021.

„Wenn du mit dem Blute von deinem Finger deinen Namen in das Büchlein schreibst, brauchst du dich dein Lebtag nicht mehr plagen.“

Der Teufel zum Müllersgesellen

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