11.08.2019 - 18:25 Uhr
HahnbachOberpfalz

Frohnbergfest: Bischof Rudolf Voderholzer verteidigt Zölibat

Er scheint auch ein echter Frohnberg-Fan zu sein: Es war der dritte Besuch von Bischof Rudolf Voderholzer auf dem Hahnbacher Bergfest. Beim Pontifikalamt am Sonntag sprach er ein vieldiskutiertes Thema an: den Zölibat.

In Konzelebration feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntagvormittag ein Pontifikalamt.
von Autor MMAProfil

Beim Pontifikalamt am Sonntag sprach er ein vieldiskutiertes Thema an: den Zölibat. Zum Kreuzweg auf den Frohnberg, dem traditionellen kirchlichen Auftakt, rissen symbolhaft die Wolken am Hahnbacher Himmel auf.

In seiner ersten Predigt zum Thema der Bergfestwoche, "Himmel auf Erden", betonte Pfarrer Christian Scholz, dass Gott in Jesus Christus fassbar und (be)greifbar geworden sei. Er habe die nicht ausrottbare menschliche Sehnsucht nach Ewigkeit wirklich und wirkend beantwortet. Begreife man, dass "es um mich geht", schaffe man eine echte Verwurzelung im Glauben, der dann auch konsequent Strahlkraft auf die Umgebung entwickle.

Der Regensburger Bischof zeigte isch überwältigt von der unüberschaubbaren Mange der Gläubigen

Unüberschaubare Menge

Viele Fußpilger aus der Pfarreiengemeinschaft gesellten sich zu einer unüberschaubaren Schar aus Gläubigen beim Pontifikalamt mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntagvormittag. Mit ihm konzelebrierten die Pfarrer Christian Schulz, Hanspeter Heindl, Georg Rabeneck und Stanislaw Wrobel. Dieter Gerstacker, Hahnbacher Diakon im Hauptberuf, assistierte und trug das Evangelium vor. Den Gottesdienst umrahmten ein Bläserquartett und die Chorgemeinschaft Oberglaim-Ergolding unter Ingrid Wagner-Riedl mit einer lateinischen Messe von Wolfram Menschik. Bischof Voderholzer betonte, dass "in dieser Naturkathedrale alle fünf Sinne" angesprochen würden. Die Augen in der Liturgie, die Ohren beim Hören des Wortes Gottes, der Tastsinn beim Küssen des Evangeliars, der Geschmackssinn in der Kommunion und die Nase durch den Weihrauchduft.

Als ganze Menschen, mit Herz und Verstand, solle man so die Liturgie feiern und auch die Sakramente sollten so begriffen werden. "Jesus, das Ursakrament der Gottesbegegnung" wolle weiterhin alle Menschen durch alle Zeiten hindurch in der Begegnung mit seinem Wort in den Himmel auf Erden, ins Reich Gottes führen", sagte Voderholzer.

Hat nichts mit Macht zu tun

Die Theologie wisse, dass seinem am Kreuz geöffneten Herzen die sieben Sakramente entspringen, vom Wasser der Taufe bis hin zum eucharistischen Blut Jesu. Voderholzer fügte hinzu, dass die Ehelosigkeit der männlichen Priester nichts mit Machtausübung zu tun habe, sondern mit der Vollmacht durch Jesu Christi.

Bürgermeister Bernhard Lindner beschenkt Bischof Voderholzer mit dem neuen Landkreisbuch.

Größte Berufung für Maria

Auch dienten die liturgischen Gewänder keiner Hervorhebung der Zelebranten. Sie sollten vielmehr "den Priester verstecken", der in "seinem Dasein für die Gemeinde" die Sakramente weiterschenken soll. "Die größte Berufung von allen aber hat Maria empfangen", setzte der Bischof hinzu. Sie sei "als ganzer Mensch mit Leib und Seele zum Zeichen der Hoffnung aller Gläubigen geworden". Ihre Aufnahme zu und in Gott erfülle die Sehnsucht nach Vollendung der ganzen Geschöpfe und der Schöpfung.

Bürgermeister Bernhard Lindner dankte Bischof Voderholzer für seinen dritten Besuch auf dem Frohnberg mit einem Buch mit Luftaufnahmen aus dem Landkreis.

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