23.06.2020 - 13:56 Uhr
HahnbachOberpfalz

Präsentation in Hahnbach: Intelligenter Roboter fürs Foyer

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Roboter, ausgestattet mit Künstlicher Intelligenz. Die einen warnen vor den Gefahren, die anderen preisen die Zukunftstechnologie. Bei der Firma Rowisoft zeigen zwei Maschinen, was sie können.

Rainer Becker von der Firma Showbotixx (rechts) stellte im Beisein von Rowisoft-Chef Robert Wismet die Roboter Jaime und Amy vor.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Schöne neue Welt – und so könnte sie aussehen: Am Empfang fragt Empfangsroboter Jaime was man gerne zu trinken haben möchte. Ein doppelter Espresso soll es sein. Der Wunsch wird an die W-Lan-fähige Kaffeemaschine übermittelt, ein weiterer Roboter hebt die Tasse von der Maschine auf das Tablett von Amy, ein 1,50 Meter großer Serviceroboter, der das Heißgetränk schließlich bringt. Utopie? Keineswegs. Künstliche Intelligenz (KI) macht das schon jetzt möglich.

Viele sehen in der KI die Zukunftstechnologie schlechthin, andere werden nicht müde, auf das Gefahrenpotenzial hinzuweisen. Unternehmer Elon Musk äußerte vor einiger Zeit etwa: „Der Wettbewerb um die Vorherrschaft in KI auf nationaler Ebene wird meiner Meinung nach der wahrscheinlichste Auslöser des Dritten Weltkriegs.“ Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hält stattdessen dagegen: „Wer gegen künstliche Intelligenz argumentiert, argumentiert gegen sicherere Autos und gegen bessere Diagnosen für Kranke. Ich sehe einfach nicht, wie jemand guten Gewissens das tun kann.“ Auch der Physiker Stephen Hawking wagte zu seinen Lebzeiten einen Blick in die Zukunft: „Eine Super-KI wäre entweder das Beste oder Schlimmste, das der Menschheit zustößt. Wenn die Ziele der KI nicht mit unseren Zielen übereinstimmen, haben wir ein Problem.“

Mehr über Robert Wismet und sein Unternehmen Rowisoft

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Amberg

Servieren und dolmetschen

Wie auch immer die Entwicklung rund um die Technologie aussehen könnte, fest steht: Künstliche Intelligenz kommt schon jetzt häufiger zum Einsatz, als einige vermuten. Etwa, wenn das Smartphone per Gesichtserkennung entsperrt wird, bei einer automatischen Einparkhilfe oder der Facebook-Timeline, die von einer KI generiert wird. Trotzdem steckt die Künstliche Intelligenz noch in den Kinderschuhen.

Das berichtete Rainer Becker, der kürzlich Amy und Jaime mit in den Landkreis Amberg-Sulzbach brachte, um sie in den Räumen der Firma Rowisoft mit ihrem Sitz im Industriegebiet bei Ursulapoppenricht zu präsentieren. Amy und Jaime sind zwei von rund 20 Robotern, die Becker im Auftrag Showbotixx vertreibt. Er zählte dabei eine ganze Reihe von Vorteilen auf, die die Maschinen böten. So könnten Empfangsroboter begrüßen und in der Coronazeit auf die Maskenpflicht hinweisen und sogar die Hauttemperatur messen. In der Gastronomie punkte der Serviceroboter als berührungsloses System, das das Essen an den Tisch bringt. „Und fahrende Kästen können bis zu 40 Kilogramm Geschirr transportieren – sogar über Rampen“, wirbt Becker.

Die Roboter können den Blutdruck und den Sauerstoffgehalt messen, was sie für den medizinischen Bereich interessant machen oder als Dolmetscher fungieren. In Pflegeeinrichtungen brächten die Maschinen Windeln und Wäsche. Pflegekräfte könnten sich so täglich bis zu vier Kilometer sparen, die sie nicht dafür aufwenden müssen, irgendetwas zu holen oder zu bringen. Ein Roboter sei auch nicht krank oder mache Pausen. Ist die Künstliche Intelligenz somit ein Arbeitsplatzvernichter?

Becker erklärte bei dem Pressetermin, dass er in diesem Punkt vehement widerspreche, da die Roboter vor allem niederschwellige Aufgaben übernehmen würden. Sein Argument entkräftete er allerdings selbst mit einigen Rechenbeispielen. Eines davon ging folgendermaßen: Gerade jetzt würden viele Einschränkungen gelten. Dürfe ein Gastwirt etwa 30 Personen in seine Räume lassen und seien 4 davon schon Kellner, könnten nur noch 26 Gäste in die Wirtschaft. Bei 3 Robotern und einem Kellner wären es hingegen schon 29.

Roboter erkennt Mundschutz

Robert Wismet überlegte bei der Vorstellung, den Empfangsroboter zu kaufen. Für den Chef der Software-Firma Rowisoft wäre die Anschaffung vor allem eine „Spielerei“, wie auch die Präsentation zeigte. So kann Jaime die Gäste im Foyer etwa mit folgenden Worten begrüßen: „Herzlich Willkommen bei Rowisoft, bitte tragen Sie hier aufgrund der aktuellen Situation ihren Mundschutz.“ Sobald der Mund-Nase-Schutz aufgesetzt ist, erkennt das der Roboter und sagt: „Vielen Dank und bleiben Sie gesund.“

Die neue im Hörsaal: Roboter Pepper an der OTH Amberg-Weiden

Roboter Pepper an der OTH Amberg-Weiden im Video

Robert Wismet beim Schnappschuss mit dem Roboter.
So viel kosten die Roboter:

Die Kommunikation mit den Robotern läuft über Sprach- und Gestensteuerung. Laut Rainer Becker von der Firma Showbotixx erkennt die Künstliche Intelligenz sogar Dialekte. Außerdem sei es möglich, den Maschinen alle möglichen Stimmen zu geben, also etwa auch die von Prominenten.

Noch sind laut Becker wenige Roboter im Einsatz. In Deutschland, wenn es hochkomme 500: "Wir stehen noch ganz am Anfang." Den Großteil des Geschäfts, rund 70 Prozent, macht Showbotixx aber im Ausland - unter anderem in Holland und Belgien. Bei dem Pressetermin verriet der Vertreter auch, wie viel der Service- und der Empfangsroboter kosten.

Die 84 Zentimeter große Jaime, die vor allem zur Begrüßung in Foyers eingesetzt werden kann, ist ab 399 Euro monatlich oder einmalig 7000 Euro zu haben. Die 150 Zentimeter große Amy, die auf ihrem Tablett Heißgetränke und Co. serviert, kostet 1500 Euro monatlich oder 12500 Euro einmalig.

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