19.04.2021 - 10:42 Uhr
HahnbachOberpfalz

Sanitätsmolkerei und abgestürztes Flugzeug: Hahnbachs gesammelte Ansichten

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Seit 70 Jahren ist Peter Wlach ein leidenschaftlicher Sammler. Er gilt als akribischer Archivar von Dokumenten über Hahnbach. Hat jemand alte Fotos oder sucht welche, wird er an ihn verwiesen, denn bei ihm weiß man sie in besten Händen.

Wahrscheinlich im Ersten Weltkrieg ist über den Vilswiesen nördlich von Hahnbach ein Flugzeug abgestürzt. Peter Wlach besitzt ein entsprechendes Foto, würde aber gern mehr über das Unglück wissen. Wer kann ihm helfen?
von Autor MMAProfil

Peter Wlach ist ein gebürtige Traßlberger und seit 50 Jahren mit einer Ur-Hahnbacherin, der „Tormauerer“-Theresia, eine geborene Heldmann, verheiratet. In seinem Refugium, einem Nebenraum in seinem Haus im Birkenweg, bewahrt Wlach wahre Schätze auf, übersichtlich geordnet und bestens untergebracht. Darunter alte Originalausgaben von Büchern berühmter Hahnbacher, wie von Pfarrer Johann Baptist Weigl und von Abt Maximilian Prechtl, oder eine Predigtsammlung von Johann Baptist Kotz.

Vom 19. Jahrhundert bis heute

Den Hauptteil bilden aber unzählige Ordner mit Postkarten, die die Geschichte Hahnbachs vom späten 19. Jahrhundert bis in die heutigen Tage veranschaulichen. Sein ältestes Stück stammt von 1897 und zeigt eine fein kolorierte Zeichnung des Hauses der Familie Gerlach in der heutigen Herbert-Falk-Straße, das sich gegenüber der Max-Prechtl-Schule befindet. Mit dem Vermerk „Gruß von den Bewohnern dieses Hauses“ zeichnet ein A. Kunst als Autor. Jene Familie, die immer wieder künstlerisch begabte Mitglieder zählte, wohnte damals, so weiß Peter Wlach, in einem Haus vor dem Hahnbacher Kirchturm in der jetzigen Kirchgasse. Seine wertvollste Karte zeigt eine Teilansicht der einstigen Ursulapoppenrichter Kirche von 1903, Wlach hat sie im Internet ersteigert. Die Kirche wurde bereits 1910 abgerissen und befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des jetzigen Gotteshauses, erzählt er über sein Unikat.

Im Internet auf Schatzsuche

Gar zu gern ist Peter Wlach im Internet auf Schatzsuche unterwegs. So hat er auch bei einer Versteigerung in London eine Karte mit echtem Seltenheitswert erworben. Sie zeigt die Ansicht des Marktes Hahnbach und die „Sanitätsmolkerei“ eines Sebastian Meier in der Breiten Gasse sowie ein Foto von deren Lieferanten. Schon 1907 sei aber jener Besitzer weggezogen, ergaben die Nachforschungen von Wlach. Und er fügt hinzu: „Heute erinnert leider gar nichts mehr an jene Firma.“ In einer Apothekerzeitung aus dem Jahr 1893 (Nummer 48, Seite 287) fand der Hobbyhistoriker „hygienische Grundsätze für Sanitätsmolkereien“, deren „strengste Befolgung“ regelmäßig geprüft würden. Dazu gehören „wiederholte Untersuchung der Kühe, Prüfung des Futters, Beaufsichtigung des Melkers, der Milchbehandlung, der Gefäße und Aufbewahrungsräume durch einen medizinisch gebildeten Berater“. Ja, die Erhaltung der Gesundheit durch Hygiene war schon damals etwas Wertvolles, was man zu respektieren hatte.

Über 50 Ordner

In über 50 Ordnern verwaltet der Wahl-Hahnbacher aber auch Dokumente, primär aus dem 19. Jahrhundert, von Familien, Hochzeiten, Theateraufführungen, Faschingsveranstaltungen, von Festen, Einzelpersonen und Berufsgruppen wie Jägern, Fischern und auch den ersten Radfahrern aus Hahnbach und Umgebung. Aber auch seiner Heimat Traßlberg und der Luitpoldhütte gilt seine Liebe. Hiervon hat er ebenfalls eine große Sammlung von Bildern und Dokumenten zusammengetragen, die in alten Zeiten schwelgen lassen und immer wieder von Heimatforschern nachgefragt werden.

Doch nicht genug. Seit frühester Kindheit faszinieren Peter Wlach Briefmarken. So ist er bereits seit etwa 1970 Mitglied im Verein der Briefmarkenfreunde Sulzbach-Rosenberg und seit 20 Jahren dessen Kassier. Seine Sammelleidenschaft gilt dabei den Schmetterlingen aus aller Welt. Perfekt in Szene gesetzt und akkurat gegliedert hat er die Marken, die deren Leben, ihre Entwicklung, Herkunft, aber auch ihre immer stärker gefährdete Situation abbilden. Mit diesen Postwertzeichen nahm er an ungezählten Ausstellungen von Bremen, Essen und Lichtenfels über Treuchtlingen bis nach München teil. Für diese nahezu vollständige Sammlung erhielt er Pokale, Ehrennadeln und sogar eine Goldmedaille vom Bund Deutscher Philatelisten.

Weißer Fleck Flugzeugabsturz

Aber wie alle, die sich der Erfassung der Geschichte widmen, hat auch Wlach noch mindestens einen weißen Fleck in seiner Sammlung. Es sind dies Bilder von einem abgestürzten Flugzeug, das wohl in den Vilswiesen im Norden Hahnbachs liegt. Wahrscheinlich hat sich das Unglück im Ersten Weltkrieg ereignet, mutmaßt Wlach. Bislang konnte er aber keine weiteren Hintergründe oder Eintragungen eruieren. Sollte jemand mehr darüber wissen, bittet er, sich mit ihm unter Telefon 09664/666 in Verbindung zu setzen.

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Peter Wlachs Liebe zu Schmetterlingen auf Briefmarken belohnte der Bund Deutscher Philatelisten mit einer Goldmedaille.
Die älteste Karte im Besitz von Peter Wlach zeigt das Gerlach-Haus.
Wlachs wertvollste Karte stammt von 1903 und zeigt die damalige Ursulapoppenrichter Kirche.
In Hahnbach gab es 1907 tatsächlich eine sogenannte Sanitätsmolkerei.
Diese Karten präsentiert eine Ansicht Hahnbachs aus der Zeit um 1900.

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