05.05.2021 - 17:15 Uhr
HahnbachOberpfalz

Schüler aus Kiew bei AOVE: Gespräch über das Altwerden in der Oberpfalz

Eine Video-Schalte ist nichts Besonderes. Eine zwischen dem kleinen Hahnbach und der ukrainischen Hauptstadt aber schon. Jungen und Mädchen der Deutschen Schule in Kiew fragten nach der Lebenssituation alter Menschen in der Oberpfalz.

Die Fragen der Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule in Kiew beantworteten Mitglieder der AOVE per Video-Schalte.
von Helga KammProfil

„Die Netzwerke funktionieren“, erklärt Josef Hirsch. Der ehrenamtliche Wohnraumberater der AOVE (Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach) kennt seine Mitbürger, so auch Matthias Siegert, der in Hahnbach geboren und aufgewachsen ist und seit bald drei Jahren an der Deutschen Schule in Kiew unterrichtet. Als dessen 10. Klasse für ein Geografie-Projekt zum Thema „Demografischer Wandel“ kompetente Interview-Partner suchte, kam über Josef Hirsch der Kontakt mit der AOVE zustande, einer Arbeitsgemeinschaft von neun Kommunen im nordöstlichen Teil des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Per Video-Schaltung wurde den Schülern in Kiew die Lebenssituation der älteren Menschen in Deutschland aufgezeigt und erklärt, wie die AOVE diese unterstützt. Josef Hirsch erläuterte die Sorgen älterer Menschen, die oft allein leben und deren Alltag zunehmend schwerer zu bewältigen ist. Die AOVE berate hier in ihrer Koordinationsstelle „Alt werden zu Hause“ bei der Wohnraumanpassung, vermittle Dienstleistungen und Hilfen beim Einkaufen und im Haushalt. Ingrid Götz ergänzte mit Informationen zur Sozialversicherung und Altersvorsorge, und Renate Scherer-Mende sprach über Bildungsangebote. Das betreffe vor allem den Umgang mit Computer, Smartphone und Internet – Bereiche, die der älteren Generation schwer fallen. Projekte wie „Jung hilft Alt“ fanden die Schüler besonders interessant: „Weil hierbei auch die Jugend vom Wissen und Erfahrungsschatz der Älteren profitieren kann“, lautete ein Kommentar.

Mehr seniorengerechtes Wohnen

AOVE-Geschäftsführerin Katja Stiegler beschrieb die Wohnsituation der Älteren: „Zunehmend leben in den Häusern alleinstehende ältere Bewohner, denen die Arbeit in Haus und Garten schwer fällt, während andererseits Wohnraum knapp wird.“ Sie plädierte für seniorengerechtes Wohnen in zentraler Lage oder für Häuser, in denen mehrere Generationen zusammenwohnen, soziale Kontakte haben und sich gegenseitig unterstützen. Die Video-Schaltung verlief reibungslos, die Schüler und auch ihr Projektbetreuer Matthias Siegert waren beeindruckt von den Angeboten der AOVE.

Für Stiegler sind seit Beginn der Corona-Zeit Konferenzen und Veranstaltungen über Online-Tools nichts Neues mehr, auch Präsentationen bei ausländischen Besuchergruppen habe es bereits mehrfach gegeben, aber: „Dieses Interview war die erste digitale Veranstaltung mit dem Ausland“, sagte sie.

Nach dem Stuidum nach Kiew

Den Hahnbacher Matthias Siegert (31) hat es nach Studium in Erlangen und Referendarzeit 2018 an die Deutsche Schule in Kiew verschlagen, „weil es für meine Fächerverbindung Englisch und Geografie in Bayern keine Chance auf eine Anstellung gab“. Seine Bewerbung bei der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZFA) hatte Erfolg, die Entscheidung für Kiew hat er nicht bereut. „Ein attraktiver Standort, die Nähe zu Deutschland, ein interessantes Land und eine Bildungsstätte mit einer überschaubaren Zahl an Schülern, da kommt vieles zusammen, was positiv ist“, erklärt er. Die Deutsche Schule Kiew (DSK) ist eine internationale Privatschule, die durch die ukrainische Schulaufsicht lizensiert und vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland anerkannt und gefördert wird.

„Unsere momentan 150 Schülerinnen und Schüler kommen aus zwölf Nationen“, zählt Matthias Siegert auf, „siebzig Prozent sind Ukrainer, die anderen kommen aus Deutschland oder anderen vorwiegend osteuropäischen Staaten“.

Ihre Wahl dieser Schule, an der Deutsch Unterrichtssprache ist, habe vielerlei Gründe. „Manche haben deutsche Wurzeln, wollen Deutsch lernen, andere haben Eltern im diplomatischen Dienst, wieder andere planen, in Deutschland zu studieren und zu arbeiten. Und manche wollen einfach dem ukrainischen Schulsystem entkommen.“

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Die Deutsche Schule in Kiew: Dort unterrichten 31 Lehrkräfte und Betreuer. Momentan besuchen 150 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Nationen die Schule.

 

 

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