16.08.2019 - 17:32 Uhr
HahnbachOberpfalz

Senioren, Jugend und Ökumene feiern auf dem Frohnberg

Nicht nur beim Hochfest Mariä Himmelfahrt wurde es eng auf dem Frohnbergfest. Auch die Gottesdienste für Senioren, Jugend und die Ökumene waren sehr gut besucht.

von Autor MMAProfil

"Wenn Religion ,Unterbrechung‘ ist", zitierte Pfarrer Chritian Schulz den Auerbacher Theologen Johann Baptist Metz beim traditionellen Mariensingen am Nachmittag des Frohnberg-Patroziniums, "dann half dieses Mariensingen mit, sich für Gott zu öffnen durch ein Stillwerden beim Zuhören". Dann könne Gott wie bei Maria alles neu machen und "aus Eva ein Ave werden lassen", setzte er hinzu und lobte Zuhörer und Darbietende.

Gut besuchtes Mariensingen

In gewohnter Manier überzeugte wieder der Männergesangsverein Traßlberg unter seiner Chorleiterin Saskia Krügelstein in der gut besuchten Wallfahrtskirche. Mit "Schäfers Sonntagslied" erzeugten die 21 Männer eine feierliche Sonntagmorgenstimmung, dem sie ein gesungenes Gebet, "Bitte für uns, Maria", hinzufügten. Aus der Missa Africana ertönte das lateinische "Agnus Dei". Es folgte, ebenfalls in Lateinisch, "Sancta Maria". Beim sensiblen "Sanctus" mit dem "Heilig, heilig, unaussprechlich heilig" bewiesen die Sänger viel Feingefühl und exakte Harmonie.

Das "Meerstern, ich dich grüße" in Übersetzung des "Ave, maris stella" war bittende Marienverehrung und das "Bergkirchlein" glich einer sehnsüchtigen Meditation, gegen alles Streiten und jede Unruhe. Gelungene Marienverehrung war "Maria Himmelskönigin". Höhepunkt mit dem glasklaren durchgehaltenen Solo des "Ave, Maria" von Saskia Krügelstein war das "Pilgerlied" in dieser besonderen halben Stunde. Jener innige, berührende Gruß an die Gottesmutter erflehte auch deren Beistand in der letzten Stunde und ließ alle nachdenklich werden. Zugabe war "Das Morgenrot", das den Tagesanbruch mit einem himmlischen Tor verglich und als Lobgesang auf den Schöpfer sanft in der Kirche nachklang. Starker Applaus dankte den Sängern und ihrer Dirigentin.

Besonders für Jugendliche

Der Gottesdienst "besonders für Jugendliche" mit dem Thema "Gefirmt: Ich bin dann mal weg" war eingerahmt von den Fahnen des katholischen Burschenvereins, der Mädchengruppe und der KLJB Süß. Musikalisch begleitete ein erweiterter Voices-Chor mit Instrumentalisten und Christof Weiß am E-Piano die Vorabendmesse. Pfarrer Christian Schulz und Pfarrvikar Christian Preitschaft standen am Altar mit den Diakonen Dieter Gerstacker, Richard Sellmeyer und Anton Fütterer. Mehrere Jugendliche brachten sich mit nachdenklich stimmenden Texten ein.

Pfarrer Schulz sah die Schuld am Fernbleiben der Jugend auch bei den Erwachsenen und riet zu echten persönlichen Begegnungen und gelebtem Glauben. Immer sei aber von jedem eine persönliche Entscheidung gefragt und der Mut zu Anstrengungen. Wenn man "die Sehnsucht des Herzens stillen will, muss man sich selber nach dem Ziel des Lebens fragen", betonte er. Man dürfe sich "nicht zudröhnen, sonst bleibt das Herz leer." Schulz riet dazu, niemals andere zu be- oder gar zu verurteilen, da es viele oft nicht sofort sichtbare Hoffnungszeichen gebe. Passend dazu verlasen junge Erwachsene Glaubenszeugnisse von Jerome Boateng, Lady Gaga und Till Schwaiger. Die Kräuterweihe beendete den Gottesdienst.

Kinder: Das Salz der Erde

"Ihr seid das Salz der Erde", betonte Pfarrer Schulz vor einer unüberschaubaren Menge an Erwachsenen und vor allem Kindern beim Gottesdienst für Kinder/Schüler. Frisch, fröhlich und exakt sangen die Chorkids mit Sven Pickelmann am E-Piano und seiner Frau Anja als Leiterin vier Lieder zum Mitsingen und Mitmachen. Das Familiengottesdienstteam hatte wieder mit zahlreichen Kindern den Gottesdienst am Freialtar bei bestem Wetter vorbereitet.

"Auf Jesus hören, heißt Salz der Erde zu sein", eröffnete Pfarrer Schulz – und in einer kurzen Szene erlebte man eine Familie, die eine Suppe ohne Salz essen sollte. Nachdem diese aber als "Pfui Deiffl" beurteilt wurde, verbesserte Salz eindeutig den vorher faden Geschmack. Im Evangelium sagte Jesus seinen Jünger zu, "Salz der Erde" zu sein. Pfarrer Schulz betonte, dass das "Leben nicht fad und traurig sein" dürfe. Vielmehr solle "mit Jesus Glanz in den Alltag" gebracht werden. Kinder entfalteten dann einzelne Aspekte von Salz: Es reinige, mache durstig, könne aber auch schmerzhaft in Wunden sein. Pfarrvikar Christian Preitschaft und Pfarrer Schulz nahmen sich danach noch viel Zeit für Einzel-Segnungen. Als Erinnerung durfte jedes Kind einen kleinen Salzstreuer mit der Aufschrift "Du bis das Salz der Erde" mit nach Hause nehmen.

Auch die Ökumene feiert

"Die Einheit als bleibender Auftrag Jesu" war Thema des abendlichen ökumenischen Gottesdienstes am Dienstag, den Matthias Fenk, Jakob und Josef Hofmann, Benno Englhart und Uli Iberer mit ihren Alphörnern feierlich begleiteten. Der katholische Pfarrvikar Christian Preitschaft und die evangelische Pfarrerin Ulrike Häberlein wurden am Altar von Diakon Dieter Gerstacker und Pfarrer Christian Schulz begleitet. Der Gebenbacher Pfarrvikar erinnerte daran, dass alle Trennungen schmerzhaft seien. Gute Gegenbeispiele böten überkonfessionelle Eheschließungen, die in Liebe verbinden. Auch die beiden Konfessionen wüssten, dass ihre Liebe zu Gott und den Menschen sie viel mehr verbinde als trenne.

Die evangelische Pfarrerin Ulrike Häberlein aus Sulzbach-Rosenberg zeigt mit Beispielen, dass ein "Himmel auf Erden" stückweise durchaus erlebbar sei und auch die Taufe hier wohl dazugehöre. Diese verbinde Katholiken und Protestanten und eröffne Wege zu Gott und zum Himmel. Einmal vollzogen, gelte sie bei allen Christen für immer und wolle zu einem gesegneten Leben anstoßen. Gemeinsam habe man auch die Taufkerze, die an Tod und Auferstehung Jesu erinnere und das Glaubensbekenntnis, das "Gott als die gute Kraft in unserem Leben" bezeuge.

"Wer ist ein Christ?" fragte sie und beantworte dies mit der aktiven Zugehörigkeit zur Kirche und dem Glauben an Jesus Christus als den Herrn. Auf "Wie ist man Christ?" gäben ein rechtes Glaubensleben, das gefördert und weitergegeben werde, und das entsprechende Verhalten Auskunft. "Hoffnung und Taufe" beantworte die Frage "Wodurch wird man Christ?" Auf der Suche nach dem "Wozu?" gebe es eine breite Bandbreite von Sanftmut, Demut, Geduld und dem Wahren des Friedens. Auch die Tatsache, sich selber und die anderen in Anstand und Respekt zu ertragen, sowie ein Mitarbeiten am Bestand der Kirche seien sichere und feste Kriterien. Dann würden mit einem "solchen Band des Friedens und der Gemeinschaft" die Kirche (wieder) erkennbar, Taufe und Auferstehung als großes Gemeinsames alle Christen verbinden.

Vertreter beider Konfessionen trugen Lesung und Fürbitten vor. Die Kollekte war für den Sozialdienst katholischer Frauen bestimmt und Marianne Gutwein stellte dessen vielfache Fachdienste vor. Die Kollekte werde für den notwendigen Neubau eines Schutzhauses für Frauen und Kinder in Not verwendet, versicherte sie. Der gemeinsame Segen beendete den gut besuchten Gottesdienst.

Gesang aus 2000 Kehlen

"Wir ziehen zur Mutter der Gnade" erklang es aus wohl über 2000 Kehlen am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel rund um den Freialtar auf dem Frohnberg. Pfarrer Schulz dankte den Männergesangsvereinen Hahnbach und Ursulapoppenricht unter der Leitung von Jan Müller, die Roman Podokschik am E-Piano begleitete. Sie umrahmten mit einer deutschen Messe das Hochamt.

"Ehe: fruchtbar leben" war das Thema der Predigt. Pfarrer Schulz scherzte, dass aus fruchtbar durchaus manchmal "furchtbar" werden könne, wenn Engherzigkeit herrsche. Er selber kenne eine neunköpfige Familie, die bewusst aus und im Glauben lebe. Gemeinsame Gebete bewahrten sie "im Geist der Gemeinschaft und des Respekts". Ihr "schlichter, unaufgeregter und nicht aufgesetzte Glaube" zeige, dass "auch heute noch Dinge möglich sind, von denen viele denken, dass es das gar nicht mehr gibt".

Für jene Eheleute gehöre auch ein regelmäßiges Beichten zu ihrem "Ziel, den Himmel zu finden", da dies ihnen helfe, "an sich selbst zu arbeiten". Er sei sich bewusst, dass deren Leben auch immer wieder "Mühe, Vergeben und Ertragen" koste und manche Anfeindung und Verlockung ausgehalten werden müsse. Aber es lohne sich offensichtlich bei allem "Gewusel und Chaos", so der Seelsorger, so "normal und doch ganz anders" zu leben. Auch wisse niemand, welche Zukunft der Familie bevorstehe, doch "das Fundament im Namen Jesu ist gelegt". Franz Erras, der Vorsitzende des Fördervereins für den Erhalt der Kirchen in der Pfarrei, freute sich, am Ende des Gottesdienstes an Pfarrer Schulz einen symbolischen Scheck über 15 000 Euro überreichen zu können.

Festtag für Senioren

"Geballte Glaubenskompetenz" sprach Pfarrer Christian Schulz den fast 1000 Senioren um den Freialtar auf dem Frohnberg zu. In einer persönlichen Rückschau könne man einen bewährten Glauben nicht zuletzt an den Firmriten messen, sagte der Seelsorger. Eines der wichtigsten Zeichen bei der Firmung sei die persönliche Anrede: Hier meine Gott einen jeden in seiner unverwechselbaren Persönlichkeit. Seine Zusage, dass man von ihm gekannt, gewollt, geliebt und einzigartig sei, verlange aber auch ein verantwortetes Leben und wehre so mancher Verbitterung im Alter.

Der Gestus der Handauflegung habe dreierlei Symbolik. Er stehe für Gottes "Besitzergreifung" für ein "Du bist mein", was den Ruf zur Nachfolge impliziere. Es sei Verantwortung und Gabe zugleich, recht zu leben, gerade auch mit und in der Gemeinschaft mit Gott und Mitmenschen. Als zweites bedeute es Freundschaft. Im Berühren solle gezeigt werden, dass "Gott nicht von der Seite weicht", man nie allein sei. Drittens verweise dieses Zeichen auch auf Schutz und Segen, der im Glauben bewahren wolle, in einer "ewigen Hoffnung, die über die Welt hinausgeht."

Auch das Kreuzeszeichen habe eine hohe Symbolkraft, sagte Schulz. Es sei wie ein "Mal Christi", das auf die Stirn gezeichnet werde. Christus ähnlich zu werden, beinhalte jedoch auch, Leiden auszuhalten und gleichzeitig "der Welt die Stirn zu bieten" und zu zeigen, dass man Christ sei. Das verwendete Chrisamöl stehe für Kraft und Lebensfreude, die die Welt mitgestalten wollten, und zwar in Freude und mit Genuss.

Schulz fragte schließlich, was man wohl schon verwirklicht habe, inwiefern sich die Firmung bereits bewährt habe. Noch sei für viele immer noch Zeit, tröstete er, Fehlendes zu ergänzen und intensiv zu leben. Dann dürfe man sich freuen auf eine "erfüllte Zukunft in Gott, welche alle erwarten dürfen". Zum Schluss des Gottesdienstes verteilte ein Team um den Seniorenbeauftragten Erich Freisinger noch geweihte Frohnberghörnchen, die gerne angenommen wurden.

Das Frohnberg-Programm: Gottesdienste und Busfahrten

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