Bombenfund: Alle Rechnungen in einen Topf

Bombenfund in Haselmühl bei Amberg – zweimal innerhalb einer Woche. Rund 300 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und THW waren an zwei Tagen im Einsatz. Darunter viele Ehrenamtliche. Doch wer bezahlt das?

Die Gemeinde Kümmersbruck hat erlebnisreiche Tage hinter sich: Zwei Blindgänger und ein starkes Unwetter sorgten in der vergangenen Woche für mehrere Großeinsätze.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

"Feuerwehrdienstleistende dürfen aufgrund ihres Einsatzes keinen Nachteil haben", erklärt Fredi Weiß, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Doch zwei Blindgänger und ein starkes Unwetter, das bedeutet: Dauereinsatz für viele Helfer - und Personalausfälle bei deren Arbeitgebern.

"Die Feuerwehrfrauen und -männer merken auf ihren Lohnzetteln aber keinen Unterschied - egal ob sie in der Arbeit waren oder beim Einsatz", sagt Weiß. "Die Ausfallkosten trägt die Gemeinde. Das ist mit dem Bayerischen Feuerwehrgesetz geregelt." Die Gemeinde wiederum könne je nach Einsatzart eine Rechnung an den Verursacher stellen.

Aber wer ist das im Fall der zwei Weltkriegsbomben? Die Grundstückseigentümer? "Alle Rechnungen sollen zunächst an die Gemeinde gerichtet werden", erklärt Dritter Bürgermeister Hubert Blödt. "Da kommt dann ein großer Topf zusammen." Im Laufe der nächsten Tage und Wochen wird das Gremium entscheiden, inwieweit diese Kosten getragen werden können - und dürfen. Dabei müssten Blödt zufolge nämlich auch rechtliche Aspekte berücksichtigt werden.

Neben den Lohnausfallkosten rechnet die Gemeinde auch mit Ausgaben für die Verpflegung sowie für Busse und Fahrzeuge, die im Einsatz waren. Ebenso hat ein Hotel, das in der Sperrzone liegt und seine Gäste anderweitig unterbringen musste, bereits angekündigt, dass es Anspruch auf eine Entschädigung stellen wird. Blödt: "Wir müssen noch abwarten, was da so alles kommt."

Haselmühl bei Kümmersbruck

Die Kosten für Entschärfung, Bergung, Abtransport und Vernichtung der Bomben durch das Sprengkommando sowie den Polizeieinsatz würden ersten Informationen zufolge vom Staat getragen, sagt Blödt. Das bestätigt eine Sprecherin des Innenministeriums für den Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes: Hier komme der Freistaat für alle Kosten auf. Er stelle diesen Dienst also kostenfrei zur Verfügung. Für die Sondierung allerdings müsse grundsätzlich der Grundstückseigentümer aufkommen. „Diese Kosten halten sich aber in Grenzen.“

Hier finden Sie Informationen zum Bombenfund in Straubing

Straubing
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