Hirschau
14.06.2022 - 14:30 Uhr

Gesangverein Hirschau bangt um seine Zukunft

Bei seiner Jahreshauptversammlung ehrte der Gesangverein langjährige Mitglieder (von links): Franz Dorfner, Manfred Sailer, Sängergruppen-Geschäftsführer Christian Fink, Vorsitzende Renée Ehringer-Hoffman, Chorleiterin Jana Müller, Jürgen Köper und Wolfgang Köper. Bild: u
Bei seiner Jahreshauptversammlung ehrte der Gesangverein langjährige Mitglieder (von links): Franz Dorfner, Manfred Sailer, Sängergruppen-Geschäftsführer Christian Fink, Vorsitzende Renée Ehringer-Hoffman, Chorleiterin Jana Müller, Jürgen Köper und Wolfgang Köper.

Vor knapp 162 Jahren wurde der Gesangverein Hirschau gegründet und ist seither eine wichtige Säule im kulturellen Leben der Stadt. Wie lange und in welcher Form er diese Rolle noch spielen kann, erscheint derzeit fraglich. Die Sorge um die Zukunft des Vereins war förmlich spürbar bei der Jahreshauptversammlung im Sportpark. Der sich über vier Jahre erstreckende Rechenschaftsbericht der Vorsitzenden Renée Ehringer-Hoffmann offenbarte, dass die Pandemie das ihre zur aktuell schwierigen Situation beigetragen hat.

Zusammengefasst fanden 130 Proben und 260 Singstunden und eine Vielzahl von öffentlichen Auftritten statt. Als Höhepunkte nannte die Vorsitzende die Serenaden im Schlosshof, die Feier des 20-Jährigen der Eingliederung des Gemischten Chores in den Gesangverein, Advent- und Adventfenstersingen. Chorleiterin Jana Müller bedauerte, dass Corona das Proben unmöglich gemacht hatte. Allerdings habe es auch schon zuvor mit dem Probenbesuch gehapert. Im Moment sei es problematisch einen wöchentlichen Probentermin zu finden, der sowohl den Chormitgliedern als auch ihr passe. Sie machte kein Hehl daraus, dass sie die Zukunft des Chores skeptisch sehe. Wie und ob es weitergehe, sei aus ihrer Sicht unklar, da der Chor auch altersbedingt an aktiven Sängern eingebüßt hat.

Laut Schatzmeister Michael Högl sind die Beitragseinnahmen stabil geblieben, die Ausgaben wegen Corona gesunken, da keine Liedbeschaffungen nötig waren und die Zahlungen an die Chorleitung entfielen. Nach Aussage von Schriftführer Hans Meindl, der bei der Wahl nicht mehr kandidierte, zählt der Verein aktuell 63 passive und 20 aktive Mitglieder. Von letzteren singen 14 aktiv im Gesangverein, sechs beim Männerchor Ehenfeld.

Die Mitglieder wählten Renée Ehringer-Hoffmann erneut an die Spitze des Vereins. Schatzmeister bleibt Michael Högl, neue Schriftführerin ist Brigitte Schwarz. Passivenvertreter sind Dieter Hoffmann und Hans Moosburger, die Kasse prüfen Werner Huber und Peter Butschek. Die Vorsitzende appellierte an die Mitglieder, den Verein zu erhalten. Er sei Hirschaus ältester Verein, ein bedeutender Kulturträger der Stadt, der schon viele Schwierigkeiten überwunden habe. Gepflegt werde nicht nur traditionelles Liedgut, zum Repertoire gehörten auch Stücke von ABBA, Udo Jürgens, Leonard Cohen und Hubert von Goisern sowie auch Ohrwürmer wie „Marina“ und Songs aus Musicals.

Als ein möglicher Lösungsweg wurde das Singen für bestimmte Projekte vorgeschlagen. Für diesen Fall erklärten sich auch Sänger, die aus Altersgründen aufhören wollten, zum Mitsingen bereit. Vielleicht, so die Hoffnung, könne man auf diese Weise neue Mitglieder gewinnen. Renée Ehringer-Hoffmann berichtete, dass sie Kontakt zu den Flüchtlingen aus der Ukraine aufgenommen und von diesen positive Rückmeldungen erhalten habe. Mit Christian Fink, Vorsitzender der Sängergruppe Amberg-Sulzbach, ehrte Ehringer-Hoffmann treue Mitglieder: Jürgen Köper (10 Jahre), Rita Dorfner, Klaus Forster, Hans Weich (25 Jahre), Franz Dorfner, Gunther Ködel, Werner Schulz (40 Jahre), Manfred Sailer und Hansjörg Lenz (50 Jahre). Die silberne Ehrennadel und eine Urkunde des Fränkischen Sängerbunds bekam Wolfgang Köper für 40 Jahre aktives Singen im Chor.

 
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