02.04.2020 - 16:33 Uhr
HirschauOberpfalz

Mehrere Bewohner mit Fieber: Sorgen in Hirschauer Seniorenheim

Als am Wochenende vier Bewohner auf einmal im BRK-Seniorenheim in Hirschau anfangen zu fiebern, schrillen bei den Verantwortlichen die Alarmglocken. Erst vor zwei Wochen war eine Pflegerin positiv auf das Coronavirus getestet worden.

(Symbolbild) Mehrere Bewohner mit Fieber versetzten das BRK-Seniorenheim in Hirschau am Wochenende in Aufruhr: Erst vor 2 Wochen war eine Pflegerin positiv auf das Coronavirus getestet worden.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

54 Infizierte mit dem Coronavirus und 3 Todesfälle gab es nun in einem Seniorenheim in Windischeschenbach. Auch in den Heimen im Landkreis Amberg-Sulzbach wächst die Angst vor einer Infektion, deren Verbreitung sich schwer aufhalten lässt. Am vergangenen Wochenende sorgten Gerüchte um Krankheitssymptome bei zahlreichen Bewohnern des BRK-Seniorenheims in Hirschau für Aufruhr. Ein internes Rundschreiben von BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller befeuerte die Gerüchteküche.

Vier Personen mit Fieber

Doch Schaller gibt vorläufig Entwarnung und skizziert die Lage in Hirschau: "Wir hatten vor rund zwei Wochen eine positiv getestete Pflegerin. Sofort haben wir Kollegen, die Kontakt hatten, freigestellt und Bewohner isoliert." Am Samstag vor einer Woche hatte eine Bewohnerin Fieber bekommen. Das Ergebnis ihres Tests auf das Coronvirus: positiv. "Das haben wir gestern erst erfahren. Ihr geht es aber gut." Am vergangenen Samstag kam es in der Einrichtung dann zu einem gehäuften Aufkommen von fiebernden Bewohnern: "Vier Personen zeigten Fieber. Das stufen wir schon als Auffälligkeit ein, dass so etwas gehäuft an einem Tag vorkommt. Angesichts der aktuellen Lage gingen wir deshalb sofort in den Alarmmodus."

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Alle Betroffenen wären sofort isoliert und getestet worden. Auch Kontaktpersonen der Kategorie I wären nun in Isolation. Ein erstes Ergebnis sei negativ ausgefallen, die anderen stünden noch aus. "Das beruhigt uns schon mal ein wenig. Trotzdem verhalten wir uns bei allen Kontaktpersonen so, als wären sie bestätigte Corona-Fälle, einfach um extra vorsichtig zu sein."

Auch die Seniorenheime in Ensdorf, Vilseck und Kastl gehören zum Kreisverband Amberg-Sulzbach des Bayerischen Roten Kreuz. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt befolgen die Einrichtungen des BRK grundsätzlich die Leitlinien des Robert-Koch-Instituts. Schaller erklärt: "Oft gehen wir noch darüber hinaus. Die Isolation der fiebrigen Personen vom Samstag wäre in den Leitlinien beispielsweise nur dann vorgesehen, wenn sie Kontakt zu einem Infizierten gehabt hätten – was nicht der Fall war. Ebenso nicht vorgesehen, wäre die Isolation der Kontaktpersonen der fiebernden Bewohner, obwohl diese keine bestätigten Coronafälle sind. Eine 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht, das ist uns bewusst. Aber wir möchten alles dafür tun, unsere Bewohner bestmöglich zu schützen."

Kurzzeitpflege eingestellt

Die Schutzmaßnahmen könnten aktuell gut vom Personal in den Heimen umgesetzt werden, da "zumindest auf kurze Sicht ausreichend Materialien in unseren Heimen zur Verfügung stehen", so Schaller. Grundsätzlich tragen alle Bediensteten bei der Arbeit in den Heimen eine Gesichtsmaske. Isolierte Patienten werden nur in vollständiger Schutzmontur, mit Anzug, Brille und Co., betreut.

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Als besonderen Risikofaktor stuft das BRK die Kurzzeitpflege ein: "Alle, die derzeit zur Kurzzeitpflege aufgenommen werden, müssen 14 Tage in Isolation. In Hirschau haben wir sicherheitshalber einen Aufnahmestopp für die Kurzzeitpflege verhängt." Trotzdem sieht das BRK den Pflegebedarf: "Wir gehen in erster Linie verantwortungsvoll mit unseren Bewohnern und Angestellten um, sehen aber auch den Bedarf. Deshalb möchten wir den Pflegeauftrag so lange es geht aufrecht erhalten und erfüllen."

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