03.03.2021 - 10:13 Uhr
HirschauOberpfalz

Musikalisch ist evangelische Kirchengemeinde Hirschau mit drei Organisten bestens aufgestellt

Viele Jahre lang hat Olga Meisner in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche der evangelischen Kirchengemeinde Hirschau als Organistin die Hey-Orgel geschlagen. Nun hört sie auf, doch ein Nachfolger ist schon gefunden.

Pfarrer Stefan Fischer hat die musikalischen Fähigkeiten von Christian Hammerschmidt während seiner Zeit als Pfarrvikar an der Christuskirche in Sulzbach kennen und schätzen gelernt. Ihn freut es, dass der versierte Organist das Trio der Musiker in der evangelischen Kirchengemeinde Hirschau wieder komplett macht.
von Adele SchützProfil

„Mit ein paar Klängen Musik kann man so manches besser zur Sprache bringen als der Pfarrer mit vielen Worten“, ist Pfarrer Stefan Fischer von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hirschau überzeugt. Deshalb freut es ihn sehr, dass das festangestellte Organistentrio der Kirchengemeinde nach dem Weggang von Olga Meisner übergangslos komplettiert werden konnte. Mit Christian Hammerschmidt tritt ein versierter und hochkarätiger Musiker die Nachfolge an. Bei der musikalischen Gestaltung seiner ersten Gottesdienste an der Hey-Orgel in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche bewies Hammerschmidt bereits sein Können an Klaviatur und Pedal, aber auch sein Talent als Solosänger.

Pfarrer Fischer hat die musikalischen Fähigkeiten Hammerschmidts während seiner Zeit als Pfarrvikar in der Christuskirche in Sulzbach kennen und schätzen gelernt, wo dieser als Organist wirkte. Die evangelische Kirchengemeinde Hirschau hat somit weiter drei festangestellte Organisten, die sich bei den Gottesdiensten abwechseln. Neben Hammerschmidt ist dies Thomas Falk, der auch den Orgeldienst koordiniert und regelmäßig Konzerte und Musikgottesdienste anbietet, die von der Landeskirche gefördert werden. Ein geplantes Konzert mit ihm und seiner Frau als Sopranistin zugunsten der Sanierung der Kirche im Gemeindehaus sei der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen, bedauert Pfarrer Fischer. Der Dritte im Bunde ist Günter Scheibel, der laut Pfarrer Fischer ebenfalls hervorragende Dienste an der Orgel bei der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste leiste.

Dass sich sein Weg mit dem der Orgelmusik gekreuzt hat, bezeichnet Christian Hammerschmidt als puren Zufall: „Ursprünglich komme ich aus der Klavier-Schiene. Die Behandlung der berühmten d-Moll-Toccata von Bach im Musikunterricht der sechsten Klasse wurde für mich zum orgelmäßigen Damaskuserlebnis.“ Fasziniert von den gewaltigen Klängen und Harmonien dieses Werkes habe er sich mit gerade einmal zwölf Jahren "in meinem jugendlichen Leichtsinn" in den Kopf gesetzt, dieses Orgelstück zunächst auf dem Klavier zu erarbeiten. Da die Pedalpartien der Toccata nicht allzu schwer ausfallen, wollte sich Hammerschmidt nach eigenen Angaben mit diesem Stück dann an die Orgel wagen.

1995 habe er den damaligen Sulzbacher Kantor Jürgen-Peter Schindler darum gebeten, einmal an die Orgel zu dürfen und sich an der Toccata zu versuchen. „Bei diesem Zusammentreffen wurde mein Anliegen jedoch so missinterpretiert, dass ich bei ihm im Orgelunterricht landete – womit das Schicksal seinen Lauf nahm“, erinnert sich Hammerschmidt. Wenige Monate später habe er bereits erste liturgische Erfahrungen an der Orgel sammeln können und zunächst beim Sonntagsgottesdienst in der Christuskirche in Sulzbach das Nachspiel übernehmen dürfen. Im April 1996 sei die komplette musikalische Gestaltung eines Familiengottesdienst erstmals in seine Hände gelegt worden.

„Die Orgel fasziniert mich vor allem deshalb, weil es kaum Grenzen in den Auswahlmöglichkeiten spielbarer Literatur gibt. Vom festlichen Hymnus über ein getragenes Triospiel bis hin zum schneidigen Marsch ist fast alles möglich", sagt Christian Hammerschmidt. Zudem sei jede Orgel anders. Und da ein Organist sein Instrument nicht mitführen könne, gebe es an jedem Ort und in jeder Kirche immer wieder neue Dinge und Klänge zu entdecken. Kirchenmusik, insbesondere im liturgischen Einsatz bei einem Gottesdienst, sei für ihn ein ganz besonderer sakraler Akt. Die Aufgaben seien hier vielfältig, sie reichten vom Einstimmen der Gemeinde auf das Thema des Sonntags über das Überführen aus der geschäftigen Welt des Alltags hinein in die geistige Welt eines Gottesdienstes, die Führung der Gemeinde beim gottesdienstlichen Singen oder die Ausgestaltung der Choräle mit Affekten und besonderen Begleitungsformen bis hin zur Untermalung und Ausgestaltung besonderer liturgischer Teile des Gottesdienstes.

Die evangelische Kirchengemeinde Hirschau kann sich auf eine reichhaltige liturgische Ausschmückung ihrer Gottesdienste freuen. Insbesondere die Pflege der Liturgie und ein abwechslungsreicher Einsatz von Orgelliteratur verschiedener Stilepochen liegen dem Organisten nach seinen Aussagen sehr am Herzen. Eine seiner Leidenschaften ist das Ausgraben alter Noten, insbesondere von Organisten der Romantik, die heute nicht mehr geläufig sind. Diese will er, wenn sie liturgisch ins Bild passen, in die Gottesdienste einbauen, aber ebenso das Werk alter und neuer Meister pflegen und bewahren.

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