20.05.2019 - 15:44 Uhr
HirschauOberpfalz

Prosit auf deutsch-amerikanische Freundschaft

Als am 22. April 1945 amerikanische Panzer in Hirschau einrückten, war undenkbar, dass Einheimische und US-Soldaten 74 Jahre später gemeinsam ein Freundschaftsfest feiern. Genau das taten sie - wetterbedingt im Josefshaus.

Bürgermeister Hermann Falk und Lieutenant Colonel Timothy Wright (vorne sitzend, von links) unterzeichneten im Beisein von (stehend von links) Altbürgermeister Hans Drexler, Ex-Musikzug-Chef Werner Stein, Brauerei-Chef Franz Dorfner, CSM Jeremiah Inman (2009 bei der Gründung dabei), CSM Daniel Rose und LTC Adam Lackey die Urkunde.
von Werner SchulzProfil
Lieutenant Colonel Wright war es vorbehalten, das Fass Festbier anzuzapfen. Nach drei kräftigen, wohl gezielten Schlägen floss das bayerische Nationalgetränk und der US-Offizier verkündete: „Ozapft is“.
Hand aufs Herz, als der Musikzug die amerikanische Nationalhymne intonierte.
Im Josefshaus-Foyer heiß begehrt: American Burger samt Salat und sonstigen Zutaten. Die US-Gäste hatten ihr gesamtes Equipment selbst mitgebracht.
Für ihren Auftritt bekam die von Regina Merkl geleitete Jugendgarde einen großen Applaus.
Da sich der Himmel immer mehr in den bayerischen Landesfarben weiß-blau präsentierte und es wärmer wurde, verlagerte sich das Festgeschehen zunehmend in den Josefshaus.Garten.

Anlass des Freundschaftsfestes war das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der Stadt und der 1st Squadron des 2nd Stryker Cavalry Regiments im Vilsecker Südlager. Am 8. August 2009 hatte der damalige Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Douglas Sims, die Urkunde dem damaligen Bürgermeister Hans Drexler überreicht. Daran erinnerte Bürgermeister Hermann Falk im vollen Saal nach einem schwungvollen Auftakt des Musikzugs. Er hieß die amerikanischen Freunde willkommen, vor allem Oberstleutnant Timothy F. Wright und dessen Frau.

Falk betonte, dass aus den einstigen Besatzern längst Verbündete und Wertepartner geworden seien. Etwas Besonderes sei der Hirschau-Besuch von Elvis Presley im Februar 1960 gewesen. Seit Jahrzehnten lebe man in guter Nachbarschaft zusammen. Viele Soldaten aus dem Übungsplatz wohnten und wohnen mit ihren Familien in Hirschau. Nicht wenige Hirschauer arbeiteten und arbeiten bei den Amerikanern. Alle, die diese freundschaftlichen Verbindungen pflegen, bezeichnete Falk als Eckpfeiler dieser Partnerschaft. Gemeinsam wolle man Menschlichkeit voranbringen. Wright bekannte, dass für ihn die Partnerschaft und deren Feier wichtig seien für den Zugang zu deutscher und bayerischer Kultur und Traditionen und vor allem zu den Menschen. Seine Soldaten, die Familien würden die Freundschaft und die Feier ein Leben lang im Gedächtnis behalten.

In trauter Eintracht unterzeichneten Bürgermeister Falk und Oberstleutnant Wright die neue Partnerschaftsurkunde, bevor sich der amerikanische Gast in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Nachdem Musikzug-Chef Maximilian Stein und Werner Stein dem US-Offizier zum Andenken an frühere Begegnungen eine Fotocollage überreicht hatten, wurde es feierlich im Saal. Der Musikzug intonierte erst die amerikanische und danach die deutsche Nationalhymne. Danach war es Wright vorbehalten, das Fass Festbier anzuzapfen. Nach drei Schlägen stand einem Prosit auf die deutsch-amerikanische Freundschaft und dem gemütlichen Teil des Festes nichts mehr im Wege. An den Speise- und Getränkeständen im Foyer standen die Gäste ebenso Schlange wie für Burger und Bratwürste vom Grill im Biergarten. Ob Hirschauer oder US-Gäste - allen hatten großen Appetit und Durst mitgebracht. Auf jeden Fall sprechen die 500 verzehrten Burger und 300 Paar Bratwürste eine deutliche Sprache, ebenso die verkosteten, von den Amerikanern mitgebrachten 250 Liter nichtalkoholischen Getränke und die 400 Liter Bier aus der heimischen Schlossbrauerei. Für ein mit großem Beifall bedachtes Programm-Highlight sorgte Regina Merkls Jugendgarde. Die Jackson Girls ließen den King of Pop lebendig werden und legten einen fetzigen Showtanz zu den Hits "They don't care about us", "Thriller" und "Beat me" aufs Parkett.

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