15.06.2018 - 16:24 Uhr
HirschauOberpfalz

Unfall durch Kolonnenspringer? Amberger schweigt vor Gericht

Die Opfer leiden immer noch an den Folgen dieses schweren Unfalls vom Februar 2017 bei Hirschau. Verursacht haben soll ihn ein "Kolonnenspringer". Der Amberger (27) schweigt vor Gericht.

Ergebnis eines riskanten Überholmanövers? Das soll jetzt vor Gericht geklärt werden. Bei dem Unfall bei Hirschau wurden zwei Menschen verletzt und zwei Autos völlig demoliert.
von Autor HOUProfil

(hwo) Vor dem Amtsgericht hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen "Kolonnenspringer" begonnen: Er soll durch riskantes Überholen im Februar vergangenen Jahres bei Hirschau einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben. Über Stunden hinweg wurde vor Amtsrichterin Julia Taubmann eine Situation erörtert, die sich zu einem folgenreichen Drama weitete. Von dem 27-jährigen Amberger auf der Anklagebank kam dabei kein Wort der Erklärung. Er schwieg und ließ seinen Verteidiger Toni Donhauser reden.

Was Staatsanwalt Wolfgang Doblinger dem jungen Mann vorhielt, war heftig. Er soll am 3. Februar 2017 kurz nach 7 Uhr morgens, damals in der Dämmerung auf der Fahrt in Richtung Weiden unterwegs, mit seinem Wagen zum Überholen angesetzt haben, obgleich es die Situation nicht zuließ: Vor ihm mehrere Autos, die vorsichtig hinter einem Lkw blieben, außerdem eine lange Kurve wenige Kilometer außerhalb von Hirschau auf der Staatsstraße 2238. "Eine Stelle, an der man wirklich nicht überholen sollte", sagten Zeugen.

Bleibende Folgen

Durch den Überholvorgang wurde ein 43 Jahre alter Familienvater, der mit seinem Auto aus Richtung Kohlberg entgegenkam, irritiert. Sein Wagen geriet zunächst nach rechts, dann schoss er quer über die Fahrbahn und rammte den Pkw einer entgegenkommenden Ambergerin. Die Frau (44) und auch der Familienvater wurden schwer verletzt. Sie leiden bis heute an den Folgen des frontalen Zusammenpralls, waren beide im Krankenhaus und in der Reha. Der Mann kann noch immer seinen Beruf nicht voll ausüben. Der mutmaßliche Unfallverursacher fuhr weiter. Ob er das Geschehen mitbekam, ist ungeklärt.

Im Prozess gab es zwei Pädagogen aus Amberg, die zwar ebenfalls den heftigen Crash nicht unmittelbar sahen, sich aber das Kennzeichen des riskant überholenden Autos notierten. Später meldeten sie sich bei der Polizei. Von "sportlicher Fahrweise" bis zum "gefährlichen Manöver" reichten ihre Schilderungen der Lage Sekunden vor dem Zusammenstoß.

Der Angeklagte selbst blieb schweigsam. Aber der Verteidiger machte geltend, dass es sein Mandant eigentlich nicht eilig gehabt hätte, um pünktlich in Weiden einzutreffen. Donhauser monierte auch die Einschätzungen damaliger Beobachter. Doch die Richterin ließ Beschreibungen zu. Mit der Bemerkung, dies diene der Vertiefung von Eindrücken.

Fortsetzung im Juli

Der Prozess wird Anfang Juli fortgesetzt. In einem Strafbefehl war wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr neben einer Geldstrafe auch eine Führerscheinsperre ausgesprochen worden. Dagegen hatte der 27-Jährige Einspruch eingelegt. Zum Hergang des Geschehens gibt es zwei Gutachten von Sachverständigen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.