Hirschau
14.04.2023 - 14:15 Uhr

Wermutstropfen beim umjubelten Konzert des Musikzugs Hirschau

Seit 2019 haben die Freunde konzertanter Blasmusik auf das Osterkonzert des Musikzugs Hirschau verzichten müssen. Nun kommen sie wieder auf ihre Kosten. Das Orchester bietet eine bravouröse Leistung. Doch es gibt einen Wermutstropfen.

Anhaltenden Applaus gab es in der ausverkauften Schulturnhalle schon, bevor der erste Ton beim Osterkonzert des Musikzugs Hirschau erklang. Er galt einem guten Dutzend ukrainischer Flüchtlinge, die der Musikzug eingeladen hatte und denen Moderator Werner Schulz die Solidarität der Hirschauer versicherte. Donnernden Beifall des Publikums forderte Schulz heraus, als er den 35 Musikern höchste Anerkennung zollte, die während der Corona-Zwangspause bei der Stange geblieben sind.

Das Orchester unternahm unter dem Motto „Legenden und Geschichten“ eine zweistündige musikalische Reise durch die Jahrhunderte und Kontinente. Augenzwinkernd hatte Schulz als Hauptperson des ersten Stückes Pele angekündigt. Gemeint war nicht die brasilianische Fußballlegende, sondern die hawaiianische Vulkangöttin gleichen Namens. Das Orchester ließ deren in Steven Reineckes Komposition „Goddess of Fire“ geschilderten Phasen der Ruhe ebenso eindrucksvoll miterleben wie ihre Wut- und Zornausbrüche. Weiter ging es ins spanische Sevilla, zum Palast Alcácar und der von Llano komponierten gleichnamigen Ouvertüre. Ob romantischer Spaziergang im Palastgarten oder feurige Plamenco-Rhythmen mit Kastagnetten-Klang – Publikum und Orchester genossen andalusische Lebensfreude. Mit dem Sprung nach Wien und zum von Sylvester Levay komponierten Musical Elisabeth war ein Dirigentenwechsel verbunden. Wolfgang Vögele reihte sich bei den Posaunisten ein, den Taktstock übernahm Andrea Fleischmann, die die Dirigentenprüfung mit sehr gutem Erfolg absolviert hat.

Selbstbewusst kündigten nach der Pause die Nachwuchsmoderatoren Eva Scheuerer und Jan Maier die Darbietungen der sechsköpfigen, von Andrea Fleischmann geleiteten Bläserklasse an. Von deren „Matrosenlied“ waren die Zuschauer genauso begeistert wie von der „Morgenstimmung“ und Beethovens „Ode an die Freude“. Den Zugabewunsch erfüllten sie mit dem Kinderlied „Old Mc Donald had a farm“. Anschließend ließ Wolfgang Vögele dem Publikum mit Julius Fuciks „Attila“ im wahrsten Sinne des Wortes den Marsch blasen. Bei der Darbietung von Rossano Galantes „Cry of the last Unicorn“ musste man unwillkürlich mitleiden mit dem armen Einhorn.

Betretene Gesichter im Publikum gab es dann, als Wolfgang Vögele ans Mikrofon ging und sichtlich bewegt bekannt gab, dass er aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit beim Musikzug beenden müsse. Die Arbeit mit dem Orchester habe ihm richtig Spaß gemacht. VorsitzenderMaximilian Stein und sein Stellvertreter Erik Remho dankten ihm ihrerseits für die ausgezeichnete Arbeit, die er seit 2017 für den Musikzug geleistet hat. Er übergebe ein Orchester in Top-Form. Als Geschenk überreichte Stein eine Fotocollage mit Bildern aller unter der Leitung von Vögele bestrittenen Konzerte und den Unterschriften der Orchestermitglieder. Steins Dank galt auch Andrea Fleischmann, die das Orchester zu Höchstleistungen angespornt habe. Nicht enden wollende Zugabe-Rufe rangen dem Orchester Kurt Gäbles Polka „Wir Musikanten“ ab. Den endgültigen Schlusspunkt setzte der Musikzug mit dem Steigermarsch „Glück auf“.

 
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